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die fast durchgängig nach Aussen gekehrten Kniee,b,e Sentimentalität die das Ganze athmete, so wiedie der Malcrcy mehr zugehörige pyramidalförmigeGruppirung, und die zu erhaben gehaltene Iriszeigten, daß der Künstler noch nicht genug in denGeist der Antiken eingedrungen ist, die in dieserHinsicht ewig unsre Muster bleiben müßen, DochJugend, Talent, Fleiß, und Italiens bildenderHimmel werden ihn gewiß bald an der Hand desformkundigen, sinnvollen Alterthums auf den wahrenWeg des Vortreflichen führen." Irgendwo wirdmich Er, gleich seinem nachfolgenden Bruder Frie-derich, als einer der beßten Zeichner für BeckersUugustaum genannt.
Matthäi (Friedrich), ein deutscherGeschichts-maler, gebürtig aus Dresden (wohl des nachfol-genden 'Joh. Gortlobs älterer Sohn), wurde in1796. zum Penstonnair der dortigen Akademie imFache der Geschichtsmalerey aufgenommen (s. Hof-und Sraarskal.) und erregte schon frühe in seinemGeburtslande , dann zu Wien (unter Füger) vieleAufmerksamkeit. So fand man z. B. seine Copiedes H. Sebastian nach G. Reni, welche er vondort für den Dresdner-Salon i8ov. eingesandthatte, vortreflich gerathen, und bedauerte nur, daßes ihm nicht gefallen, eine eigne Composition auf-zustellen. Deutsch. Lunftbl. 8°. I. 2. 45 » Nochmehr Beyfall erhielt sein lebensgroßes Bild vonCastor und Pollux, auf dem Salon zu Berlin,ebenfalls 1800. und seither im Besitze des dama-ligen dortigen spanischen Gesandten, d'Anadia.Äe Zeitschrift: Lerlin II. 5 . ioZ. io 5 —b. nenntes eine in gefälligem Styl? doch zu unsicher undcharakterlos gezeichnete — schöne Gruppe, anderman jedoch wieder tadelte, daß von beyden Figu-ren ein Bein verborgen sey. Dafür verdiene dieBehandlung der Farben und dir gute Harmo-nie derselben vorzügliches Lob. Das Licht fallevon Oben, gleich einem Strom auf die Figuren,und sey ganz idealisch gedacht. Spaiherhin gingdieser Künstler nach Florenz, wo er i8oZ. den erstenPreiß im historischen Fache, und dadurch die Ehren-Mitgliedschast bey der dortigen Akademie erhielt, undsolche (wie es irgendwo heißt «nichtohne Kampf")errungen hatte. Auf dem Dresdner-Salon i 8 o 5 .sah man von ihm eine Sündfluth-Scene NachGeßners bekannter Dichtung von Semin und Se-mira, ein Werk, das Aller Augen vorzüglich aufsich zog. Composition, Zeichnung, Drapperie,und ein Colorit, das sich mehr der alten floren-tinilchen, als der üppigen lombardifchen Schulenäherte, gefielen gleich daran, selbst den Kennern.Einzig tadelten diese den Ausdruck und die Beleuch-tung, welche eher auf eine überstandene, als aufdie bevorstehende Todesgefahr hinzudeuten schienen.Irgendwo wurde etwas Härte daran gerüget, was— wieder anderswo Widerlegung fand. Ebenfallsgetheilt noch war Der Beyfall, den bey der Aus-stellung des 1 .1807. ein historisches Bild von ihm,(Orestes, der den Egistus ermordet, nach So-phocles), halbe Lebensgröße erhielt, das die Eintenwohl componirt, fleißig ausgeführt, voll Ausdrucks,und mit richtiger Beobachtung des Cöstums darge-stellt fanden, von dem es dann aber anderwerts(Tüb. Morgenbl. 1807. 401.) hieß: » Das Bildist in Rücksicht der Farbengebung, Zeichnung undDrapperie mit lobenswerthem Fleiß ausgeführt;allein es läßt den Beschauer zu kalt, wie das meistbey jeder Behandlung anriker Stoffe der Fall ist."Und ebenfalls von seinem dort ausgestellten lebens-großen Bildnisse des Barons von Schubarr (däni-schen Residenten in Italien) und dessen Gemahlin:»Es ist sehr ausdrucksvoll gemalt; aber, daß dieweibliche Figur am Arme der männlichen mühsamemporsteigt, erzeugt eine allen Beschauenden widrigekarrikak.'ricte Stellung." l- c. 422. Endlich er-schien dieser Künstler auf dem Dresdner-Salon von1808 Vörderst mit einer Scizze in Oel: Castor undPollux, die dem Orest erscheinen und ihm seinSchicksal verkündigen. Von diesem Bilde heißt esim Freymürhigen (1808. S. 4 so.): „ Ob sich der
