Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
803
JPEG-Download
 

Maulbersch.

»Maulbersch, s. (zwar irrig) Maubbert.

Maulgnier de O.uerville ( ). So

heißt irgendwo, ohne Weiteres, ein um 1760.lebender französischer Baumeister.

Maurer.

8oz

1

S. (zwar irrig) Maubbert.

*Maulpersch

* Maulperz

Maundrel ( ). Ein solcher hat, Dal-

larvayl. i 5 o. zufolge, über die Baukunstgefchrieben(etwa die dort S> 149. angezogenen kevues cri-tigues äss Katimens etc. 8°. 7Z6?) und vergliechz. B- die von Andern sehr getadelte Kirche St. Paulin Conventgarten zu London in ihren Dimmenstonenmit dem schönsten Tempel von Balbec.

* Maupain (Paul). Einige schreiben auchMaupin. Wohl nicht ohne Grund vermuthenwir, daß der im Lex. ihm zugeeignete Plan derStadt Rom vielmehr dem Baumeister SimonMaupin zugehöre.

Mavol ( ). So heißt ein Kupferstecher

zu Paris, der um 1802. für Destennes Ltuclcsli'Lrbres in Kreidenmanier arbeitete. iVor-v. ÜLLII. 17.

*Mauperche (Heinrich), Maler und Kupfer-ätzer, geb. zu Paris 1606. und daselbst gest. 1686.Kasan (Lü. ssc.) giebt ihm, bey demselben Todes-jahr, 84 > Jahre. Man weiß nicht gewiß, ob erin Italien gelebt habe, was aber sehr wahrschein-lich ist. Sein Styl im Malen und Etzen hatteÄhnlichkeit mit dem von Hermann Swanevclt, nachdem er, so wie auch nach eigener Erfindung, meh-rere Landschaften gab, von welchen theils RostVU. 121—72. theils ein Verzeichnis meines sei.Vaters an die 3 o. Blätter anführt, welche ver-schiedene, gewöhnlich mit biblischen Figuren staffirtekleine Folgen ausmachen; wie z. B.6. die Geschichteder H. Jungfrau, bis und mit der Flucht in Egyp-ten; 6 andre die Geschichte des Tobias; wieder 8.die des verlorenen Sohns; dann eines mit derFabel von Marsias. Ferner les Zarüins cle I^ian-court» alle dies nach eigner Erfindung; und end-lich eben nach Swanevelt eine Folge von 12. Bl. inQuerquarto.

Mauperin ( ), ein Maler zu Paris,

nach welchem man ein von le Villain 1767. ge-stochenes Bildniß des Civillieutenants im ChateletI. F. du Four de Villeneuve kennt. Dann einen178». gedruckten Katalog von dessen Kunstkabinet.Ob er noch derselbe sey, der im Hllnanack äesLeaux-Hl-ts von 180Z. unter den damals in Parislebenden Bildnißmalern erscheint, ist uns unbekannt.

, * Maupin (Simon). Gandellini giebt ihmden Taufnamen Sann'. S. ferner oben im Art.Maupain die Anmerkung am Schlüsse.

Maurer (Carl Friedrich), ein Kunstschreineczu Augsburg, gebürtig von Dresden; lernte beyEmanuel Eichel. Er verfertigte um 1770. ein kost-bares Mundservice von Perlenmutter, mit gefärbtemBlumenwerke von Gold eingelegt, welches alleBewunderung verdiente, und in Besitz der Kaiserinvon Rußland gekommen ist. von Stenen S. 118.Seit 1789. wo Mensel II. ihn unter den Lebendennennt, haben wir nichts mehr von ihm vernommen.

» — — (Christoph), der im Lex. unter demArt. seines Vaters Josias erscheint, Maler, Ku-pferstecher und Formschneider. Die Anfangsgründeder Kunst lernte er von diesem. Um aber sein west-liches Talent besser auszubilden, gieng er nachEtraßburg zu Tobias Stimmer. Der Fleiß desSchülers, und der treue Unterricht des Meistersbrachten in wenigen Jahren ihn so weit, daß man,ohne Bcysctzung ihrer Namen, ihre Arbeiten nicht?u unterscheiden wußte. Seine früheste Arbeitscheinen seine Holzschnitte zu Reusner's Lon-trafacrurbuch (10Z. Bildnisse) nach Stimmcr's,rum Theil auch nach Holbeins Zeichnung (8°. Stras-

