Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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wüthig von sich warf. Sein Eigenes dann warbesonders eine Schönheit, Anmuth und Empfin-dung fast ohne Gleichen. So in jenen oben au-togenen Geschichten der H. Jungfrau, wo ihreGesichtsbildungen für vereinigte Würde und Be-scheidenheit ganz raphaelisch sind — und dieserihr Hauptcharakter denn doch wieder in der ver-ständigsten Mannigfaltigkeit erscheint: Hier beyihrer Verlobung; dort wo sie mit Erstaunen Si-meons Prophezeyung vernimmt; oder von ihremqroßcu Geheimniß durchdrungen die morgenlandi-schen Weisen empfängt; oder zwischen Schmerzund Freude ihren Sohn im Tempel befragt. Ebenso haben auch die übrigen Figuren jede ihren an-gemessenen Charakter und Schönheit; Köpfe,welche zu leben — Blicke und Gebebrden, welcheAntwort zu fodern scheinen — eine Mannigfaltig-keit und Wahrheit von Ideen, Affekten, Beklei-dungen u. s. f. Alles, wie man denken sollte,ganz unstudirt, bloß aus der Natur geholt, undso daß es eben so sehr auf den ersten Anblickfesselt, als es die genaueste theilweise Untersuchungverträgt, und daß man endlich kaum mehr davonscheiden kann. Wenig verschieden von diesem dann,nur etwas mühesamer, war das, was er in späternLagen zu Mailand malte. So seine GeisselungChristi bey St. Giorgio. Wo ist der Erlöser jeliebenswürdiger, ergebener duldend, Mitleid er-regender abgebildet worden? So in seinen Ka-binetstücken im Hause Lihda u. a. Dabey arbeiteteer, wenigstens al Fresco, eben nicht sehr geschwind.So z. B. kostete ihn seine Dornenkrönung im Col-legio St. Sepolcro 38 . Lage, und noch 11. einenseiner Schüler, und wurde er dafür mit n 5 .- Mailander-Lire bezahlt. Etlicher Gehülfen be-diente er sich im Chöre zu Sarono, im größernKloster zu Mailand, und in mehrern Kirchen am!ago Maggiore, zu Lugano u. s. f was Alles ebennicht zu seinem Bcßten gehörte. Noch nennt Fio-rillo (ll. 4 o 3 .) eine Anbetung der Könige in derKirche des H. Eustorgio zu Mailand als einesseiner Meisterstücke. Im Museum zu Paris befin-det sich von ihm eine H. Familie mit fast lebens-großen Figuren auf Holz, welche in LandonsAnnalen VI. 7v—72. im Umriß abgebildet, undbeschrieben ist, wie folgt: »Das Ganze hat überausgroße Aehnlichkeit mit da Vinci. Im Ausdruckeherrscht viel Feinheit; die Zeichnung ist rein, nurwäre dem Kopf des Josephs eine männlichereForm, und ein bestimmterer Ausdruck zu wünschen.Das Colorit hat zwar einige nicht sehr natürlicheTöne, ist aber im Ganzen harmonisch und kraftvoll.Die Ausarbeitung ist sehr fleiffig, in einzelnenTheilen vielleicht zu gelöckt; eben so wie bisweilenLeonardo's. Die Farben der Gewänder würdengroße Coloristen wohl nicht ganz so gewählt haben,wie sie hier sind. Die Leinwand um die Köpfeder Maria und St. Anna ist durchsichtig." Auchder oben erwähnte kleine Johannes mit dem Lamm(s I. c.) scheint aus dem Ambrosianum zu Mai-land nach Paris gewandert zu seyn.

* Luini (Evangelist«), wie es scheint, Ber-nardins jüngerer Sohn, lebte um i 584 . Vonihm rühmt Lomazzo, daß er zwar in allen Theilender Malerey geschickt war, sich aber besondersdurch seine schönen Festons und andere sinnreicheund kapriziöse Zierathen berühmt gemacht habe.

— — (Peter). So wird bisweilen auchder Peter Gnocchi des Lex. genannt.

* — — (Thomas). Lanzi I. 488. nenntihn den letzten Nachahmer des Carravaggio. AmHetzten arbeitete er in Rom nach den Kartons seinesMeisters Sacchi. So z. B. in St. Maria inVia. Seinen Beynamen Carravaggino erwarber sich übrigens auch durch seinen grillenhaften,streitsüchtigen Charakter. Fiorillo 1 . 188.

