6c»8 Julien.
verfertigt« er, neben Andern,, drey Schuh hoheCopien des vatikanischen Apolls und des Borghe-fischen Fechters, die sich gegenwärtig im Museumzu Versailles befinden. Bey seiner Rückkehr halfer seinem Meister Coustoux in Verfertigung einesDenkmals für die kurz vorher verstorbenen Dauphinund Dauphins, welches für die Hauptkirche zuSens bestimmt war. Die Vollendung der Figurder Unsterblichkeit war vornehmlich sein Werk.Handwerksneid seiner Kunstgenossen, und seineeigne Bescheidenheit machten, daß er sich langenicht um eine Stelle in der Akademie bewarb.Wirklich, Dank sey es der Cabale! gelang es ihmdas erstemal nicht, und sein Muth sank darüber sosehr, daß er sich für eine Weile als Bildschnitzerder Schiffsschnabel (proue8 äs vaissssux) zuRochefort gebrauchen ließ. Aber einer seiner Mit-schüler, oder vielmehr sein Schüler, Quatreme'rede Quincy, und besonders sein edler Freund Dejouxermunterten ihn zu einem neuen Versuch, welchernun einen bessern Ausgang gewann. Sein Modelldes sterbenden Kriegers erwarb ihm 1778. den Rangeines Agregirten, und die Ausführung desselben inMarmor ,77g. endlich die wirkliche Stelle desAkademikers, die er schon lange verdient hatte.„ Diese Statüe" (sagtLebreron, der Verfasser einerausführlichen historischen Notiz von Juliens Leben,woraus nun die gegenwärtige kürzere gezogen ist)„ trägt den ganzen Charakter des Alterthums, ohneirgend einer bekannten antiken Statüe zu gleichen."Wahrend den größten Stürmen der Revolution,blieb er, gleich vielen andern Künstlern, weise undglücklich verborgen. Erst späterhin erschien erwieder auf der Bühne. Alsdann sah man in 1802.auf dem dortigen Salon (in Ermanglung wichtigerneuerer Kunstwerke) mehrere seiner alten schonfrüherhin bewunderten; und in i 8 o 3 . wurde erzum Mitglied der Section der Bildhauerkunst indem Nationalinstitute zu Paris erkiest, so wie erauch um dieselbe Zeit eine Profcssorstelle an dersogenannten Ecole speziale zu Paris bekleidete.Zu seinen vornehmsten Werken werden seine Sta-tüen von la Fontaine und Poussln und dann seine,in der Galerie des — Erhaltungs-Senats aufge-stellte: Badende von Rambouillet gezählt. Inder erster«, (welche sich im Versammlungssaaledes National-Instituts befindet) drückte er dienaive Grazie, die mit Gedanken-Tiefe verbundeneFeinheit des Dichters, und damit zugleich, seineneigenen wesentlichen Personal- sowohl als Künstler-Charakter aus, (eine Beschreibung und Abbildungdavon im Umrisse s. in Lands n's Anna!. VI.7a.). Die letztre hält man für die schönste weiblicheBildsäule, welche die neuere Kunst auszuweisenhat. Diejenige von Poussln war seine letzte kurz vorseinem Tod vollendete noch immerhin vortreflicheArbeit, obgleich dieselbe derjenigen seines la Fon-taine nicht mekr vollkommen gleich kam. Nebenseiner großen Kunst besaß und übte Julien jedeschöne und liebenswürdige Trigend, besonders die-jenigen der Bescheidenheit und der Wohlthätigkeit,welche letztre er sehr häufig in der Stille an jungeKünstler verwandte. Er starb am 26. Frim. ,804.(Moniteur 8. Gkt. 1805. wo man die erwähnteNotiz findet, welche in mehrern Rücksichten ganzgelesen zu werden verdient). Neben dem verstorbenenBildhauer Beauvais, waren sein noch lebenderKunstgenosse Dejoux, und dann der Baron deJuyt von Lyon seine vertrautesten Freunde; undbey diesem letztem war es besonders, wo er sichvon Zeit zu Zeit zu erholen pflegte.
Julien, (Simon). So nennt der Katalogvon Brandes einen uns sonst ganz unbekanntenfranzösischen Künstler, nach welchem Ant. Carree:l'Lmour, gui ä'uns rnain oret 1e keu ä->N8 Ismonäe et äs I'autrs jette äss klsurs, mit derUeberschrift: Es sont 868 jeux! (ein schön ge-nanntes Blatt in Tuschmanier) und ein andres,von L. Julien (S. dessen Art.) anführt.
