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ken, mit welchem festen Blick) ins Aug ficht *).Ebendaselbst den sogenannten Schulmeister, einanderes vorzügliches, und besonders wohl erhal-tenes Bildnjß des Unsrigen. Dann (in einemZimmer, wo der damalige Prinz Borghese seineMittagsruhe zu nehmen pflegte) eine, derjenigenim Pallaste Barberini ganz ähnliche, liegendeVenus. — In der Gallerie zu Parma fand Ri-chardson das Gesellschaftsbild Pius III. aus demHause Farnese und des Kardinals seines Bruders,nebst einem Bothen, der dem H. Vater ein Schrei-ben überreicht, besonders schön, und im Styl je-nem andern prächtigen Gesellschaftsbild der Fami-lie Cornaro ähnlich, welches der Herzog von Som-merset in England besaß. Dann ebendaselbst eineschöne Copie der Magdalena des Torregio, vonTizian (Wo dieses in mehr als Einer Rücksichtmerkwürdige Bild hingekommen seyn mag**)?
Fünfzig Jahre spater (1763) nennt Lochen inder Beschreibung seiner mit dem Marquis vonMarigny, in Gesellschaft des Architekten Soufflotund des Abbe >e Blanc gemachten Kunstreise durchWelschland (Rom, wovon die Notitzen fehlen,nicht gezählt,) in den übrigen Städten diesesLandes noch an die hundert Bilder von Tizian,und giebt davon, freylich meist nur sehr flüchtige,bisweilen aber doch der Aufmerksamkeit würdigeNotizzen. Da die Erwähnung dieser gegenwärtigihrem Vaterland gutentheils wieder zurückgestell-ten Kunstschätze, neuern Reisenden nicht ganz un-nütze seyn kann, so darf es sich wohl der Muhelohnen, desselben Nachrichten hier, in möglichstbeschrankten Raum zu bringen. Erstlich in Genuaim Pallast Brignoletti fand er eine schöne Mag-dalena, und etliche gute Köpfe (unsicher**^); imPallaste Caregha eine Judith mit dem Haupte desHolofernes sehr schön, doch ein wenig trocken,und von röthlichter Farbe; im Pallaste PhilippDurazzo ein sehr schönes Ecce Homo, einen Chri-stus an der Schandsäule, eine H. Familie mitSt. Hieronymus (sehr schön), endlich Venus undAmor, sehr durch Riroccirung (?) verdorben^)(aber Alles unsicher); im Pallaste Marcell. Durazzoetliche Köpfe, die Madonna und das Kind mitzwey Hirten (kräftige Färbung und schöne Köpfe,aber trocken und kleinlich in der Ausführung, undwieder lauter Unsicheres); eben so im PallasteSt. Piero die Skizze eines kreuztragenden Christus(der Kopf vollendet); im Pallaste Baldig) eineMadonna mit dem Kinde, St. Cathcrina undzwey Mönchen, eine Geiselung (llessus äe porte l),St. Hieronymus in der Wüste, und einen Philo-sophen-Kopf. Au Mailand dann in St. Mariadelle Grazie fand er das -sonst von ihm nach Wür-den gepriesene Bild der Dornenkrönung^^) bereitsnachgedunkelt, und dabey in unvortheilhastes Lichtgestellt. Dann schien ihm an dem Christus dieVerbindung der Schenkel mit den Hüften etwasverfehlt. Zu Brescia in St. Affra über demkleinen Portal ein schönes Bild mit mehrern Mär-tyrern, in markigtem Geschmack sehr gut gemalt(aber unsicher);.ebendaselbst über dem Portal zurLinken: Die Ehebrecherin, halbe Figur in Lebens-