Luining oder Luning (Andreas). Soheißt im Katalog von Brandes, und auch anders-wo, ein deutscher Kupferstecher, von welchem dort

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5 , kleine Blatter Arabesken für Goldschmiede (miti 58 g. datirt) angeführt sind.

Luis ( ). So nennt Fiorillo IV. 62.

ohne Weiteres, einen alten spanischen Glasmaler,der in is22. im Kloster St. Maria de Naxeragearbeitet habe.

— — de Valdivieso ( ). Und so

Ebenders. I V. iZg. einen andern, der gegen Enddes XVI. Jahrhunderts eine große Fertigkeit besaß,die sogenannten Sargas-Tapeten zu malen, zuSevilla lebte, und von Pacheco rühmlich erwähntwird. Von diesen Sargas-Tapeten, die, mit Was-serfarben gepinselt, zur Verzierung der Zimmergebraucht wurden, und als ein einträglicher Han-delszweig besonders nach Amerika giengen, s.ebendas. S. 94. Not. x.

Luksm 0 „ ( ). So heißt in Brandes

Katalog ein sonst unbekannter Künstler, nach wel-chem Wagner zu Venedig eine schöne Landschaft(im Vorgrunde ein Schiff) gestochen hat.

Lul'kel (F.). Und so ein Kupferstecher, vonwelchem uns erst der Italiener Gandellini beleh-ren muß, daß derselbe die Blätter zu I. C.Schaeffers in 1769. zu Regensburg erschienener:I8SA0A6 in Uotanic. expeäitiorem gestochenhabe.

* Lumage (Bartholome). Andere nennen ihnMarc Anton.

Lunaud ( ). Unter diesem Namen

kennt man Kupferstiche, welche die vier Jahrs-zeiten vorstellen.

Lund (Jens Petersen), Königl. DänischerLandschaftmalcr, Mitglied der Akademien zu Flo-renz und Kopenhagen 1776. Er arbeitete mitWasserfarben, und ahmte vorzüglich Vernet nach.Hennings S. 124.

* Lundberg oder Lungbeck ( ).

Mit dem letzten, Namen benennt ihn F'iorillo III.296. lebre noch 1778. im 83 . Jahre seines Alters,und arbeitete ohne zu zittern, und ohne die Brillezu gebrauchen Man beschuldigt ihn, daß er sichzu Pastellgemälden schlechter Farben bedient habe,daher solche von keiner langen Dauer seyn könnten.Gestochen nach ihm haben: Gilberg das Bildnißdes Erzbischofes von Upsal, S. Troilus; und P.E. Moitte diejenigen von Clacs Grill und dessenGattin. Mrc.

Lunder (Gabriel), ein Norweger, hielt sicheine geraume Zeit zu Nürnberg auf Dort ver-fertigte er um 1760. eine gute Schaumünze aufden Theolog Johann Mayer. Sammlung be-rühmter Medailleurs 292.

L»nebourg( ). So heißt irgendwoein Künstler, nach welchem P. E. Moitte 1771.das Bildniß des Königes Stanislas in Polen undHerzogs von Lothringen gestochen hak. Ob ernicht mit obigem Lundberg Eine Person seyndürfte?

* Lungbeck, s. oben Lundberg.

* Lunghi (Anton) st. 1767. Derselbe ar-beitete in mehrern Gegenden von Italien, zu Ve-nedig, zu Rom, und im Königreich Neapel, undkehrte erst in seinem Alter nach seiner VaterstadtBologna zurück. Dort sieht man von ihm in St.Bartholomäo eine H. Rita, von welcher LanziII. 2. 178. Gutes spricht.

* — — (Honorius und Martin), Vater undSohn, welche im Lex. unter zwey Artikeln erschei-nen. Einige von ihren Kirchen und Pallästen sindin Kupfer gestochen. So z. B nach dem Vater(Martin) der Pallast Ccci (s. b. Ceri) i 586 .und nach dem Sohn (Honorius) die Ki'chSSt. Maria kiberatrice, beyde zu Rom. Vondem Vater, Martin, beschreibt Milizia (Lll.

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