Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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rc>z6 Vecellio. Vecellio.

theils in feinen Schriften; und zwar bekanntlich Widerscheine, bald durch die Porosität der Kör-in zwey verschiedenen, ganz eigens diesem Zwecke per u. s. f. von ihrer Schönheit verlieren; fer-gewiedmeten Aufsätzen. In seinen Betrachtn,,- ner, daß jeder dieser Gegenstände viele Mitteltill-gen über die Schönheit und den Geschmack ten habe, und eben so seine eigenthümliche Zü-rn der Malerey lesen wir über Tizian vörderst sammenfügung von Durchsichtigkeit, Dichtigkeit,im Allgemeinen, und in Vergleichung mit Ra- Rauhigkeit oder Glatte, und daher auch eine Ei-phael und Correggio, kurz, aber recht gut: genthümlichkeit der Farbe in Acht und Dunkel;»Raphael wählte die Bedeutung, die er in der daher suchte er in »„ermüdeter Nachahmung allerComposttion und Zeichnung fand; Correggio dieser Verschiedenheiten die Vollkommenheit derdie Anmuth, und fand sie in gewissen Formen, Kunst, und fand sie. Dann nahm er aus jedemhauptsächlich aber in Licht und Schatten. Ti- Theil seines Gegenstands das Mehrere für daszian wählte den Schein der Wahrheit, und fand Ganze; so z. B. ein Fleisch welches viele Mit-solchen in den Farben. So war nun der größte teltinten hatte, malte er ganz in Mitteltinte; wasunter ihnen, der den größten (d. h. wichtigsten) hingegen nur wenige hatte, ganz ohne solche; sound einzig nützlichen Kunsttheil, die Bedeutung das Rölhliche ohne andere Farben, und eben sobesaß. Nach dieser folgt die Anmuth; so war auch die übrigen — verficht sich, immerCorreggio der Zweyte. Die Wahrheit endlich ist mit Nachahmung der Wahrheit. Dadurch kammehr Schuldigkeit als Zierde; so war Tizian der, in seine Werke jener große Geschmack im Kolori-Drikte". (Noch an einem andern Orte drückt ren, worin er der Vortrefflichste, und hierin ei-Mengs sich so aus: »Tizian begnügte sich mit gentlich nachzuahmen ist **). Durch die Bezeichnder bloßen Nothwendigkeit. Alle drey sind aber nung der Hauptfarben fand er nämlich die Haupt-groß, weil jeder einen Hauprtheil der ganzen Massen, so wie Raphael durch die Zeichnung,Kunst in höherm Grad als die übrigen, und als und Correggio durch Licht und Schatten solchealle feine Nachfolger besaß." Hierauf heißt es gefunden." — »In der Coinposirion" (meintüber des Unsrigen Zeichnung insbesondere: Meng«) »hatte Tizian wenig Gefühl, und er-»Was dieselbe betrifft, kopierte er die Natur, so sand mehr nach den allgemeinen Gewohnheitsre-wie sie war; wenn er sie schön vor sich hatte, so geln; daher er in diesem Kunsttheil nicht nachzu-zeichnete er sie auch schön nach; denn alle Maler ahmen ist. Wohl hat er bisweilen die eine undder damaligen Zeit hatten ein richtiges Augenmaaß; andere Figur schön gedacht, allein wohl mehrund, wenn sie alle so klug wie Raphael gewählt durch Zufall als wissentlich , da sich gleich dane-hätten, so würden sie auch alle eben so gut als den wieder etwas Schlechtes findet''. »So, wieer gezeichnet haben" *). Dann über sein Hell- in allen Kunsttheilen, die von der Nachahmungdunkel: »In diesem hatte er nicht viel Wahl; entspringen, war Tizian auch in den Gewändernwas man in ihm bisweilen hierin schön findet, in Einer Rücksicht vortrefflich; er malte sie nam-ist nicht aus dem Studium dieses Kunsttheiles lieh eben so wahr als schön, mit einer hochhellenentsprungen; sondern indem er die Natur in ihren Farbe, die Wasche zumal sehr leuchtend, aberFarben nachzuahmen suchte, sah' er, daß dieses Alles ohne Wahl der Falten, so wie die Naturnicht möglich sey, ohne auf den Grad ihres Lich- ihm solche zeigte; also in letzterer Rücksicht ist ertcs Acht zu haben; und so fand er