Trevifani.
neben dem Propheten im Lateran (dessen schondas Lex. gedenkt), seine vier Welttheile an derKupole zu Urbino, ungemein schön für Zeich«nung, Phantasie und Färbung. In andern Stad-ien des Kirchenstaats sah' ich Mehrcres von ihm;so zu Foligno, Camerino, Perugia; und in St.Roch zu Venedig einen St. Anton, freylich mehrangenehm als stark gemalt". Die Schrift: N)l'n,kelmann u. s. Jahrhundert hienachst (S- 235— 36 .) bringt unsern Künstler überhaupt in dieGesellschaft seiner Zeitgenossen Maralti undCignani, und fährt sodann also fort: »In sei-nem vorzüglichsten Werke , einem St. Franzisc ,der die Stigmate empfängt, auf dem Haupkaltarin der Kirche dieses Namens zu Rom, bewieser sich als einen glücklichen Nachahmer des Guido,welcher damals, wie man aus dem allgemeinenBestreben der Künstler, ihn nachzuahmen, wahr-nimmt, für den Kanon des malerischen Kunstge-schmacks galt. In andern Bildern, z. B. indenen zu S. Silvestro in Capite, bediente sichTrevisani hingegen sehr dunkler Schatten undeines warmen Farbentons, der etwas ins Braunefallt. Er zeichnete seine Figuren, nach damalsüblicher akademischer Manier, ziemlich richtig,ohne sich jedoch in den Formen zu einem großenSinn erheben zu können". Deutsche Gallertenbesitzen von ihm: München einen St. Seba-stian, halbe lebensgroße Figur; Schleishermzwey Bildniße geistlicher Söhne des KurfürstenMaximilian Emanuels von Bayern, beyde lebens-groß, das Eine wenigstens in ganzer Statur.(Der H. von Männlich sagt von unserm Künst-ler : » Er war in allen Arten der Malerey prak-tisch erfahren, ohue sich an eine reine Nachah-mung der Natur zu binden)". Dresden hatvon ihm sieben Bilder. Zwey große: Ruhe inEgypten 9, 10" br., 8^ 9" hoch, und einen Kin-dermord , 16' 6" br., 8- 8" hoch; dann fünfkleine: Zwey H. Familien, Christus im Oelgar-ten, das Wunder von St. Anton, und St.Franzisc in Entzückung; Salzrhalum einst dreykleine Kopien nach ihm: Das schlafende Jesus-kind ; der Heiland neben dem sterbenden Joseph,und das Urtheil des Paris, pommersfeldenZehen: Ammon und Lhamar, Bathseba im Bad,Susann« mit den Alten, und den keuschen Jo,seph (lebensgroße Knieestöcke); Magdalena inder Wüste (lebensgroßes Brustbild); im Schat-ten sitzende Venus, und Galarhea in der Muschel,(7, hohe Lp br. Pendants); Herkul mit dem Spinn-rocken ( 4 / 6" ins Gevierte). Man merkt ausdiesen Bildern so ziemlich den Geschmack desSammlers. Weiter: Eintracht und Gerechtigkeitdistiren Merkur den Frieden (6^ hoch, 5 " br.);des Künstlers Dildniß, unverständlich rubrizirt,als ob es von Rembrandt (st. 1674) gemaltwäre. Ganssoucy in einem Zimmer des Prin-zen Heinrich: Diana und Endymion, ganze, le-bensgroße Figuren. »Das Coloril" (sagt De-sierreich) »ist sehr angenehm, und es herrschtviel von dem Geschmack des D. Gabbiani darin ".Im Französischen Museum befindet sich schonvon Alters her, unsers Wissens, von ihm einzigeine Madonna mit dem Kinde; neben ihnen eineBlumenvase, mit einem Lilienstengel und einerPaßionsblume, welche Mutter und Kind einan-der weisen. Landon (Knn. XVl. I'sb. 47.)nennt dieses Bild von gutem Geschmack in derZeichnung, mit breitem, markigtem Pinsel ge-malt, und kräftig in der Wirkung, aber von et-was aufs.Rothe ziehndem Kolorite. Noch sprichtvon einer sehr schönen Mutter der Schmerzen,die sich um 1796. irgendwo in Deutschland (Wo?)von T. befand, das Meuselsche Museum
Trew. 1939
S. 5 o 8 *). Gestochen nach unserm Künstler haben:Baron,, Bartolozzi, Charpentier, Chereau, E.Ebersbach, E. Eichel, V. Francesci, I. I. Frezza,Erögori, I. de Herz, P. A. Kilian, Lacombe,C- Massi, Moette, Monaco, N. Pignö, I. M.Preißler, E. F. F. Robert, P. Rotari, I. G-Rugendas, B. Sintes, W. Walker, A- Westcr-hout, A. Prestel, und ein Ungenannter bey Dre-vet. Wir nennen hier nur: Des Künstlers Bild-niß von Gregor,, nach dem Urbilds in der Flo-rentiner-Gallerie. Dann: Jsaak segnet den Ja-kob , und Jakob tränkt die Heerde der Rahel,beyde aus dem Kabinet DevonShire, schöneBlatter von W- Walker; die Madonna aus demfranzösischen Museum von Pignö, für's KabinetCrozat; den stigmatisirten St. Franzisc (ob denzu Rom?) von Franceschi und ^Sintes; das Ur-theil des Paris, von Charpentier, schön; achtBlätter lebensgroße Köpfe, in gelb Camajeu,von Prestel, ohne Trevisani's Namen, von schö-ner Wirkung. Lc»lls. M'-rL/e-- er Ein
Verzeichniß meines sel. Vaters zählt 26. Bl. nachihm auf. Meusel's Arch. ll. (i.) 186. nenntin neuern Tagen nach ihm: Diana und Endyrmion, geschabt von Robert. Eine schöne ausgertuschte Federzeichnung von ihm, Apollo, der dieDaphne verfolgt, besaß noch 1810. der Erbe desKunstdilettanten Paignon-Dijonval zu Paris.
