Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
666
JPEG-Download
 

666 Lanchester.

Lanchester (Madame), eine berühmte Mo-den-Händlerin zu London, fieng i. I. i8o3. einenglisches Moden/ournal unter dem Titel: Niroirla No6s, an, welches denen von Heideloffund Phillip's den Vorzug streitig machen soll.

* Lancilajo ( ), und Hieronymus

(das Lex. hinwieder nennt einen Antomasso)waren beyde geschickte Miniatoren, und Schüler,oder vielmehr Nachahmer von Don Barth. dellaGatt«. I. 69.

Lancisi (Joh. Baptist»), wird im Registerzu Fiorillo III. Band (aber mit einer irrigenNachweisung auf S. s55.) angeführt.

Lanconello (Christoph), Maler von Faenza,vielleicht ein Schüler von Barocci. Von ihm kenntman im Häuft Ercolani zu Bologna eine Madonnain der Glorie, mit etlichen Heiligen, welche miteiner Regsamkeit des Pinsels, schöner Färbung,und mit so anmuthigen Gestchtsairs gemalt ist,daß sie ganz Barocci's ähnlich sind. II. 2.69.

* Lancree (Niclaus). warelee setzt seinTodesjahr in 1747. und spricht noch sehr schonendvon ihm: „Man versichert" (heißt es dort),„daß er seinen Mitschüler Watteau zur Eifer-sucht gereitzt habe, ob er,schon noch weit entferntdavon war, ihm (an zarter Zeichnung und Fein-heit des Pinsels) gleich zu kommen. Immerhinwar er angenehm in Composition und Ausführung,und sah daher seine Werke sehr gesucht. Manhat viel nach ihm gestochen, da seine ein wenig (?)süßlichte (mlellsux) Gattung damals in derMode war. Dürrer rückt der biedere Fiorillo(III. 3oo.) mit dem rechten Wort heraus, wenner die Zeiten selig preist, wo sich Watteau'« undseiner freylich weit schlechtem Nachahmer (Pa-ters, eben unsers Lancrers u. a.) verderblicherGeschmack verloren hatte. Gerne wollen wir'szum Ersatze dem Abbe de Fonrenai glauben,daß unser Künstler an Geist und Herz ein liebens-würdiger Mann gewesen sey. Gestochen nachihm haben (ebenfalls dem Geiste der Zeiten stöh-nend) mehr als ein treflicher Meister: N. del'Armeffin, B. Audran, I. Ph. le Bas (0 derSchande! pour ss rsceptiori ä l'^caclemie!),

L. Cars, C- N. Cochin, E. Cousinek, Deferlh,L- Desplaces, C. und N. Dupuis, St. Fessard,

M. Horthemels, F. Joullain, P. E. Moette,Petit, Scotin, Stell«, Tardieu, und G. F.Schmidt, von welchem z. B 1s Nurc smom-üuxund 1a bells Orscgus im Katalog von Brandes— sey es immerhin! seltene Blätter heißen. Dafürgebührt ihm denn freylich der Ruhm, diesen letztemzuerst bey l'Armeffin eingeführt, und damit nichtunwahrscheinlich den Grund zum Glück diesestreflichen Deutschen gelegt zu haben. HeineckeNachr. I. 167—68.

* Landbeck l. im Lex. statt Landdeck.

* Landberg, l. im Lex. S. Landsbergstatt Siehe Lundsberg.

Lande (Willem van)'. So heißt inWinklersKatalog ein uns ganz unbekannter holländischerKupferätzer des XVII. Jahrh, von welchem er 6.bezieferte Scharmützel nach Bourguignon aus C.Visschers Verlag anführt.

— — (de la). Und so irgendwo ein Kunst-verleger in gemalten Blättern; wie z. B. vepattu. Retour cis Mars nach Rubens, und le Laiuu. le Rover nach Baudoin.

Landenberg (Hartmann Friederich vonBreiten-), geb. zu Zürich 1748. malte für seinVergnügen theils artige Bildnisse in Miniatur,theils Landschaften, Jagden und Reuterschlachten,und st. 1796. Mrc.

Landerer (Died. I.). So heißt irgendwoein Kupferstecher, der in Nernbrandts GeschmackeVieh geätzt habe.

Lands is.

