Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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1999
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V a n l o o.

Einer unserer Freunde glaubt, daß dieser Jakobauch derjenige I. v. Loo sey, nach welchem Hon-brachen (nach einer Zeichnung von H. Pothoven)das Bildniß des Amsterdamer-Bürgermeisters Carlsvan Bermmgen gestochen habe.

^ va n lo o (Johann), der Stammvater seinerzahlreichen Künstler-Familie (welcher im Lex. imersten Art. dieses Geschlechtes erscheint) war selbstMaler, von dessen Arbeit aber so gut als Nichtsmehr vorhanden seyn soll. Fiorillo III. ön.Der Katalog von Salzchalum erwähnt zwarS. §6. von einem Johann vanloo als eindort vorhandenes Bild: Diana mit ihren Nym-phen, im Vorgrmide todtes Geflügel und Wüd-pret; was aber wohl dem zweyten gleich folgen-den jüngern Johann oder noch eher dem JohannBaptist gehören wird. Anderwerts heißt es:Houbracken habe nach unserm altern Johanneine Gesellschaft Kartenspieler und Zechbrudergestochen.

— — — — So soll auch ein anderer Ma-ler und Kupferstecher aus diesem Geschlechte heißen,der 1706. zu Paris gestorben wäre. Er selbsthabe gestochen: Diana, die den Endymion findet,nach eigner Zeichnung (S. den vorhergehendenArt.); dann 6. Blatter nach B. Castiglione (oke?Is 6as); den Satyr und den Bauer nach Joh.Miel; und die Macht der Liebe, nach N. Vleug-hel. S. auch unten Joseph vanloo; und zwei-feln wir keinen Augenblick, daß einer dieser bey-den ein Nonens sey.

* — (Johann Baptist), des nachfolgen-den Ludwigs älterer Sohn und Schüler. Vonihm erzählt man das Unglaubliche: Er habe sichschon in seinem achten Jahre so berühmt gemacht,baß man ihm bald nachher verschiedene Altarblät-ter zu Toulon, Aix u. s. w. zu fertigen aufgetra-gen, und daß eben die (Provenzalische) lebhafteTheilnahme, welche diese Bilder erweckt hatten,ihm eine Stelle am Turiner-Hofe verschaften, woer die ganze Herzogliche Familie, und zuletzt auchden Herzog aus dem Gedächtnisse malte, weitersich zu sitzen geweigert hatte. An dem Prinzenvon Carignan fand er einen freygebigen Gönner,der ihm einen Gehalt bewilligte, um nach Rom zureisen, und sich in der Schule des Benedetto Luttiweiter auszubilden *). Eines der ersten Werke,welches er bort mit allgemeinem Beyfall verfer-tigte, war eine Geißelung Christi in St. Mariadella Scala in Monticellr, eine große Compositionvon sechs Figuren in natürlicher Größe. Alsdannfolgte Ludwig seinem erwähnten Gönner nachFrankreich, und zierte noch auf dem Wege zweyZimmer des Pallastes Rivoli bey Turin mit Fresco-Decken. Bey seiner Rückkehr nach Paris mußteer sofort nicht nur dem Herzoge von Carignanmehrere Bilder nach Ovidischen Verwandlungenschildern, sondern wurde auch dem Herzog-Regen-ten vorgestellt', der ihn vielfältig beschäftigte, undihm neben Anderm die Ausbesserung der fünf inWasserfarbe gemalten Cartons von Julis Ro-mans auftrug, welche unter dem Namen derGötterliebschaften bekannt sind. Eben so befahlihm derselbe, von der berühmten Fußwaschungder Apostel von Muziani, welche dieser Fürst(nach einer mehrmals geübten schändlichen Ge-

2 ) d'Argensville (IV. 388.) bemerkt, daß dieser ssagen: »Du »ersiehst mehr als ich."

