Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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714
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1 r 4 Lisieuwsky.

*Llsieuwsky (Rosina, oder Anna Rosina),Georgs ältere Tochter, geb. zu Berlin 1716. (nicht1712. wie das Lex. sagt) lernte bey ihrem Vater.Schon in ihrem zehnten Jahre malte sie das Bildnisihres damals kaum jährigen Bruders, und inihrem Vierzehnten dasjenige der Fürstin von AnhaltZerbst, zu Stettin, wohin sie ihr Vater mitnahm,dessen beßte Hülfe sie war. Von der Zeit an genoßsie der vorzüglichen Gunst erwähnter Fürstin. IhremVater zu gefallen schlug sie (1724.) eine ihr inDresden angebotene Stelle und Pension aus, undheyrathete (17)1.) den Maler Machten. Nachdessen Tod ti755.) ward sie (1766.) nach Zerbstberufen, um dort in einem Zimmer, welches: 8slon«ie gsuute genenntwerden sollte, 72. der schönstenFrauen zu malen, wovon einige 40 wirklich abge-liefert (!) worden. In 1760. vermahlte sie sich inzweyter Ehe mit dem H. von Gase, Assessor undRath bey den Französischen Gerichten zu Berlin.Endlich ward sie 1764. mit einer ansehnlichen Pen-sion nach Braunschweig berufen. In 1766. thatsie eine Reise nach Holland, und 1769. wurde siezum Mitglied der Dresdner-Kunstakademie ernannt.Sie malte Bildnisse und Geschichte in Del undPastell. Meusel l. führt namentlich mehrere dererstern an, die von 1756—72. datirt sind; nebenAndern ein Familienstück, worauf sie selbst, ihrebeyden Kinder (das Lex. spricht von dreyen) undihr Stiefsohn und Schüler, Georg David Mathieu,Hofmaler zu Schwerin, vorgestellt sind. VonHistorischem dann ein allegorisches Bild, der ver-tvittibten Kurfürstin von Sachsen gewidmet (1769.);und Monime, in dem Augenblick, wo sie sich daskönigliche Diadem abreißt, für den letzten Herzogzu Braunschweig. Diese geschickte Künstlerin st.1782. Gestochen nach ihr haben: I. V. Kauperzeine Artemisia; dann I. E. Gerike das Bildnißvon Mad. Schiudlcrin, und I. I Hayd des-Freyherr« Sam. von Cocceii, und des Kanzlers-er Universität Halle, I. P. Ludewigs.

* Lisle (Pasquier de), Baumeister, s Jsle(aber bloß in diesen Zusätzen). Hier holen wirnach, daß I. Marot drey Blatter Pläne des Hotelsdu Grand Pricur de France au Temple, nach ihmgestochen habe.

* List (G. N. und F. G.). Nach ihm hatE- C. Heiß das Bildniß der Herzogin von Würtem-berg, Magdalena von Hessen, B. Kiiian ChristophZellers, Ph. Kilian des Herzog Eberhard III. vonWürtemberg, und Rembold (1667.) des TheologenSchubels gestochen; nach welchem letzter» Datumihre Lebenszeit, im Lex. zu berichtigen ist.

Listnau (Emanuel), ein Schreibmcister zuDanzig, eigentlich von Handwerk ein Schneider;zeichnete mit der Feder Handrisse und Bilder, auchBildnisse und Figuren von sehr kleiner Schrift. Erblühete in dieser verdiensilosen Kunst um 177g. Ister todt, so ruhe seine Seele im Frieden! MeuselMiscell. III. 67.

6'Ll'tard (Matthäus). So heißt irgendwoein uns sonst unbekannter Künstler, der nach Cor-tona das Bündniß Jakobs und Labans gestochenhabe — und aber leicht kein andrer als JohannMichel Liorard seyn dürfte.

Litheen ( ). Und so ein uns eben so

Unbekannter, nach welchem P. Schenk das BildnißCarls XII. von Schweden gestochen habe.

* Lltterini oder Letterini (Augustinund BartholomäuM, Vater und Sohn, welche dasLex. in den gleichen Art- faßt. Beyde lebten noch1718. Lanzi (II. 167.) 8. V. Tetter-» nennt siebekannte Maler zu Venedig und in den Inseln,welche in einer klaren Manier gearbeitet hätten;der Sohn noch besser als der Vater wie aus seinemBild zu St. Paternianv erhelle, wo er sich als einenfieissigen Nachahmer von Tizian, und überhaupteiner bessern Zeit, als der seinigen, erwiesen habe.

Livens.