"' Landerer (Ferdinand), Zeichner undM-pferatzer, geb. zu Stein in Oestreich, aber früherals 176Z. (wie Rost sagt) und um 1796. «ochProfessor der ^Ingenieur - Zeichnungswissenschaftbey der Militärakademie zu Wien Unter ftj„enamhaftem Arbeiten gehören: Samson und Delila,nach Rembrandt; Landschaften nach Dietrich,Loutherburg, und besonders achte nach Pillenient'zehn Blätter Charakterköpfe, Halbfiguren in gutemGeschmacke nach M. Schmidt; Christus in derWüste, nach ebendemselben (1760); eine Aufer-weckung des Lazarus in I. Livtns Geschmacke,mit IV1R. bezeichnet (dieß zweifelhaft); dann, nachseiner eigenen Zeichnung: Heliodor im Tempel zuJerusalem, und: Situationen, wovon um iM.zwey Theile erschienen waren. Rost II. Z2l(M-Mer. Neueres haben wir nichts von ihm ver-nommen.

— — ( Johann Michael), I. S- Paczko,und M. Weinmann, heißen irgendwo drey Ku-pferstecher zu Prag um 1780.

Landfried ( ), ein französischer Bau-

meister des XI. Jahrhunderts, von dem der be-rühmte Thurm zu Jvry in der Normandie, einMeisterstück dieses Zeitalters, herrührt. Odernvitalis (Ilist. Lcele8 R. III.) sagt von ihm:

inZenü Iau8 8upsr omnes artistcea, gultunc in 6n1lla erant. /iorillo III. 32.

Landi (Caspar), Gekchichtsmaler, aus einerpatrizischen Familie zu Piacenza gebürtig, lebteum 1802. zu Rom, und war unter den damaligendortigen Künstlern, neben Jakob Berger, derbeßte Coloriste. Bisher hatte er übrigens in demgalanten Geschmacke einiger neuern Franzosengearbeitet; aber in einem seiner letzten Gemälde,einer Madonna, welches bestimmt war, in einerKirche seiner Vaterstadt den Platz auszufüllen,welchen ein von den Franzosen weggeführtes Al-tarblakt desselben Gegenstandes von Ann. Carraccieinnahm, schien er, und nicht ohne Glück, mehrdie Meister der alten römischen Schule zu seinemMuster gewählt zu haben. Die Madonna zumalwar eine sehr edle Gestalt, und die Todtenfarbean ihr wahr, ohne widrig zu seyn; auch einigeder Apostelköpfe fand man wohl gelungen, andrehingegen charakterlos. Auch in den oben in derLuft schwebenden Engeln schien er in seine alteManier zurückgesunken zu seyn. Ueberhaupt aberwar das Ganze von gutem Effekt. Sitten- undBulrurgem. von Rom S. s5i-62. und Men-sel s Auch. 11.1. 128. wesentlich ganz aus obigemUnheil entlehnt (?). Etwas günstiger urtheilt 'von diesem Künstler aus dem nämlichen Zeitpunktseiner Kunst) die Schrift: Winkelmann u. s.Jahrhundert S. 024. wie folgt: „Derselbe beflißsich äußerst weich und sanft gerundet zu malen,mit lieblichen Farben und, besonders in den Fleisch-partien, hell aufgetragenen Lichtern. Auf dieseWeift (die durch ihren Schmelz und Rundungan Furini erinnert, nur nicht so starke Schattenund mehr Farbenspiel hat) verfertigte er verschie-dene wohlgefällige Bilder, zwar in gutem Ge-schmack, aber nicht mit großem Talent für Er-findung, oder tief gegründetem Wissen in derZeichnung." Sch egel dann in seinem oft an-geführten Sendschreiben an Gärhe (i8oh.)scheint ihn damals noch unter die beßten derzu Rom lebenden Geschichrsmaler zu zahlen.In 1807 endlich finden wir von ihm ein Blldnißdes Bildhauers Canova in öffentlichen Blätternangezeigt.

Land 0 is ( ), ein französischer Künstler,

der, nebst seiner Kenntniß in schönen Wissenschaf-ten, vielen Verstand, und Talente dieselben zubeschreiben besaß. Die Artikel von der Malerey,Bildhauerkunst und Knpfersiechen in der franzö-sischen Encyclopädie sind meistentheils von ihmverfaßt. ^c.