Vanloo. iggH

wohnheit) dem Domcapitel zu Rheims entrissenhatte, eiue Copie zu ziehen, um solche an die Stelledes Urbildes zu setzen. Diese Arbeit gelang ihmvortrefflich, und trug nicht wenig zu Vergröße-rung seines Ruhmes bey. Unter den zahllosenBildnissen von Vanloo dann verdient dasjenigedes Königes genannt zu werden, welches er (gleichjenem zu Turin) bloß aus dem Gedächtnisse ge-malt, und das dem Monarchen so sehr gefiel, daß erdem Künstler, zur Vollendung, noch eine Sitzungbewilligte. Außerdem fertigte er für denselbennoch Anderes, und verbesserte (?) z. D- die Ga-lerie zu Fonkainebleau, welche primariccio unterFranz I. gemalt hatte. Bey diesem Geschäfte hal-fen ihm **) sein Sohn Ludwig Michel, nebstseinen übrigen Schülern. Dann sieht man nochvon seiner Hand, im Chöre der Großen Augu-stiner, ein Bild, welches den König darstellt,wie er die Ordenszeichen des H. Geistes demGrafen von Clermont überreicht ***). — Von sei-nem Aufenthalt in England spricht schon dasLexikon. Ungeachtet seines dortigen kurzen Ver-weilen^ (17Z7—42.) (seine Gesundheit konnte kei-nen längern ertragen) gelang es ihm dennoch,zahlreiche Aufträge von Bildnissen zu erhalten,welche so zunahmen, daß ihm von Acken,Eckbart ein Deutscher, und Roth hülfteichenHand leisten, und die Drapperien fertigen muß-ten ss). In Paris war er bereits vor seinerReise nach England (17Z1.) zum Mitgliede derKöniglichen Akademie ernannt, aber erst neunJahre später aufgenommen worden, weil über-häufte Bestellungen ihm nicht Zeit ließen, seinAufnahmsbild zu malen, welches Diana und En-dymion darstellt. — Anfangs besaß dieser Künstlereine richtige Zeichnung, welche so gar Bekannt-schaft mit den Antiken verrieth, und einen wei-chen Pinsel, wobey er sich etwas an die Manierdes Solimena hielt, der damals den herrschendenTon angab; in der Folge aber hatten die zahl-reichen Bildnisse, welche er malen mußte, einennachtheiligen Einfluß auf seine historischen Werke."Fiorillo m. 5l2—ih. Von diesen letzter» nenntwarelet, als sein Bedeutendstes zu Paris, nebstseinem schon erwähnten Aufnahmsbild in denSälen der Akademie: Christi Einzug zu Jerusa-lem, in der Kirche St. Martin des Champs, undSt. Petri Befreyung aus dem Gefängniß, inSt. Germain de Pres. In Deutschland besitzt,unsers Wissens, von ihm einzig die Galerie zuSchlei'sbeim.- Das Glück, auf einer Kugel, spen-det mit vollen Händen seine Gaben vor sich hin;die Empfänger leben in Freude oder gemächlicherRuhe. Allein hinten ist wieder Jammer, Zank,und vergebenes Streben noch den, zwecklos aus-gestreuten Schätzen. Ganze Figuren 6" hoch,2* n" br.). Unter seinen Söhnen und Schülernthaten sich vornehmlich Ludwig Michel undCarl Amadeus, wie auch sein Bruder LarlAndreas vanloo, dann Peter und Carl Tre-molliere und d'Andrö Dardon hervor. Hand-zeichnungen von ihm besaß (noch 1810.) dasCabinet Paignon-Dijonval zu Paris. So z.B. des Künstlers Bildniß, in rother Kkeide;Christus an der Schandsaule, Federzeichnung;Venus, die aus dem Meere steigt, von den Gra-zien gekrönt, eben so. Nach ihm gestochen dann

n Meister mehrmals Gelegenheit fand, dem Schüler zu

Desio schlimmer!

«:'-») Bey Gautt de St. Germain S. - 39 . heißt es (wohl durch völlige Verwechselung mit seinem SohneLudwig Michel): In Spanien malte er eine ungeheure Menge Bildnisse; und war er an rcm dortigenHofe geblieben, wo er alle seinen Talenten gebührende Auszeichnung genoß, wenn rhm nicht seine Ge«sundheit die Rückkehr ins Geburtsland geboten hatte.

k) »Vanloo" (heißt es daher bey Fiorillo V. 578.) «bat unstreitig der Bildnißmalerey in England einenUmschwung gegeben, indem er die täuschende Wahrheit der Kunst, welche,ganz etwas anders ist a s knech.tische Treue, zu hoher Vollkommenheit gebracht, und sich durch nicht wenige Werke wirklich den classischenMeistern genähert hat."

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