Toledo.
kann, so macht der Hauptmann Juan de To-ledo auf den Namen des Spanischen Bourguig-non gerechte Ansprüche". Als er bey seinemVater Miguel kaum einige Fortschritte gemachthatte, mußte er als Soldat nach Italien gehn.Hier hielt er sich so tapfer, daß er bald eben Haupt-mann bey der Reuterey wurde, verlies aber ausLiebe zur Malerey diese ruhmvolle Bahn, undlegte sich auf das Studium der Werke des Mi-chel Angelo Cerquozzi (genannt M. A. dalle Ba-taglie) zu Rom, mit dem er innige Freundschaftschloß. Nach seiner Rückkehr in Granada malteer für Privatpersonen Marsche, Schlachten, Schar-mützel und einige Seesiücke, die ihm einen gro-ßen Namen machten. Auch unternahm er heiligeHistorien für verschiedne Kirchen, vorzüglich fürdie Kirche des heil. Franziscus, und eine Him-melfahrt der Madonna, ein wahres Meisterstück,das nach Murcia kam. Um den Hof zu sehen,reiste er nach Madrid, wo er in Alcala de He-nares und Talavera de la Reyna ebenfalls hei-lige Gegenstände malte, und dort starb. Unerach-let seine Historien viele Vorzüge haben, so kom-men sie doch seinen Schlachten Nicht gleich, wor-unter eine, bey Lepanto, die größte Bewunderungverdient".
* Toledo (Johann Daptista), der von Pa-lomino, velasco, Grlandi, und nach denselbenauch vom Lex. mit Joh. Baptist» Monnegroverwechselt wird. Der Unsrige, geb. zu Toledo,lernte die Baukunst in Italien, und gieng nachNeapel, wohin ihn Don Pedro de Toledo, Mar-quis von Villafranca, der daselbst vom I. i5Z2.bis i 553 . Vicekönig war, gerufen hatte. Er legtefür denselben viele große Platze und Straßen,unter andern die noch jetzt so genannte Stradadi Toledo an, und wurde dafür zum kaiserlichenBaumeister von Carl V. ernannt. Ihm gebührtder Ruhm, die größten Palläste zu Neapel, dieKirche des H. Jacob der Spanier, das glänzen-de Schloß zu Pausilippo und zahlreiche Fontai-uen rc. erbaut zu haben. Philipp II. berief ihnhierauf nach Spanien, wo er ihn zum ersten Auf-seher über die königlichen Gebäude, und im Jahr1562. zum Architekten des Escurial machte. Die-ser große Architekt starb zu Madrid im I. 1667.Fiorillo IV. 79— 80. Anm. n. Einen großen,sehr lesenswerthen Art. weihet diesem KünstlerMilizia (L6. tei-2.) I. 027 —Z9. und nennt ihnvörderst Baumeister und Bildhauer, der danebenjn der Philosophie, Mathematik, und den Schö-nen Wissenschaften bewandert, sonach mit allenden Eigenschaften ausgerüstet war, die Vitruvjedem empfiehlt, der ein achter Künstler seyn will.Nach Spanien gieng er i 55 g. Seine Gattin Ur-sula Jabarria und seine Töchter folgten ihm spä-therhin nach, giengen aber, nebst einer reichenHabe, die er sich in Neapel gesammelt hatte,durch Schiffbruch zu Grund, worüber nachwertsder ohnehin unglückliche Mann einen Rechtshan-del mit seinem Schwiegervater bestehen mußte,der die Heimsteuer seiner Tochter von ihm zurückverlangte. — Hierauf zeigt Milizia, daß derUnsrige der erste Erbauer des Eskurials gewesensey, der dazu nicht bloß den Entwurf gegeben,sondern denselben von i 56 Z. an auch wirklich aus-geführt, bis an seinen in 1067. erfolgten Todbeynahe vollendet, und den Ueberrest seinem Schü-ler Joh. von Herrera, und »och späthern Künst-lern überlassen hatte; alle dies gegen die Behaup-tung so vieler Anderer, welche die Ehre diesergroßen Taute, bald einem Franzosen Ludwig deFox*), bald einem Italiener, Bramante, Pell.Tibaldi, Vignola, bald dem Anfangs erwähnten
Tolla'nd. itziz
