Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Vecellio.

zweig in der Hand ss-^). Und endlich gehörthieher das historische Bild der Familie des er-wähnten Fürsten von Ferrara, neben dessen Ge-mahlin Lucrezia Borgia, und dem Sohne undNachfolger, Herkul 11 . die sich (alle auf den Knieen)unter den Schutz der H. Jungfrau und des Soh-nes begeben; ein 5 ' 9" br. und 4^ hohesKnieestück, von erstaunlicher Wahrheit und Far-bcnkraft **). Von geistlichen Bildern: Einjunger Tobias mit dem Schutzengel; den altenTobias im Hintergrund auf den Knieen ***);ein Paar H. Familien, wie es scheint, eben nichtvon den vorzüglichen dafür das berühmte:Gebet dem Kaiser (il Lkristo stelln monetn 4"^)-Endlich drey Liebesgöttinnen, darunter zwey lie-gende lebensgroße, die eine mit einer Flöte inder Hand, zu ihren Füßen einen Jüngling derdie Laute spielt, über ihrem Haupte Amor mit ei-nem Blumenkranz; nicht nur von dem schönstenColorite, sondern auch von sehr energischem Aus-druck; endlich eine dritte, welcher Cupido denSpiegel vorhält — Auch die Galerie vonSanssoucy will nicht minder als 9. Werke vonTizian haben, unter welchen, nach Oesterreich,nebst einem Bildnisse von Aretin (welches Bergergestochen) die vorzüglichsten seyn sollen: Venusund Adonis *), eine liegende Venus, und einesehr schöne wohl erhaltene liegende Danae **). —Nach Eberleins Catalog von Salzrbalum,standen dort einst, nebst ein Paar Bildnissen (da-von eines Dominikaners mit einem Buch in derHand) eine große H. Familie mit St- Catharina,eine sterbende Cleopatra, lebensgroße Halbfigur,und ein Schäferpaar in einer Landschaft (klein).Von ein Paar Chrisiusköpfen wird dort selbst ge-sagt, daß solche bloß Copieen nach dem Unsrigenseyen. — Auch zusJommersfelden befanden, oderbefinden sich noch von ihm zwey Frauen- undzwey Männerbildnisse; unter den letzter» ein ge-harnischter Mann; dann das lebensgroße Kniee-stück einer Venus, der zwey Kinder, den Spiegelvorhalten, und endlich eine sehr gute Copie nach

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einem großen Bilde der Diana mit ihren Nym-phen im Bade. — Noch nennen wir zum Schlüsseder TlZianischen Kunstschatze in Deutschland***):Einen Christus im Brustbild, in Stellung undGebehrde als Lehrer, in der Galerie des H» Gra-fen von Benze! Seernau; dann in der Galerievon Söder ein selbstgemaltes Bildniß des Künst-lers , »der dessen Originalität, wie der H. vonRamdohr sagt, kein Zweifel walte, welches aberso sehr gelitten habe, daß daran nichts Merkwür-diges als der Name des Gegenstands und desMeisters übrig geblieben sey. Endlich soll unterden selbstgemalten Malerbildnissen, welche, als einFirmianisches Fideicommis, in dem Schlosse Lco-poldskron bey Salzburg aufbewahrt werden, sichauch eines von Tizian befinden.

In dem Königl. Franz. Kabinette befanden sichschon von Alters her 21. Bilder von Tizian,deren genaue Beschreibung uns Lepiciö II. S 19.bis s8. giebt. Vörderst fünf H. Familien: Jene(au I^apill genannt) wo die H. Mutter ein weiftses Kaninchen hält, nach welchem das Kind inden Armen von St. Catherina gelüstet; auf derSeite weidende Schaafe, deren einem (schwarzenSt. Joseph liebkost. Dies Bild erfuhr immer-hin in Absicht auf Composition und Zeichnungsehr verschieden Lob und Tadel. Ueber die wun-derschöne Farbe, und die Wahrheit in Fleisch undStoffen war der Preis einstimmig Eine

