Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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2078
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7l)^Z Venne.

bey ihm Empfindungen, die er zuerst aus sich selbstversuchte, durch Zeichnungen auszudrücken. Dannaber nahm er doch den Unterricht an, welchen schondas Lex- nennt. Von ihm rühmt man besondersein 48' langes Bild, das er für einen Pohlm'schenGrafen fertigte, und welches eine in Flandern ge-lieferte Schlacht darstellt--Dann kennt man nochsonst das Verschiedenste, wie Bildnisse, Marinen,und besonders viel Allegorisches von ihm, was erauch als Dichter, wohl nicht in dem beßten Ge-schmacke, zu lieben schien; daher, neben seinen be-kannten Emblemen, die seltsamen Titel einiger sei-ner vielen — vergessenen Schriften; wie z. B. derFunke auf den Holländischen Torf, der Traumvon der neuen Weisheit, die vlarrheit desalten welschen Marschalls, und das Gemaldder lächerlichen Welt, welches letztere i 635 inQuarto erschien. In Deutschen Galerien kenntmau von ihm: In derjenigen von Lichtenftein zuWien: Das kleine Bild eines Schiffbruches; zuSaizrhalnm eine Zigeunerfamilie. Dann zu Aiel(1809) im Cabineke des H. Hof- und Landge-richts-Advokaten Schmidt: Die Anbetung der Hir-ten, ein „prächtig" genanntes Bild, Grau inGrau, auf Holz; eben so eine Anbetung der Kö-nige (beyde mir Glorien von Engeln); endlicheine tanzende und dazu (?) spielende Bettlergesell-schaft, wieder Grau in Grau, „schön und inte-ressant" rubricirt. Gestochen nach ihm haben:M. Merian das Dilbniß des Advokaten PeterValkenier (das oben dem Abraham dieses Ge-schlechts als Stechern, und Merian als Zeichnernzugeeignet ist; und W. Delff (1621) die sechsPrinzen von Nassau, welche auf die Jagd gehn,ein seltenes Blatt. Dann von GattungsstückenMatham: Den alten Lahmen und die Sängerin,und ein Ungenannter: Den traurigen Zustand dervereinigten Provinzen, unter dem Herzoge vonAlba, wahrscheinlich dasselbe Blatt, welches ir-gendwo: 1a Halse llu monäe rybricirt ist, woMänner und Weiber in einer Reuse aufgefangenwerden. Nach einer unserer Quelln soll auch erselbst geetzt haben; wie z. B. zu Cat's: proteusokte lVllnns-beeläen veränäert 4" Hotterllarir1627. und zu Ebendesselb. Lmblemata moraliaet ooconomica 4°. (Sonst hat bekanntlich zuCat's Schriften F. Schillemann nach dem Unsri-gen gestochen); ferner zu: MaiZbüen-kckicbt ocksAmpt üorsson§vrou>ven in eorbaer lüekcle aen-gewesen lloor Hinnebeläen 12°. Irgendwowird von ihm auch ein: Betrachtet Euch selbst,und Ebendaselbst jener Lahme und die Sängerin,als seine eigene Arbeit rubricirt. Und, als nachihm: Die Staffage zu einem ungemein großenund seltenen Blatt: Belagerung von Herzogenbusch1629, gezeichnet von Th. Niels, gestochen von S.Savri und Bel Flor. a Berckeroode; dann die Ab-reise Carls ll. nach England (1660) von P. Phi-lippe schön und selten (vergl. unten die Art. I. p.undzss. van dervenne). — Denamjvs l. 3/4—76.Lrancks. Msc. Noch bemerken wir, daß der frey-lich nicht sehr zuverläßige Malpe die Geburt un-sers Adrians in i 58 g setzt, und ihm für ein schö-nes Bildniß des Prinzen von Oranien ein Jahr-geld ertheilen, ihn dann ebenfalls selbst für Cat'sGedichte etzen läßt, und sogar zweyerley Mono-gramme von ihm beybringt. Auch der Catalog vonPaignon-Dijonval nennt, als von ihm gesto-chen, jenes oben dem Abraham zugeeignete Bild-niß von Grotius; dann von Andern nach ihm,mannigfaltige, meist satyrische Gattungsblattervon C. Bloemaert, D V- Bremden, Falk, C. dePas (die Krokodilsthränen), und ein Ungenannter

V e n n e v a u l t.