z. B. daß eine freylich nicht nachzuahmen." »Harmonie hattegemalte Luft, um natürlich zu scheinen, helle seyn er abermals so, wie sie durch die Betrachtungmüße; die Erde nicht so licht wie die Luft, das der Natur in seine Werke kam; bey ihm war solcheFleisch lichter als die Erde. Diese Betrachtung nicht eine systematische (§rncluntn) Ueberlegungführte ihn bisweilen allerdings zu einer Art Schön- dieses Kunstttheils ; meist hat er sich bloß durchheit im Helldunkel, welche aber bloße Wirkung die Einförmigkeit geholfen, und dadurch harmyider Eigenschaft seiner Farben war. Oft hingegen nisch geschienen." — In dem zweyten Mengst«verfiel er in große Härtigkeit, besonders wenn er schen Aufsätze: Betrachtungen über die dreyden Gegensatz (ccmtrnposto) suchte, und andre- großen Maler Raphael, Correggio undmale wurde er flach; aus welchem Allem erhellet, Tizian, und über die Alten *'"*), liest mandaß er nicht den größten Fleiß auf diesen Kunst- über den Unsrigen substanzlich, was folgt; vör-kheil gewandt, sondern sich bloß mit demjenigen derst wieder im Allgemeinen: »Tizian fing an,begnügte, was zur Bedeutung der Eigenschaften die Kunst in der Schule des Belliuo zu studiren;der Dinge nöthig war." — »Das Tolorir betref- doch kennt man kein Bild von ihm in ihrem Ge-senk) fing Tizian, eben so wie Correggio, mit schmacke, so daß ich denke, er habe nach ihnender Oelfarbe an; und da er Figuren und Land- bloß Copieen, dann aber seine eigentlichen Stu-schaften gleich nach dem Leben malte, so erwarb dien für sich selbst gemacht. Giorgione war voner sich bald eine wahre und gänzliche Kenntniß der nämlichen Schule, übertraf aber seine Mei-der Natur. Sein häufiges Fertigen von Bildnissen ster früher als der Unsrige, da, meinerMeinungübte ihn vollends hierin, und nöthigte ihn, die nach, sein Genie viel Aehnliches mit Correggio'^verschiedensten, auch kleinfügige Dinge, dann hatte, und auf dem nämlichen Wege sein schöneswieder starke, grelle, schönfarbige Gewänder u. Helldunkel, und einen höhern und stärker» Ge-st w. darzustellen; und so mußte er allen Fleiß schmück, als die Bellini, fand. Dann fing Tiziananwenden, dieses Mannigfaltige in wohlanstän- selbst an, den Giorgione zu studiren, und nahmdige Vereinigung zu bringen. Da er nämlich sah, von ihm Stärke, Sanftheit und Rundung an;daß gewisse Gegenstände in der Natur gefallen, in Großheit des Geschmackes kam er ihm niemalswelche aber oft in der Malerey schlechte Wirkung bey; doch findet sich von ihm in der Sakristeythun, so suchte er zu einer Auswahl in der Nach- della Salute zu Venedig ein Bild von noch glan-ahmung der Wahrheit zu gelangen. So bemerkte zenderm Kolorit, als Barbarella's seines, under z. B. daß es solche Gegenstände gebe, deren wie er, Tizian, selbst sonst keines gemalt. ImLokalfarben sehr schön seyen, die aber, bald durch Ganzen aber verbesserte und vergrößerte er seine

s) S, Mengs Werke, nach der prangerschen Uebersetzung Th. II. S. 65. Im Verfolge indessen fübr' ichseine Werke substanzlich lieber aus der in Aürich gedruckten deutschen Urschrift dieses Kunstvamphletes an,Loch vergliechen mit der italienischen Uebersetzung seines Freundes d'Azara, der den Künstler oft besserverstand, als dieser sich ausdrücken konnte.

*") Loniazzo drückt sich über Tizians Kunst zu coloriren, wieder anders, uns aber nicht ganz verständlich,

so aus: Laien mescolnrv! äi colore ckisro un pnco piü clie non sIn luce clie volevn rLpxi-esenrnrs, sIn äove In lucs percuots rikleLLN s oküiscntn solen mescolnrv! un psc» p!ü äi colore oscurun pnrnn§onsäeltn oscuritn äsUn lucs ciis fers in guelln xnrle ä»l «orxo il csss In rilsvnrs molco In 6§urn s in-xnnnn In vistn. x. 27.

Ä»») Ox»r» Tom. I. x. 187—?7-