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größe, sehr schön und wohl erhalten, die Köpfevon großem Charakter und herrlichem Colorit,zumal diejenigen der Hauptfigur und eines altenMannes; die Hände nicht so gut gezeichnet, unddie Arme der erstem zu dick; fetter und leichterPinsel, kurz etwas Vorzügliches, (aber ebenfallsunsicher, ob von dem Unsrigen). Ebendaselbst inSt. Nazaro das tzauptalkarblatt, eine Auferste-hung, ein großes Bild; zur Linken ein kleineres.St. Sebastian; zur Rechten einen geharnischten Hei-ligen, und das Bilduiß eines venezianischen Se-nators auf den Knieen. Ueber alle diesem hängteine Verkündigung (Brustbilder) in zwey Tafeln (?),Alles von Tizian, und wohl erhalten, besondersder obere Theil der Auferstehung (des Christus)und dann des St. Sebastian; jener ist vortrefflichgezeichnet, in breiter Manier, und von sehr wah-rem Detail; das Colorit vortrefflich und frischin den Mitteltinten; sanfter, doch fetter und brei-ter Pinsel; die Drapperie gut, und das Weißzeughelle; die Figur vielleicht nur ein wenig manierirtin den Beinen; der Kopf schön. Der richtig ge-zeichnete und gut gemalte St. Sebastian hat vol-lends einen Kopf von höchster Schönheit; dasColorit zielt etwas aufs Gelblichte, sey's nun Wir-kung der Zeit, oder daß der Künstler ihn von min-der angenehmer Natur als den Christus machenwollte (?). Im Haus Avogardi daselbst das Bild-niß eines Greisen, von äußerst wahrem Colorit undtrefflichem Schmelze des Pinsels, wunderschön,die Natur selbst; dann eben daselbst die Halbfigureiner Frau, in natürlicher Größe, weiß sehr gutdrappirt, und mit leichtem Pinsel gemalt; derKopf aber ein wenig erloschen. — Zu Veronain der.Hauptkirche: Eine vortreffliche, wohl er-haltene Himmelfahrt der H. Jungfrau *), vonverständiger Composition und schöner kräftiger Fär-bung ; der Kopf der Madonna voll heiliger Würde;aber die Figur scheint in dem Ganzen einen Fleckzu bilden, weil fie, selbst stark colorirt, dabeynachgedunkelt, von hellgrauen Wolken umzingeltist, und nichts ihre Schatten mit dem klebrigenin Verbindung setzt; die Köpfe der Apostel, mitfettem Pinsel fein ausgemalt, haben eine starke,etwas braunlichte Farbe, doch find die Lichterweiß. Der Kopf des Jünglinges, der ins leereGrab schaut, ist wunderschön gezeichnet und ge-malt, doch, eben so wie die übrigen jüngernKöpfe, von minder edelm Charakter als die al-ten. Zwey gefaltete Hände an einer dieser Figu-ren sind von besonderer Wahrheit und großer Fein-heit der Zeichnung. In der Cathedralkirche zuDadua, wo Petrarca einst Domherr war, fandMarrhisson ein Bildniß desselben von dem Unsrisgen, worin aber, der Tradition zufolge, die Aehn-lichkeit verfehlt seyn soll **). Zuvenedig in der Saladelle quattro Porte: Den Glauben, i» einer Glo-rie, mit St. Marc und einem bewafften Doge ***);in der Chiesetka del Collegio eine wohl vom Mei-ster ritoccirte Copie der Jünger von Emmaus;auf einer Stiege nahe dabey den wunderschönencolossalen St. Christoph al Fresco, von fast sokräftiger Färbung als in Del, von leichter Aus-führung und kleinen Pinselhieben voll Kunst und
tt) Wir selbst erinnern uns noch mit großer Wonne dieses vortrefflichen Bilds, welches Einige, doch irrig,Raphael zugeschrieben haben.
k») ueberhaupt lohnte es sich der Mühe, die Magdalenen von Tizian aus verschiednen Gasierien mit derjenige»von Allegri in Dresden zu vergleichen.
4c-:-») Das gut xsroic 6ll DUllo kömmt in diesen Notizzen zum Oeftersten vor.
-j.) Oll I's sggrslliii kort rosi. Wer versteht das?
-j-f) Hier bloß aus dem Katalog dieser Gallerie.
-j-j-j-) Als einst Französische Kunstbeute haben wir es schon oben kennen gelernt.
"-) Ebenfalls einst Französische Kunstbeute.
Wir denken eher, daß das Bildniß nur sehr ungewiß die Arbeit von Tizian sey.
E) Vyrmalige, uns schon bekannte, Französische Kunstervbernng.