Mazzoli.
doch im Gallon weit kühner, als die des letztem.Die beßte Litteratur von an die 7». der seinigenfindet sich bey winkler (s. v. der
besonders eine Verlobung der H. Catharina eingraziöses, einen Christ von Joseph und den H.Weibern beweint, einen Marsyas, Saturn undPhyliro, die Vestale Tuccia schöne, und den Dio-genes vor seinem Fasse ein seltenes (Brandes:Ein Capitalblatt in dieser Gattung) nennt; so wiehinwieder nach Füßl, II. 91. u. 101. nebst dem letzt-genannten, ein Moses all« Staccata, Joseph mitPotiphars Weib, eine Anbetung der Hirten, eineAuferstehung, und ein ruhender Hirte, zu dem Vor-züglichsten gehört. Ungefehr 3 o. theils von denschon genannten, theils andre, empfiehlt Bost I. c.den Liebhabern, und bemerkt von einem derselben:Moses im Fenerbusche, daß solches, seiner rohenBehandlung nach, eine von Francesco'« erstenEtzarbeiten seyn dürfte. Nicht zu übersehen istnoch das bey Wmklern genannte Vildniß vonAretin. Eben so vorzüglich reichest der Katalogdieses letztem an Helldunkel-Blattern von odernach unserm Künstler, deren er an die Zo. zahltund beschreibt. Eines derselben (eine Madonnaauf dem Throne, das Kind in ihren Armen) wäredenn doch ausdrücklich mit: ?srrne§iano se«. un-terzeichnet. Ein anderes (ein Wallfahrter undeine Wallfahrten«,) mit Bloemaert. Ein drittes(der siegende Jason) mit A. Andrem«. Ein viertessehr schönes, mit Weiß erhöht (eine große H. Fa-milie mit mehrern HH. beyderley Geschlechts) mitNicl. Vicentinus (Roßigliani). Ein fünftes (wiederobiger Diogenes) mit: krsnciscrm karmen. undHuZo äa c-rrpi signirt, heißt ein Capitalbiatt vonbeyden. Ein sechstes sehr seltenes endlich (Circe,welche die Gefährten des Ulysses zum Lrunk einlädt)wird A. von Trento zugeschrieben, so wie ein siebentes,(die Sybille, welche dem Kaiser Constantin die
H. Jungfrau in den Wolken zeigt), wieder Hugoda Carpi, und ein achtes (Saturn oder die Zeit),Ebendemselben, oder Andrem« oder da Trento.Alle übrigen sind ebenfalls ohne Namen, und ganzungewiß; und werden noch unter denselben zweyjunge Sybillen sehr schön geheißen. Hierauf folgtbey winkler, verbunden mit Brandes, einedritte Rubrik: Der Blätter nach Parmesans, vonaltern Meistern C. Alet, F. Bist, C. Bloemaert,
I. Bolognese, F. Bricci, I. Buonasone, I. Ca-raglio, C. Cort, R. Custos, L. Daven, Alex.Ghandini, L. Kilian, E. Kirkal, Mantuano, I.B. del Moro, G. Ren!, M. Rota, E. u. I. Sa-deler, I. Termini, W. Vaillant, E. Dicus, C.Visscher und L. Vorstermann; von denen besonderszwey junge Madonnen, von Guido geätzt, schön undselten, eine H. Familie von E. Sadeler, eine Pasto-rale mit zwey nackten Figuren von L. Vorstermannschön gestochen, und eine Verlobung der H. Catharinavon E- Kirkal, so wie eine Madonna mit dem Kindevon Vaillant schön geschabt heißen. Dann folgenein Duzend Blatter, alle von H. van der Borcht,und 22. von W. Hollar geatzt, unter welchen fünfEoldatenköpfe mit Helmen von diesem letztem eineköstliche Arbeit sind. Endlich folgen 17. Bl. vonneuern Meistern: M. Aubert, D-Cunego, L.Des-places, B. l'Epicis, C. H. Hodges, F. A.Lorenzini, te Mire, S- -Mulinari, C. Philipps,F. de Poilly, E. Rousselet, I. Smith, P. Tanje,J-L. Teucher, C. Tinti, I. Traballesi, von welchendann Füßl, l. 0. 91—101. den Gesetzgeber Mosesall« Steccata von Cunego, Venus und Amor vonDesplaces, Saturn und Phyliris von l'Epicis,die Verlobung derH. Catharina von Tinti gestochen,eine H. Familie von Philipps aus der Galerie Trevor,
Mazzoli. Zu