— — ( ). So nennt auch Bassan (Lä.
Jung.
«es.) einen Maler, der seine Kunst bey Restoutgelernt, um 1764. zu Rom Studien nach Köpfe,»geätzt habe, und um 1780. Einverleibter derdemie zu Rom gewesen sey.
Nach welchem Julien endlich Prüneau zweyBlätter: 8sutimsn8reli!;leux. und —ksllsxionsbsccliigueg gestochen habe, ist uns unbekannt.
Julius. So hieß, Wcolai zufolge, ein alterBaumeister zu Spandau, vor , 355 .
Juncker, (Isaac), des nachfolgenden IustusSohn, malte Bildnisse, und arbeitete eine geraumeZeit zu Basel mit Beyfall. St. 1789. I. M. Stockhat nach ihm gestochen. Husgen rI. A. S. 345.
* — — JJustus). Nach ihm haben Auvray-'Einen Geschäftsmann mit der Feder in der HantyBeauvarlet: Die deutsche Küche, und Nilson dasBildniß des Prinzen A. F. von Thurn und Taxisgestochen. Er selbst hat ein Blatt nach L. Wyckgeätzt. Hüsgeu N. A. S. 344 -
— — S. auch Junker.
Juncssa, (Friedrich Joachim). So heißtbey Fiorillo (IV. 5 o 5 .) ohne Weiteres, ein spa-nischer Künstler, der in 1678. mit ein Paar andernKünstlern (s. den gleich folgenden Art.) die Ein-siedeley der Madonna della Misericordia vor derStadt Neus, (srnnta äe Nsua) gut ausgemalthatte.
— (Joachim), geb. zuCordunella. Vonseinem Vater Johann, einem mittelmäßigen Ma-ler, konnte er wenig lernen; brachte es aber durcheigene Kräfte dahin, daß ihm der Marquis dellaGuardia den Auftrag gab, vier große Geschichts-bilder zu verfertigen, welche ihm einen ungemeinenBeyfall verschafften. In 1660. trat er im KlosterScala Dei zu Barcellona in den Karthauscr-Orven , und zierte mit den Bildnissen der berühm-testen Männer desselben den Saal des dortigenKapitels. Eben so malte er Mehreres zu Monkealegra. Alsdann gieng er nach Rom, wo er sichdurch seine Fortschritte den Beyfall der beßtenMeister erwarb. Nach seiner Rückkehr schätzte erdeswegen alle seine frühern Arbeiten sehr gering,und fieng nun an, in Gesellschaft Joseph Fran-quer's seines Vetters, und "des oben erwähntenFr. Joach. Juncoso, die Decke und Kapelle derEinsiedelei) von Reus mit dem Leben der H. Jung-frau zu verzieren (1680). Indessen schienen derPrior und die Mönche seines Klosters eben nichtviel Werth auf seine Talente zu legen, da sie ihnseiner Arbeit zu lieb von keinerlei) Ordenspflichtbefreyen wollten. Als man ihn daher eines Tagszum Chor rief, wo er sich gerade voll Enthusiasmusmit einem Gemälde beschäftigte, gieng er augen-blicklich wieder nach Rom, erhielt dort die nöthigeDispense, und brachte nun seine übrigen Tage inder Nähe dieser Stadt an einem geweihten ein-samen Ort, und in der weitem Aubauung seinerKunst zu. Eine seiner vorzüglichsten Arbeiten stelltden H. Bruno vor, der den Mönchen die Ordens-regel vorliest, und wird im Speiscsaal des er-wähnten Klosters von Scala Dei aufbewahrt.Fiorillo IV. 376—77.
— — (Johann), des obigen JoachimsVater. S. desselben Artikel.
— — (Joseph). Von Palomino irrig derLicentiat Don Juan genannt, ein Vetter vonJoachim, studierte die Theologie und wurde einGeistlicher, hatte aber stets eine große Liebe zurMalerey. Von ihm kennt man Geschichten undBildnisse, aus welchen indessen erhellet, daß erJoachim in der Zeichnung sowohl als in pastosemFarbenauftrag weit nachstand. Fiorillo IV. 3 /?.
Jung, (I. Chr.). So heißt irgendwo einKupferstecher von dein man zwey Bildnisse: DesGottesgelehrten G- A- Jung von Augsburg, undeines C« T. Bötters, letztres nach B. Strahowskykenne, (welcher letztre indessen um 174«. demLex.zufolge selbst als Kupferstecher erscheint).