burg 687.) gewesen zu seyn. Gemeinschaftlichgaben sein Meister und er verschiedene schöne Werkeans Licht, unter welchen sich Folgendes auszeich-net: Rünstliche, rvohlgenssene /iguren undAbbildungen etlicher jagdbaren Thiere u. s. f.mit deutschen Reimen (Holzschnitt). Strasb 6 o 5 .Zehen Blätter (von 68.) tragen sein unzweydeutigesMonogramm. Dann kennt man unter seinem be-sondern Namen: Historische Vorstellungen überdie ganze Bibel (Holzschnitt) — LmblematainiscsUsnea Nova (/so. Bl. geetzt) — Verschie-dene Darstellungen von: Gerichsverfahren inbürgerlichen und Criminal-Vorfallen (20. Bl ).Erfindung, Zeichnung und Ausführung in allen die-sen Arbeiten sind gleich zu beloben. Nachdem ersich durch seine Fähigkeiten ausser seinem Vater-land bereits vielen .Ruhm erworben, kam er zu-rück , und vermehrte diesen Ruf noch durch eineMenge Bildnisse, die er mit sprechender Aehnlich-keit in Oel malte. Dann verzierte er ebenfalls,im Geschmacke seines Meisters Stimmer, vieleAussenseiten der Häuser mit al Fresco's, welchebiblische, römische und vaterländische Geschichtenvorstellen — legte die ganze Schweiz in Grund,und fügte die merkwürdigsten Ereignisse ihres Ur-sprungs als Verzierung bey — verfertigte eineMenge Zeichnungen für verschiedene Handwerke —malte schöne Fensterscheiben, und schrieb endlich —was er unterlassen konnte — in Form einer — Co-mödie in Versen: von den Drangsalen derChristlich Edessenischen Airchen ,9, Mesopo-tamien unter dem Arrianischen Baiser Va-lente, u. A. Als Mitglied des Großen Rathsseiner Vaterstadt bekleidete er das Statsökonomatzu Winterthur, und starb daselbst 16,4. Die oben-erwähnten Emblemate (eine seiner schönsten Arbei-ten» erschienen erst nach seinem Tode (Zürch 1622.).Gestochen nach ihm haben C. u. Th. Meyer dieBildnisse der Bürgermeister Keller undThomann,und Rudolph Hospinians. Füßlil.68—71. Rost1.219—71. und Seine Monogramme findensich auch bey Rost 1 . c.

Maurer (Heinrich), Maler, eines Zürcher -Landgeistlichen Sohn, geb. zu Bülach im dortigenKanton 1774. Ein vorzüglicher Hang für die bil-dende Kunst, bestimmte ihn frühe für dieselbe.Von seinem Fünfzehnten an erhielt er darin Un-terricht von dem geschickten Landschafter I. C. Hu-ber, bey welchem er vier Jahre verblieb, und sichvon nun an derselben Kunstgattung widmete. In1796. ging er über München nach Dresden. Anersterm Orte war es der menschenfreundliche Gale-rie-Inspektor Dillis, dessen mündlichen und schrift-lichen Belehrungen über die Fortsetzung seiner Stu-dien er eben so viel wie nachwerts in Dresden demUmgang mit Wehle, einem Schüler vonKlengel,am meisten, und letzterm besonders den grcßenNutzen verdankte, daß er noch zur rechten Stundevor der unheilbaren Manier der Zinkischen Schuleverwahrt blieb, und dafür die edeln Formen inder Natur, und die Wahrheit vornehmlich in Ruys-dael kennen, lieben, wählen und nachbilden lernte.So verstrichen anderthalb Jahre in thätigem Fleiß;„und", sagt der edle bescheidene Künstler selbst ineinem mir gefällig mitgetheilten Aufsätze), „ glaub'ich, nur zu viel ganze Bilder copirt, und nichtgenug einzelne Theile in den beßten derselben stu-virt zu haben." Noch mehr bedauerte er, daß er durchverschiedene Gründe (hauptsächlich wegen Mangelan der nöthigen Vorbereitung) sich abhalten ließ,die Akademie zu besuchen, und dafür bloß beyeinem seiner Landsleuthe, Graenicher, im Figu-renzeichnen flüchtigen Unterricht nahm. In 1801.kehrte er wieder nach seinem Vaterland zurück,dessen hohe Naturschönheiten nun forthin sein ein-ziges Studium waren und blieben. Jetzt fing eran, in verschiedenen Manieren in Oel und Goua-che, bisweilen unmittelbar nach der Natur zu ma-len. Don Müller aus Riga, wieder einem Schü-ler von Kiengel, der vor etlichen Jahren durchdie Schweiz ging, lernte er, neben Andrem, eine

Kkkkk 2