Monnegro zueignen wollten. Dann erzählt erallerley lächerliche Fabeln, deren es nicht bedurf-te, um dieses Denkmal Spanischer Grandiositatzu verherrlichen **); und nun, was weit mehrwerth ist, giebt er die ausführliche kunstmäßigeBeschreibung desselben im Ganzen und allen sei-nen Theilen, welche, nach den uns vorgeschriebe-ne» Schranken hier nicht Raum finden kann,aber, wir wiederholen es, bey unserm Schrift-steller nachgesehen zu werden, um so viel mehrhöchlich verdient, da auch die geringen Gebre-chen dieses Wunderwerks der Architektur dabeynicht verschwiegen sind. Nur dieses Einzige« daßsolches überhaupt den religiösen und ernsten Cha-rakter trägt, welchen Philpp II. nicht bloß nachseiner eigenen Gemüthsstimmung, sondern auchin seines Vorgängers, Carls V. Seele hinein,demselben ertheilen wollte; so daß es dessen hohenWerth tropfschlägig entwürdigen heißt, wennEinige gefabelt haben: Der Eskurial trage, zuEhren des H. Laurentius die Gestalt seiner Mar-terbühne, eines — Rostes, wovon — um es die-ser jämmerlichen Anspielung ja an nichts fehlenzu lassen — der angebaute Königliche Pallast den— Stiel ausmache. — Von den übrigen merk-würdigen Bauten unsers Künstlers ist uns nichtsNäheres bekannt. Einzig zählt der Almanachaus Rom 1811. (2g. Apr.) noch unter seineWerke: Die Miteinrichtung der Straße Toledoin Neapel; dann ebendaselbst die Kirche St. Ja-cob den Spaniern zugehörig, und einen Pallastam Posilipo.
Tolentino (Marc Anton di). So nenntEanzi (LN. sec.) I. iZ 5 — 36 . einen RömischenMaler des XVI. Jahrh, der, nach Borghiniund Tolucci, in Toscana gearbeitet hätte. Ober späterhin wieder nach Haus gekehrt sey, u.s. f. wird nicht gemeldet.
*Tolesanus, s. Tokosano oder vielmehrI. Baron, im Lex. sowohl als in unsern Zusätzen.
Tolken ( ) Magister. Ein solcher (ob
selbst ausübender Künstler, ist uns unbekannt)lehrte i 8 r 3 . auf der. Universität Göttingen dieArchäologie der zeichnenden Künste.
Toll (Baron von). Ein solcher hat, wie wieirgendwo lesen, für die Vo^s^s pittore8qus risIn 6rece das Dorf St. Georg in Skyros, vonI. Matthieu, und dann eine Karte von Skyros,von Petrier gestochen, gezeichnet.
* — — (Dominicus von). Jn dem Ses-
sionszimmer der Kunstakademie zu Cassel befindetoder befand sich wenigstens ehedem von ihm einGemälde auf Holz mit einer jungen Frauensper-son, die ein geschlachtetes Huhn in die Höhe hält;im Hintergrund eine lesende Mannsperson. Dannin der Gallerte zu Salzthalum: Ein alterMann, einen Hering und Brodt in der Hand;hinten einige am Tische Eßende; ferner eine Frau,die mit der Brille auf der Nase einem Hund dieFlöhe absucht, hinten ein arbeitender Weber; bey-des Halbfiguren, Pendants von io" Breite undI' Höhe. Irgendwo werden die Urbilder zweyerBlätter, welche bey Winkler einem van Tbolzugeeignet werden, und aber eben sowohl demoben angeführten perer van Tol zugehören kön-nen, dem Unsrigen zugeschrieben.
Tolland und Tollard (R.). So wird bis-weilen der Name des oben angeführten Robertpollard verschrieben.
-) Diesen Namen haben wir sonst nirgends gefunden. 6onf. FLorlSo 1. c.
'I Z. B. n,ooo Fenster und 14,000 .Thüren — kaum die Hälfe; 25 Millionen Gvldgulden Kosten — kaumV Mill. Dukaten; die Fenster der Bibliothek von Krystall, in vergoldet Silber gefaßt — von Glas, in Bleygefaßt; in diesem Biicherschatz 100,000 Bande — kaum 30,000; das Kirchengewölb von Litian gemalt —von Luca Givrdano.
Mmmm m in mmm m m