Litters ( ). So heißt irgendwo, ohne

Weiteres, ein Maler, nach welchem I. Idas Bildniß der gekrönten Philosophjn, L M. CBaffi von Bologna, in Schwarzkunst geschabt hat.

* Litrret de Montlgny (Claudius An-ton), Zeichner und Kupferstecher, geb. zu Paris1706. und gest zu Rouen 1778 Er war von eineralten Familie, welche allerley Unfälle so sehrheruntergebracht hatten, daß er sich in der Jugendgenöthigt sah, mit Schriftenstechen sein Brod zuverdienen. Dann kam er bey Cars in die Lehre,und machte, als bereits guter Zeichner, bald großeFortschritte. In seinen meisten Arbeiten bemerktman einen correcten, und zugleich breiten und mar-kigten Styl. Durch ungemessene Eitelkeit erweckteer sich viele Feinde, und brachte sich damit selbstden größten Schaden. Seine zerrütteten Umständeveranlaßten ihn dann, in seinen letzten Lebensjahrennach London zu gehn, wo aber seine Selbstliebeeben so wenig ihr Glück machte, so daß er baldwieder nach Frankreich zurückgieng, und dann inRouen seine letzte Ruhe fand. Derselbe hat sowohlnach eigener Zeichnung, als nach verschiedenenKünstlern Bildnisse und Anderes gestochen, wasmeistens von 176Z—67. datirt ist. Unter den Bild-nissen (meistens berühmter Landslcute) nennt RostVIII. 260. eines der Marquisin von Pompadour,welches ihr ähnlichstes seyn soll, nach Schenau(übrigens für den Stich von mittlcrm Werth);bann als sein historisches Hauptblatt: 1 s ConcertZu drsnä 8ultsu, nach Carl Vanloo, wo dieHauptfiguren Bildnisse des Malers und seinerFamilie sind, also in jeder Rücksicht Gegenstück zudem: Cs lZacks kalsarit peinZrs 8a Naitresse.Noch rühmen Andre seine Bildnisse des H. vonSartine nach Vigee, und des Erzbischofen Mon-tazet von Lyon, nach Vanloo. Das übrige sindgalante Kleinigkeiten nach St. O.uentin, Schenauu. s. f. und ein Paar Rheinprospekte nach Weirotter.Ds Forrterrar/.

* Live de Jully (Angelus Loren; de la),geb. zu Paris 1726. und gest. 1776. Von den iuc>.von ihm geätzten Blättern, womit er seinen Freun-den Geschenke machte, führt Rost VIII. 206—7.wie es sich (hier) gebührt, nur wenige an, wovonles kermiers brulss (ein Grupp Bettler) nachGrcuze, und eine Folge Carrikaruren nach Salydas Bedeutendste seyn mag.

* Livens oder Lievens (Johann). Aonihm, als Stecher, sagt Barrsch in seinem Otr-loZus raisonne äs 1'Oeuvrs Zs stsmbrunät:„Livens zeichnete besser als Rembrandt, dessenMitschüler er war, und (fügt Malbeste hinzu)theilte auch Licht und Schatten besser aus, alsdieser, bey dem das Schwarze oft so vorherrschendist, daß darüber die Wirkung verloren geht; dannaber hatte seine Manier zu ätzen nicht das Malerischevon van Rhyn, dem er doch nachzuahmen bemühetschien. In Blättern, die er genau ausführe»wollte, bediente er sich einer sehr feinen Nadel.Er hatte die Gewohnheit, so enge Striche zumachen, daß das Aetzwasser die Züge oft verwirrthat. So sind z, B. die im Vorgrunde seiner Auf-erweckung des Lazarus. Es scheint nicht, daß sichdieser Künstler der kalten Nadel bedient habe; wohlbemerkt man hingegen in seinen Werken sehr oft denGrabstichel; sein St Hieronymus ist ganz damitüberarbeitet Zwey seiner schönsten Bildnisse, Da-niel Heinsius, und der Tonkünstler Jakob Gouter,sind fast völlig gestochen, deswegen aber nichtminder in einer sehr malerischen Manier, und voll-kommen wie Geätztes behandelt. Die beßte Litte-ratur seiner Blätter findet sich bey Gersaint undFves in ihrem Laralog von Rembrandt, unddann eben bey Barrscy, der ihrer 62. (daruntersechs zweifelhafte) zählt. Meistens sind solche mitden Anfangsbuchstaben seines Namens 1 . 1 .. manch-mal auch C>VLU8 bezeichnet. Bey Rost VI. 2g-4-4-sind ebenfalls 40. der vorzüglichsten angeführt.Zu denselben zahlt man, neben den schon genannten,