und eine Grablegung Christi von Hodges aus derGalerie Hougthon geschabt, und neben diesen:Wieder eine H. Familie von Bartolozzi gestochen;eine andre in punktirrer Manier von Rosaspina;eine dritte von Ebendemselben (Madonna, dasKind, St. Margarerha u. a. Heilige) für's XX.Heft des Musee Frangois; eben dieselbe (sie standehemals im Nonnenkloster St. Margaretha zu Bo-logna, jetzt zu Paris) findet sich bey Lands» Ann.V. 55 — 56 . meisterhaft beschrieben und im Umrisse;eine vierte von B. Roffi; eine fünfte (allerliebste,die Kinder Jesus und Johannes herzen sich: ausder ehemaligen Galerie zu Versailles (nur 14" hoch,und 6/2" breit) bey Landon I. c. I. 170. im Um-risse; endlich die Madonna del Collo longo (jawohl !) i. c. v. 74> Dann eine Mnehmung vomKreuz, und eine Grabtragung von A. Barksch,nach Handzeichnungen unsers Künstlers, und end-lich — warum nicht? sein Liebchen (parme^isniKmica) aus der Königl. Neapolitanischen Galerie,von Strange gestochen. Endlich bemerken wir nochdie seltsame Kunstanekdote r Daß diejenigen Zeich-nungen, welche ihm, der Geschichte zufolge, inBologna von Anton da Trento, dem er solche zumStechen geliehen, entwendet worden, erst nach.zwey Jahrhunderten von dem venetianischen GrafenAnron Mavm Zanett, in der Sammlung desGrafen Thomas Arundel zu London (100. Bl.)wieder gefunden, von dem erster» erstanden, undzurück nach Italien gebracht wurden. Der Kunstliebende Zänetri bemüheke sich sodann, die unbe-kannt gewordene Manier, Holzschnitte mit ver-schiedenen Farben zu drucken, wieder zu entdecken,und es glückte ihm, eine Sammlung von 100. derkleinern jener Blatter theils in erwähnter Manier,theils sonst geatzt und gestochen bekannt zu machen.Dieselbe erschien unter dem Titel: DiversarnniIccmum, gusc olim non exiAua kusrunt orna-msnta Krunäelianse Lollectionig, guasgue exautoZrapkis sckellm
etc. clepromslt et monocliromato8 t^yis vnl-Aktvit M. 8eries prima et secuncla.
zu Venedig 174Z. in Kl. Folio und ist sehr seltengeworden. Die Arbeit der Blätter selbst war theilsvon Janetti selbst, theils von seinem Neffen gleichenNamens, und endlich von Faldoni gefertigt worden.Neben derselben giebt es noch zwey andre, dieeine wenigstens nach einem Theil eben auch derZanettischen Sammlung , welche zur Aufschriftführt r Varü lll tratti
ilslla kaccolta iucisa in rarns cia
2 ^nt. ^4r/äo«r Venet. 1786. kol. Fiorillo 1. c.549 - 50 .
* MaZZoli (Hannibal), Maler von Siena,Josephs des älrern, Bildhauers, Bruder, dessendas Lex. iitt Art. dieses letzten, mit zwey WortenErwähnung thut, war, nach Lang, 1.540. einbelebter Frescante, übrigens von sehr mittelmäßi-gem Verdienst, der aber — warum nicht? —dennoch alle Hand' voll zu thun hatte, nach Rontgieng, und in 1742. in hohem Alter verstorben war.
* — — (Hieronymus), Franzei, Vater,oder gar, nach Affo, dessen älterer Bruder,arbeitete nach Lanz, ll. 025. schon vor 1520. mitdemselben, und lebte noch um i 58 o. was freylichmit seinem im Lex. angegebenen Todesjahr 1542.in'nan,haften, Widerspruch steht. Wir trauen abereher den, letzter». Im Verfolg müßen Franz undHierönMus sich enkzweyet haben, da erstrerFremde zu seinen Erben einsetzte. Auch dieserKünstler verdiente seines starken Zmpasto's, undüberhaupt wegen seines Colorits, das wenige seines
") Um wenigstens das Verreichniß derjenigen Künstler, welche nach dem lieblichen Parmesan gestochen oder ge-schabt haben, möglichst zu vervollständigen, setzen wir aus verschiedenen zerstreuten Quellen noch über zo. obennicht erschienene Meister bey. Es sind: Eher. Alberti, Beatricetto, S. Volswerth, B. Boffi, A. Carenzarius,H. Carracci, Coelemans, B- Coriolan, M« A. Corsi, F. Cnrti, D. M. Fontana, G. HaMilton ex«, A.Lorenzini, I. Maplvr, E.Mvliuari, T. Mnvlor, I. de Parma, B. Picarr, A. Pond, Th. Prcstel, C. Rvpersexc. A. Schiavone, I. I. dal Sole, P. van Somer, F. van Steen, Ph. Thomaffin, D. Tibaldi, B. und M. Ä.Torbido, 2. C.Venenti, J.Viani, und S.Vouillement. Heinecke (wee geaersle s>.) sagt, das Werk von Par-mesan , d. h. Alles von und »ach ihm Gestochene, sey unter allen aus der italienischen Schule das Gesuchteste,nud noch seltener als Marc Antons. Die Galerie von Dresden besitze solches in zwey ganzen Bande».
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