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Gegenstand zur Darstellung eigne, da, ungesehnden übrigen Anwesenden, die Göttergestalten nurdem Orest sichtbar seyn sollen, dürfte sich wohlFragen lassen Indeß ist die Anordnung der Figurenverständig; nur die zwey übereinander liegendendes Vordergrundes machen einen zu unangenehmenEindruck in ihrer Lage." »Vorzüglicher" (wirddann fortgefahren) »schien uns eine andre kleineZeichnung in Bister, Cleobis und Biton, welcheihre Mutter zum Tempel der Juno ziehn. DieGruppen um den Wagen sind dem Gegenstand an-gemessen, voll Bezugs, passend gestellt, ohne Un-ordnung, und das Sujet selbst sehr dankbar (?).Vortheilhaft endlich zeichnete sich (unter Copien nachitalienischen Meistern) Ebendesselben GrablegungChristi nach Raphael aus; treu, ohne falschenSchmuck, ist der göttliche Meister wiedergegeben;ernst, wie eine Stimme der Vorwclt, spricht dieLeinwand uns an, und wir bedauern es nickt, ausder Landeley der jetzigen Kunst in diese heiligenHallen geführt zu seyn." Günstiger noch werdendie zwey erstgenannten Bilder in Mensel'sArch. II. 4. beurtheilt, und besonders daserste für die große Wirkung des Ganzen gelobt.(Dort heißen alle drey: Oelgemälde). Dann istes eben dieser Künstler, von dem es in öffentlichenBlättern heißt: Daß in Beckers Augusteumdie von ihm gezeichneten Figuren den Styl undGeschmack der Antike am Beßten darstellen. Meu-sels Arch. I. 2. i 55 — 4. ti2.'—- ll.Z. 4. Eini-gen Nachrichten zufolge war unser Künstler schon ini 8 o 5 . nach Andern erst 1807. nach Hans gekehrt, undhatte z.B. die oben erwähnte Copie der Grablegungvon Raphael mitgebracht/welche sehrgerühmtwürde.
Matthäi (Johann Gottlob), Bildhauer zuDresden, und Inspektor des dortigen MengsischenGypskabinets, geb. zu Meißen 1762. Bey demHofmaler Dietrich erhielt et sechs Jahre lang Un-terricht im Zeichnen. Anfangs wollte cr sich zumMaler bilden; aber besondre Umstände veran-laßten, daß er zur Architektur bestimmt wurde,welcher er vier Jahre lang bey dem Hofmäurer-mcister Bormann sich widmete. Allein schon war-tete wieder ein neuer Beruf auf ihn, da er zumModellirer bey der Meißner-Porzellanfabrik bestelltwurde. Vorbereitet durch die Zeichenkunst, die ernunmehr seit ic». Jahren studirte, machte er indiesem dritten Fach, unter Anleitung des Modell-Meisters Acier desto geschwindere und sicherere Fort-schritte. Er war vier Jahre dort gestanden, alsersetzt Erlaubniß erhielt seinen Aufenthalt in Dres-den zu nehmen, um dort nach den vorzüglichstenAntiken für die — Fabrik zu arbeiten, und durchseine eignen Erfindungen zu nützen. Von ihmkannte man schon um 1789. viele Basreliefs undAnderes. So z. B. unter seinen Copien nach denAlten, einen Laokoon und Alexander; dann zweyBasreliefs nach — Gemälden von P. Battoni: Diebekannte Magdalena und einen Johannes, in einervon ihm selbst erfundenen Masse. Im englischenPavillon z» Pillnitz sah man von ihm ebenfallsverschiedene Basreliefs nach dem Herkulanum;ferners mehrere Büsten nach eigner Erfindung zumVerkauf; wie z-B-Tycho Brahe, Newton, Leibnitz,u. a. Reller und Mensel II. Ob es nun dieser,oder der obige Friedrich, oder endlich noch einandrer Matthäi sey, der in M e u se l s lsl. Mus.2<i8. Schüler von Casanova heißt, und auf demDredner-Kunstsalon von 1794. noch als Malererschien, ist uns unbekannt. Dort wird nämlichvon einem solchen die Eroberung von Fidenä, einehistorische Scizze in Vistre gezeichnet, angeführt,und alSdann darüber cnicht eben sonnenklar) gcur-theilt, wie folgt: »Viel bcssr componirt als ge-zeichnet.^ H. Marrhäi kann zufrieden seyn, wenner in spätern reifern Jahren dieses Sujet richtigergezeichnet (zeichnet) und besser componirt. Indiesen Gedanken wird man gestärkt, wenn manseinen Johannes in Lebensgröße, ganze Figur inOel, und seine Acte betrachtet; und man ist mitdem ehrlichen G. Lairesse der Meynung, daß doch