>7Z2 Lotti.
Springbrunnen u. a. anzulegen. Am berühmtestenaber machte er sich, als der König die Ekloge desLope devcga: 8elva <ls Amor, auf der Bühnezu sehen wünschte, und Lotti die Decorationenmalte, welche Ansichten der Brücken von Segovia,der Casa del Campo u. s. w. darstellten, und durchAutomatc, die dazwischen wandelten, einen großenEffekt machten. Man s. den ersten Theil der Werke-es Lope de vega.
* Lotti (I.). So heißt ein Künstler, der(wenn er nicht etwa mit dem folgenden Loren;Lotto Eine Person seyn sollte?) allein durch eineAbnahme vom Kreuz und eine Grablegung bekanntist, welche I. Troyen nach ihm für LenkersGalerie von Brüssel gestochen hat.
* Lotto (Loren;), geb. in den letzten Jahrendes XV. Jahrhunderts. Nachrichten von ihm alsKünstler hat man schon von i 5 i 3 . Einige zweifelnnoch, ob er nur zur Venet. Schule gehöre. DieGrazie seiner Weiber - und Kinderfiguren, der an-genehme Wandel ihres Blickes, u. s. f. ließenglauben, daß er'ein Schüler von da Vinci seynmochte; inzwischen glich seine Manier noch weitmehr Giorgione's seiner, von dem er zwar nichtdie Leichtigkeit hat, der aber doch, wie man jetztallgemein glaubt, sicher sein Meister war; dannmochte immerhin das Studium des erstem einigeAenderungen in seinen Styl gebracht haben- Wiedem auch seyn mag, so wird die Lebhaftigkeit seinesColorits, die Wahrheit seiner Carnation, und derReichthum seiner Drapperien ihn stets als einenNachfolger der Venetianischen Schule kenntlichmachen. -Man kennt von ihm mehrere durch ihreschönen Effekte und sinnreiche Anordnung bemerkendwerthe Altarblätter. Indessen blieb er sich nichtstets gleich, und ward seit i 564 - bis an seinen umi 58 o. zu Loretto erfolgten Tod immer schwacher.In der Galerie des Franz. Museums sieht man vonihm ein kleines Staffeleygemälde: Das ehebreche-rische Weib, von welchem Landoir An». XI.97. die Abbildung im Umrisse giebt, und davonsagt: Es sey mit seltener Vollkommenheit ausge-führt. Genaue Convenienzen in Absicht aufsEostumund den Charakter der Köpfe mäße man darin nichtsuchen; dafür aber eine leichte und geistreicheTouche, und eine Färbung von erstaunenswürdigerFeinheit und Wahrheit; die Figuren mit vielemNaturgefühl, aber nicht edel genug gezeichnet, dieHauptfigur ausgenommen, der es eben so wenigan Grazie als Natürlichkeit fehle. Lanzi dann I I.64—66. bemerkt über diesen Künstler: In seinemSt. Christoph zu Loretto nenne er sich selber: Tar-r./.otttu pictor /^e/retk-5; dann: Der neuere Heraus-geber von vasari und Lomazzo halten ihn eben-falls für einen Schüler von da Vinci; letztrerhauptsächlich wegen dem Anbringen seiner Lichteram gehörigen Orte. Lanzi selber hinwieder hältihn wohl für einen Nachahmer des Leonardo ingewissen Kunsttheilen, aber fast noch'wahrschein-licher für einen Schüler des Dellino, und Nach-eiferet: von Giorgione. Doch findet auch Er, daßer einen minder freyen Pinsel als dieser gehabt,und gleichsam den großen Charakter desselben mitdem Spiel seiner Mitteltinten gemäßigt, sveltcreFormen gewählt, seinen Köpfen einen angeneh-mern Charakter und idealischere Schönheit ertheilthabe. In bem Hintergrund seiner Bilder behielter gern etwas Helles Azurnes bey, das sich nichtganz gut mit den Figuren einigt, aber sie dem Aug'desto lebhafter darstellt- In seinen Altarblätternist oft viel sinnreiches Neues; so z. B- in seinemSt. Antonin bey den Dominikanern, und in seinemSt- Niklaus al Carmine zu Venedig; selbst, wo ersich an die gewöhnlichen Vorstellungen hielt, hattenwenigstens seine Perspektive, seine Stellungen, Con-traposten u. s. f-Neues. So z. B in seiner Madonnabey St. Bartholomäus zu Bergamo (von Ridolfivorzüglich bewundert), wo Mutter und Kind , mitden umstehnden Heiligen jedes auf seine besondreSeite zu sprechen scheint; dann in einem andernganz mit Grazie übergossenen Bilde bey St. Spirito
Lovera.
