Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Mcssis.

* Messis (Quintin). Carl van Mandererzählt: Man habe dem zwanzigjährigen Jünglingwährend einer tödclichen Krankheit den Holzschnitteines Heiligen gebracht, den er nach seiner Genesungabgezeichnet; und dieß sey seine erste Kunstübunggewesen. Uns scheint übrigens aus seiner Grab-schrlft: Lonnubialis amor cis iVlulcnbrs fseitgellem denn doch eher zu erhellen, daß die Liebe,und nicht eine Krankheit ihn zum Künstler geschaffenhabe. Neben Anderm schreibt man ihm aucheinen Medaillon auf Erasmus von Rotterdam zu.Franz Fickaerr hat seine Biographie 1648. zuAntwerpen aus Licht gestellt (zweifelhaft). SeineZeichnung (sagt von Männlich) ist richtig, einegetreue Nachahmung der Natur; die Behandlungfleißig, frey, gewöhnlich, scharf, und die Neben-dinge sowohl in der Farbe als in dem Fleiß derAusführung (im Geist seiner Zeit) der Haupsachenicht untergeordnet. In der Münchner-Galeriebefinden sich von ihm, nebst einer H. Familie, einMann und eine Frau, die sich mit Zahlen und Ab-wägen von Gold- und Silbersorten, und zweyWucherer, welche Geld zählen, und ihren Nutzenberechnen; beydes Halbfigurcn in Lebensgröße.Das Französische Museum besitzt von ihm: EinenSt. Peter, der (Apostelgesch. VIII.) zu Simon diebekannten Worte spricht: „Daß du verdammtseyest mit deinem Geld"! Bey Land on Annal.XIV. iLi—22. liest man, nebst einer Darstellungim Umrisse, eine Würdigung desselben, worinn esheißt: „Dieses Bild, worinn man ziemlich wahrenAusdruck, eine gewisse Lebhaftigkeitdes Tons, undsorgfältiges Detail findet, kündigt dann freylichübrigens durch den mesquinen Geschmack der Com-position , die ärmlichten Formen, die Unkunde vomHelldunkel, und die Trockenheit des Pinsels eineArbeit der ersten Zeit niederländischer Kunst an,wohingegen Rom, Florenz, und selbst Frankreichbereits so große Meisterstücke auszuweisen hatten."Nach ihm haben dann weiter gestochen: G- Roffisein Vildniß in der Galerie zu Florenz. Das Urbilddes Blatts tüs iVIisers (die Geizigen), hienächst,dessen das Lex. Erwähnung thut ( man sollte fastdenken, er haßte das Gold!), befindet sich in derKönigl. Sammlung zu Windsor, so wie überhaupt(nach Descamps) seine Arbeiten in England sehrbeliebt waren. Einen andern ähnlichen Gegenstandhat auch Prenner, wahrscheinlich aus der Galerievon Wien gestochen. Zrcwän. Er soll auch Form-schneider gewesen seyn, und wollen nämlich Einigevon ihm geistliche Blätter in Holzschnitt nach seinereignen Zeichnung kennen. S. oben auch ClurntinMarfis.

Meßmer oder Mesmer ( ). So

nennt eine unsrer Handschriften einen Kupferstecherzu Wien im letzten Viertheil des X VIIl. Jahrhun-derts; einen äusserst fleißigen, aber nicht sehr ta-lentvollen Schüler von Schmutzer, von dessen Ar-beiten aber uns nichts näheres bekannt ist, und vonwelchem gedachte Handschrift vermuthet, daß erspäterhin die Kunst' dürfte verlassen haben.

Meß»er (Franz) von Antholz in Tirol; stu-diere um 1784. in der K. K. Künstler-Akademie zuWien die Erzverschneidkuust.

* — — ( ). Nach ihm hat I. Schmutzer

das Bildniß Joseph's von Sonnenfels gestochen,und I. G. Hayd dasjenige von Paul Joseph vonRiegger in Schwarzkunst geschabt. .