in I. de Ram's Verlage: Maskerade, wobey einMann Katzen und todte Mäuse tragt. Endlich be-saß schon erwähntes Kabinet von Paiguoir-Di-jonval zu Paris (1810 noch) von Adrian dreyHandzcichnungen: Einen Alten, der mit einer Frauschön thut, die ihm mittlerweile seinen Beutel weg-stipitzt; Bauern die sich mit Messerstichen balgen,und ejne Bauernhochzeit; letztere auf Pergamentmit Bleystift, die übrigen getuscht.

venne od. Wenne (I. P). Ein Gantkata-log rubricirt: Der betrübte Zustand derNiederlandeunter dem Gouvernement von Ferdinand von To-ledo, sehr groß Querfol. A'. />. exc.

MüllelburZ 1622, und, eben so, ein anderer sol-cher Catalog den ähnlichen betrübten Zustand unterdem Herzog von Alba, was oben der Zeichnungvon Adrian zugeschrieben wird.

— — (N.) So nennt abermals ein Gant-

katalog einen Künstler, nach welchem David (heißtes hier) Philippe gestochen habe: Die Ankunft desKöniges und der Königin von England in Holland;die Ankunft Carl II. zu Delft; das Festin, wel-ches die Generalstaaten ihm gaben; seine Wiedcr-abreise nach England, welch letzlres Blatt dieserFolge oben Adrian zugeschrieben wird *).

* — -- s. auch vinne im Lex. und unten.

* vennekol oder vennokel (Jacob).

Vennokel ist wohl ein irriger Name. Der Titelder ersten Auflage des Werks über das Rathhauszu Amsterdam, von welchem im Lex. die Rede ist,lautet: TzkbckäunA van 't Ktallt-Üu^s vanstcrüam in llsrtiriA coopero Pisten Asorüneert6oor Aacox, va-r (dem Baumeister dessel-ben) en Zeteeknet cioorAacob §r. pol.

^mst. 66r **) und neu aufgelegt 664 ***). Dannmit den Darstellungen der Bildhauerarbeiten andieser Baute von Artus Quellinus, von dessenBruder Hubert gestochen (welche ebenfalls einzelnin 1655 — 68 erschienen waren) vereinigt in 5 Thei-len, unter dem Titel: krospectus Luriss ^mste-lollsmensis etc. ^msterä. 665, und französisch:^rcbitecture, peintnre et Sculpture äe la mai-son lle Vills ä'^msterclam represente en log.üZnres en tackle llouce. pol. Arnsterö. 1/19.Noch heißt es in einer unserer Quellen: „Irgend-wo nennt man unsern Künstler Baumeister undMaler zu Amsterdam um 1660, der auch nacheigner Zeichnung geetzt habe." So z. B. eine FolgeAnsichten von Amsterdam (46 Bl. 4 °) und eine Folgevon Thüren und Portalen. Nach ihm dann hat D.Stopendaal einen Triumphbogen zu Ehren KönigWilhelms von England gestochen. — UnterArthucAuellinus im Lex. (wo der Unsrige irrig JohannV. heißt) und unter Hubert CÄuellinus in die-sen Supplementen, finden sich über ihn einigemangelhafte Stellen, die wir künftig berichtigenwerden.

— (Johann), bisweilen irrig erscheinen-der Name des Jacob v.

— — (L.). So soll ein von C. van Datengestochenes Bildniß des Dichters und TonkünstleröN. de Meister bezeichnet seyn.

'2 — — (Stephan), s. venakool.

Vennevault ( ), ein französ. Künst-

ler aus der Mitte des XVIII. Jahrhunderts, Mit-glied der Akademie. Nach Gault de St. Ger-manr S. 291, starb er 82 Jahr alt i/ 5 ö, waswohl eher 1/8Z heißen sollte, da wir gleich hernach

-y Daß sich abermals mancher Irrthum, Namensverwcchslung, und vielleicht Schöpfung von Unwesen in die-sen Art. der van dervenne befi'ndÄi mag, versteht sich von selbst. Und bedauern können wir weit ehersolchen Irrthum, als unsere eignen djcsfälligen Zweifel löse»!

Nicht -6zo, wie es oben unter 57. van Lampen heißt.

««) Dasselbe enthält, nebst Titelkupftr und Campen's Bildniß, z« Bl. ohne Namen des Stechers.