Treue (Johann Caspar), Hofziseleur des Her-zogs von Würkemberg 1799. Sraars - u. Adreß-handbuch des Schwäbischen Rreises auf1799. Ulm 8°. Ob er Eine Person mit demjeni-gen .... Treue I. 107. seyn mag, der im wür-rembergischen Hof- und StaatSkal. auf 1809.und eo. in gleicher Funktion erscheint?
Trew (Abdias). Ein solcher schrieb über dieKriegsbaukunst, die Jngenieurwissenschafren, dasFelvmessen u. s. f. Er wurde zu Anspach, wofein Vater Cantor war, 1697. geboren, siudirtsMathematik und Theologie, und war anfangsPfarrherr, wurde darauf , 636 . Professor derMathematik, und i 65 o. zugleich der Physik zuAltdorf, wo er sich besonders die Aufnahme derAstronomie sehr angelegen sey» ließ, und 166g.starb. Eines seiner Werke führt den Titel: lVls-nuuls 6sometriss practlcse, oder ein geome-trisches Handbüchlein vom geometrischen Abriß,Abtheilung, Verwandlung, Vergrößerung undVerjüngerung geometrischer Figuren, und wiesolches in der Astronomie, Compaßmachen, Land-u. Feldmessen, Bau - und Büchsenmeisterey, Mussica und Orgelmachen, Malen und Viflren ohnekostbarlichen Apparat sonderbarer Instrumente,»nützlich zu gebrauchen. Nürnberg 8«. SeinLeben findet sich in: ^i-rr Vitis Professor,kdilosopkise, Mräork. 4 °. 1728. P. i55- sey.so wie auch dort sein Bild in 8°. von Wolfg.Ph. Kilian geetzt. Dasselbe hat man nochmalsbezeichnet: ti. ). 8 cüoI 1 erberxer sc. Aoü.
7 >e» exc. Noch bemerkt uns eben einFreund: Einen Aufriß von Altdorf gab er i 638 .in Bogengröße. Eine Kopie davon verlegte spä-terhin der vorgedachte Job. Ad. Trew; auf ih-ren erster» Abdrücken ist der Name Trew in Ireuvcrstochen. Solche kam nachgehends in den Ver-lag der Kunsthändler David Funk, I. A. vonKreuz u. s. f. Man kennt auch von ihm gezeich-net , ein Kupferblatt mit zwey Abbildungen desKometen von , 65 . 2 . Sein (oberwahntes) vonEchollenberger gestochenes Bildniß in 4°. ist mitund ohne den Gnadenpfenning zu finden. Eindrittes kleines ovales Bildniß von ihm, aufeinem Titelblatts in 4°-, Siebt seinen Namen
) Wohl gefunden: Ein vortrefflich auf Hol, von ihm gemaltes Bild, einer solchen schmerzhaften Mutter-Gottes,befindet sich nämlich in der nachgelassenen Sammlung des Hofrath Beireis («»jetzt bey dem GerichtsassefforWerneburz zu Mühlhauscn in Thüringen) verkäuflich. Der gedruckte Katalog sagt ohne Uebertreibungvon solchem: Der tiefste Kummer in allen Augen; das schwerste» sprachlose Seelenleiden in dem hinstarren-sen Auge voll Thränen. Der Schmerz scheint verkörpert zu seyn, in diesem unvergleichlichem Gemälde undergrcnt mit rührender Gewalt jedes Hm. ES ist >7 >/-" hoch, ,z >/-" »reit.
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