" Mer oder Metensrs (Cornelius), auchCoriner genannt. Dieses letztre ist wohl ein Jr.thun,, welcher lediglich daher rührt, daß dieseralte, wenig bekannte altdeutsche oder niederländi-sche Kupferstecher alle zuverläßigen Blatter von ihmmit Lor. iVIst. bezeichnet hat, so daß es noch un-gewiß ist, von welchem eigentlichen Namen dieseWorte die Abkürzung seyn sollen. Woher das Lex.wissen will, daß er ein Neffe von Lkuintin Messisgewesen sey, ist uns unbekannt. Heinecfle dann(hs. hsachr. 5 og. z. B. wo er ihm die Pest nachRaphael zuschreibt) und Rost V. 70-72. ver-

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wechseln ihn irrig mit Lornel. Marsys, undeignen ihm theils Blätter, theils Monogrammatezu, welche diesem letzter«, oder vollends ganzAndern gehören. Achtzehn seiner Stiche giebt wohlBarrsch (IX. 90-97.) am richtigsten an; es sind:Der wunderbare Fischfang, nach Raphael; dieGerechtigkeit und Klugheit; die hinkenden Tänzer(12. Bl.); die vier Blinden, die einander in dieGrube führen; das Bettlermahl (dies mit 1629.bezeichnet), und der Bertlcrzank. Von den letzt-genannten fünfzehn Blättern hat man auch Copien,die mit I) VH. und idi 5 . signirt sind; endlich derjunge Trunkenbold.

Meragenes, Sohn und Mitarbeiter Lher-siphons oder Lrefiphons an dem berühmten Dia-nen-Tempel von Ephesus ( 55 o. L.). Eine aus-

führliche Beschreibung desselben, und zumal derMaschinen, deren sie sich bedienten, um die Säulenauf den Bauplatz zu bringen, nach Merageneseigener Angabe s. bey Milizia Lcl. tsrrr. I. ig—22.

Merayer ( ), ein mittelmäßiger Maler

zu Paris um 1700., bey welchem sich Anton Wa-tean einige Zeit aufhielt. 6'atii/oZr-e ckx. l/ 5 .

Mercalfe ( ). So hieß, nachAXrkpole

(p. iZij.) ein englischer Silberarbeiter zu den Zeitender Königin Elisabeth.

* Merelli oder Mirelli (Augustin). NachGandellini war sein erster Lehrer G. Feuantini,gen. Occhiale. Lanzl ll. 2. 107—68. wo er vonseiner Jugendzeit spricht, nennt ihn einen Künstlervon fruchtbarstem Genie. Architektur und Per-spcktiv waren freylich sein Hauptfach; indessen warer auch in Figuren nicht unbewandert; und Passersglaubt, daß er diesfalls bey den Carracci zur Schulegegangen sey. Im Erzbischöflichen Pallaste zuRaveuna, zu Parma und am Hofe zu Modena,war er den Freunden Denrone und Lolonna inbeyden Gattungen behalfen. Am End aber ergaber sich, aus Neigung, ganz der Perspektivmalcrey.Schon seine ersten diesfälligen Versuche rissen dasPublikum hin. Die Stärke, Gründlichkeit undWahrheit des Dentone fand man zwar nicht darin,aber dafür eine Schönheit und Grazie, daß manihn bald einen Guido in seinem Fache nannte. Mitganz originellem Geschmacke wußte er die sonstgewohnte Harten desselben zu mildern, seine Profilezu sänftigen, alles mit dem zartesten Colorit vor-zutragen, und in Blätterwerk, Cartouschen undArabesken, denen er Golddrücke gab, einen solchenStyl einzuführen, daß Alles die größte Lieblichkeitathmete. Eben so gut verstand er es, seine Ideenvon Ornamenten, je nach den Gebäuden zu wech-seln; andre für Kirchen, andre für Säle, andrefür Bühnen, jedes an der schicklichsten Stelle,keines zu gehäuft anzubringen, das,Ganze endlichin die schönste Harmonie zu vereinen, und so gleich-sam die bezauberten Palläste der Dichter darzustellen.Seine ersten Gefährten in seiner Kunst (nachdem ersich jetzt den eignen Flügeln anvertraut hatte) warenzwey seiner Mitschüler in seiner Gattung, Andr.Sighizzi und Joh. Paderna, und dann der Figuren-maler Ambrogio; drey wackere Künstler, aber dochmit einem solchen Collegen im Unebcnmaaß. FürIhn schien der einzige schon genannte Eolonnageschaffen zu seyn, der nach dem Tod seines Den-rone mit ihm einen Bund der Freundschaft schloß,welchen gleicher Geschmack, gleiches Interesse, undgegenseitige Achtung erzeugt hatte, 24. volle Jahredauerte, und sich erst mit Merelli's Hinscheidendigte. Zu Bologna legten sie die vortreflichstenProben ihrer Kunst ab; so z. B- in der Kapelle desRosenkranzes, und im Saale der Grafen Caprara.In den Paüästen Bentivoglio und Papoli arbeiteteer allein; andremale Gouachebilder, mit seinemSohn Joseph Maria, wo dieser die Figuren un-bedeutend genug malte; dann wieder gemeinschaft-lich mit seinem Freunde, in verschiedenen StädtenItaliens, zu Modena, Florenz, Genua für den

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