(ebenfalls zu Bergamo) wo ein junger St. Johannam Fuß des Throns ein Lamm mit einer «„schuhdigen lebhaften Freude herzet, und so anniuthi»lächelt, daß Raphael oder Correggio es nichtbesser machen konnten. Ueberhaupt finden sichMeisterwerke, die ihn wirklich den ersten Lichternder Kunst an die Seite stellen bald alle in denKirchen und Galerien seiner Geburtsstadt. In derZeichnung besonders war er nicht immer gleich starkAuch im Ganzen scheint seine früheste Zeit seinebeßte gewesen zu seyn, als er z. B. (HiZ.) seinenobcrwahnten St. Antonin malte. Von rhätz. an(Jahrszahl seines Altarblatts bey St. Jakob dell'Orio zu Venedig), mag sich die Abnahme seinerKunst datiren, wo man freylich auch in seinenspätern Werken zu Ancona, beyden Dominikanernzu Recanati u.s.f. noch immer, besonders in kleinernGemälden den großen Künstler durchschimmernsieht, wenn man gleich hie und da an den Extremi-täten der Figuren eine gewisse Nachläßigkeit, undeine Trockenheit im Geschmacke des Joh. Beliinobemerkt; daher auch vasari diese letztgenanntenArbeiten für seine frühesten, Lanzi hingegen ganzumgekehrt für die fpätern, und kurz von jener Zeithält, wo Loreo zu Loretto stets eifrig zu der H.Jungfrau betete, daß sie ihn auf die bessere Bahn(im Leben oder in der Kunst ?) leiten möchte, undbald nachher seine Tage ruhig beschloß. Fiorillodann (II. 96.) nimmt ebenfalls an, daß dieserKünstler leidenschaftlicher Nachahmer des Giorgionegewesen, aber in den Fehler, das Fleisch mit allzu-viel Feuer zu koloriren, verfallen sey. Gestochennach ihm ist uns nichts bekannt, wenn es nicht(wie solches der ivinklersche Katalog entschiede»annimmt) die beyden oben, unter I. Lorri ange-führten zwey Blätter sind.
Loudovigi, Ludovigi oderLudovici( ), ein berühmter Goldschmied zu Rom um
1780. verfertigte ein ganz sonderbares Kunststückvon einer 6. Fuß hohen Säule ganz mit LapisLazuli bedeckt, worauf die Figuren, von Silber undvergoldet eine genaue Abbildung der TrojanischenSäule vorstellen. Dieses vortrefliche Werk,worander Künstler zwanzig Jahre arbeitete, bezahlte ihmder Papst mit Zooo Zechinen, und machte mit dem-selben dem Großfürsten von Rußland ein Geschenk.Vermuthlich war dieser Künstler ein Sohn odernaher Anverwandter von Joh.Friedrich Ludovici.G. den Art. Anton Lordien. Litteratur undVölkerkunde I. Jul. 1782. S. 86.
Lovel ( ). So heißt irgendwo, ganz ohne
Weiteres, ein Maler, nach welchem W. Hollargestochen habe.
Lovera ( ), ein Piemontesischer Maler
und Gemäld-Ausbesserer, lebte um 1796. zu Rom,und entdeckte damals auf eine seltsame Weist einevonrefliche Cbariras von Correggio, welche schonzweymal >vor Altem und neu) übermalt war undworüber er mit leinem Freunde, dem Lyroler Hmi-rerpergh (Unterbergcr) zerfiel, dem dies Gemaldeigentlich bey einem gemeinschaftlichen Kauf aufdem Trödelmarkte zu Theil worden war, und dersolches, eben von ihm übermalt, an Lovera sogut als für nichts abgetreten, und dieser dann anLord Bristol für 06,000. Livr. verkauft halte.(Beyde waren Schüler von Mengs). Wie derProzeß ausfiel, wird nicht gesagt. (S. Abhandl.des Tnriner-Professors Vassali-Eaudi, auf derdortigen subalpinischen Akademie verlesen, sx oweiner Künstlerin, Sophie le Clerk, Mitglieds derAkademie der Schönen Künste von St. Lueas zuRom, und correspondirenden Mitglieds derjenige»der Wissenschaften und Künste zu Turin, die sicheben damals zu Rom befunden hatte). Eine Uebel-setzung des Aufsatzes von Vassali-Eaudi s. in denArcü. lilter. 1806. 'Xo. 26. dann aber eine ganzandre, wohl weit gründlichere Erzählung diesesVorfalls von Hirt, im Tübing. Morgenhl. iLc>L-
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