zweyte mit St. Agnes soll ebenfalls sehr schön,und besonders wohl erhalten seyn ^^). Einedritte mit St. Stephan St. Ambrosius und St.Mauriz s. ü. irrig St. Georg (wahrscheinlichein ex voto) ist zum Theil durch Ritoccirungverdorben, trägt aber doch in den Köpfen vonMutter und Kind noch schöne Spuren der Tr'zia-nischen Kunst *). Eine vierte, sehr einfach com-ponirte, wo auf dem Mittelgrund ein Hirt zweyRinder treibt, und auf den Wolken zwey Engelein Kreuz halten, ist zwar ebenfalls in schlechtemZustande; doch entdeckt man noch manchen Far-

-») Zwar, wie Lehningev, nach vafari's Zeugniß, bemerkt, nicht so schön, als ein anderes von diesemlosen Geiste, welches der Künstler dem Großyerzoge Cvsmus von Medicis zum Geschenk übersandte.

::») kerssril so.

'NNN) Luccbi so.

4 ) Eine Mit St. Johann, St. Paul, St. Hieromymns und St. Catharina hat Folkema gestochen.

44 ) Diesen Gegenstand nach dem Unsrigen haben mehrere, wie M. Rota, R. Custos, C. Galle, namentlichaber sicher das Dresdner-Bild L. Zucchi gestochen, was, wie Huber beyläufig bemerkt, des Stechersbeßtes Blatt, im Geschmacke von Pitteri, seyn soll.

444 ) Doch nicht die, welche sich einmal in Schleisheim befand.

«-) Stiche von diesem Gegenstand s. unten bey Spanien.

-n-v) Von Punt, nach einer schönen Zeichnung von le Sueur gestochen, welche letztere sich vor 40—50 Jahrenim Besitze eines Hofratb Tribels zu Berlin befand. Oesterreich macht ein Weites, und Breites, wiedas Unternehmen dieser Platte, die er auf eigene Kosten fertigen ließ, ihn in Verlegenheit gesetzt, „weiler keine Hülfe noch Mäcenaten gehabt." (Verflucht sey, wer seinen Schutz auf—Fleisch letzt!). Auch indiesem Bild findet sich die Alte, die das Geld in ihrer Schürze sammelt. — Noch finden sich aus denTizianen zu Berlin, von I. G. Bartsch dürftig gestochen: Christus mit dem Rvhrstabe, und Cupido derseine Pfeile schärst; dann ein Männer - und zwey Frauen- (anonyme) Bildnisse.

«U») Die sich somit an die i->o. Nro. belaufen, die aus Schleichet»» und Düsseldorf vermißten nicht mit-gezählt.

4) L. ii. Hund.

44 ) Nur Landon (Annal. Xll. 25.) findet das Colorit unangenehm röthlich, sonst aber manch Schönes indiesem Bilde, zumal im Kopfe der Mutter. Die von Lepicie genannte St. Catharina halt er hingegenwahrscheinlicher für die Schenkerin (ston-iisir?). Im Umrisse s. es 1. a. Nro. 8- Dann bey 8»lholNro. 49z. sehr schön.

444 ) Auch Landon Annal. xi- S. 7 ->- kann das Bild besonders für eine bey Tizian sonst minder gewohnteReinheit der Formen nicht genug rühmen. Hingegen fand Er dasselbe an mehrern Stellen beschädigt. Ergiebt das ungemein liebliche Bild 1. 0. Nro. 5-. im Umrisse. Der Kopf von Sf. Agnes zumal rst von»schönsten Charakter.

-:i) lUsebeu'us zc. Und im Umrisse bey Landon (Annal. XII. Nro. Z8>) der davon, namentlich von demschönen (fast idealen) Charakter von Mutter und Kind, viel Rühmens macht. Der Kopf von St. Ambro-sius dürste ein Bildniß seyn. Daß es guten Theils verdorben sey, wird von Landon (66. spater alsLeptck!) nicht bemerkt.

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