Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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3007
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Verschuier.

n. B. Rünste III. (i.) 16. das seltsame Lob er-halten: „Wenn schon ferne von den blühendenZeiten Roms, wo das Feuer des Republikanis-mus den Geist zum Großen und Erhabenen hob,so sind doch diese Ueberbleibsel würdig, durch dieKunst der Vergessenheit entrissen zu werden, wasauch dem Künstler meisterhaft gelungen ist".

ver schul er (L-). „Dieser vortreffliche See-maler" (sagt der H. von Männlich in seinerBeschreibung der Kurpfalzbaierischen Gemälde-sammlungen) »ist in der Künstlergeschichte unbe-kannt geblieben; wahrscheinlich werden seineWerke, unter andern Namen in den Kunstsamm-lungen aufbewahrt. Eines seiner Bilder in derGalerie zu Schleisheiin (ruhiges Meer; es scheintan der Seeküste von Holland nach der Natur ge-malt zu seyn) beweist hinlänglich seine großenVerdienste; behauptet seinen Rang neben den Back-huysen, Stork, Ruysdael und Both; ruft durchdie Wahrheit seiner Wirkung den Liebhaber zusich hin, und hält ihn fest durch den ungekünstel-ten Fleiß, mit welchem es gefertigt ist. Es istmit dem Namen seines Meisters bezeichnet, desseneigentliches Vaterland sogar, so wie seine Blü-thezeit, uns gänzlich unbekannt sind.

verschütten (Peter), ein Münzmeister, s.unter veseschul.

*verschuppen (Peter), s.oben undim Lex.van Schuppen.

verschuuring (Heinrich). Sein Vater warInfanterie-Hauptmann, und sah mit Verdruß,daß sein Sohn für das Kriegshandwerk körper-lich zu schwach war. Er selbst bestimmte sich inseinem achten Jahre für die Kunst. Bey seinemersten Meister, Goverz, blieb er fünf, bey Bothsechs Jahre; alsdann gierig er nach Italien. Aufseiner Rückreise besah er die Schweiz und Frank-reich, und zu Paris war es, wo er mit demSohn des Bürgermeisters Marseveen, aufs Neuenach Rom zurückkehrte, und dort noch vier Jahreblieb. Die Stelle eines Bürgermeisters von Gor-kum (der er übrigens mit Treue vorstand) nahmer nur unter dem Bedinge an, daß er deswegennicht minder seiner Kunst obliegen dürfe. Er ar-beitete sehr viel; und seine Bilder tragen, zumalin ihren Architektur-Staffirmigen, bald alle dasGepräge seiner Studien in Italien. Wenige Ma-ler haben so viel gezeichnet, wie er; auch truger beständig seine Hefte, sein Reißbley, Federund chinesischen Tusch mit sich. Seine meistenArbeiten sind in Holland. Sein Vorzüglichstesbesaß (1754.) H. van Aelst zu Dortrecht: DieBeraubung eines Schlosses, dessen Besitzer bereitsgebunden und geknüttelt erscheint, mittlerweileseine Gattin für dessen Befreyung den Räubernihr Silbergeschirr und ihren Schmuck anbietet.Die Scene ist am Meeresufer. Die Wahrheitdes Ausdrucks in diesem Bilde erweckt eigentlicheRührung. Anderes besaßen um dieselbe Zeit H.Acofta im Haag und ein H. verschuurmg,sein Geschlechtsverwandter; ersterer ein Schlach-tenstück, letzterer Ansichten von Rom, Gattungs-und Familienstücke. DncaM /,5 II. 294-98. Erselbst besaß eine reiche Sammlung von Zeichnun-gen, die sein Sohn Wilhelm noch vermehrt hatte,und welche nach mehrern Handänderungen, 1771.zu Amsterdam neuerdings versteigert wurde. InDeutschland hat von ihm die Galerie Lichten-stem zu Wien zwey kleine Bilder: Seeausstchtbeym Mondschein, und den Berg Alvernia mitSt. Francisc und dessen Gefehrten, Rustnus,, imGebet; Schleisheim einen Reiter-Scharmützel(2/8" hoch, 3 ^ 6 " br.); Dresden (wohl Seltenesvon ihm) eine Kreuztragung (2^0" hoch, 4 ^ 4 " br.);Salzrhalum einst: Eine Räuberbande, die einenWagen mit Reisenden anfällt; eine Frau in polnischerTracht, in bittender Stellung und ein Kind sitzen aufdemselben. Der Kutscher liegt erschossen unter

Versk 0 vis. Zoo^

dem Wagen. Der Herr vertheidigt sich noch;ein Bedienter läuft weg ( 4 ^ br. 2- 2" hoch);dann, von gleicher Größe, ebenfalls eine Räu-berbande, die unter Ruinen ihren Raub theilt,und endlich eine kleine Reitschule. H. KaufmannFischer zu porsdam (1794.) Ueberfall eines La-gers bey Sonnenaufgang, ebenfalls klein. H.Hof- und Landgerichts-Advokat Schmidt zu Riet(1809.) eine Reitschule, sehr schönes Bild, wel-ches der Künstler (1671.) nach seiner Rückkunftaus Italien gefertigt haben soll. Dort wird na-mentlich auch seine „herrliche" Färbung gerühmt.Ueber 3 o Handzeichnungen von ihm sah' man1810. noch in dem Kabinet Paignon-Dijonvalzu Paris, in mannigfaltigen Manieren, doch ge-wöhnlich getuscht, die Gegenstände meist mili-tärischen Inhaltes; doch auch Landschaften, Ma-rinen, und Gattungsstücke; mehrere zeugen vonseinem Aufenthalte zu Rom. Aehnliches t e. 2.)das Kabinet Silvestre zu Paris, welches über-dies ein gemaltes Bild (Kavalleriegefecht) vonihm aufwies. Von ihm selbst geetzt kennt mannur vier sehr seltene Blätter, welche Barrsch I.122. geistreich gezeichnete, und mit schneller undleichter Hand ausgeführte Skizzen nennt: EineSchlacht (7" 4"^ hoch, 0" 6'" br.) mit seinemNamen; die Reisenden (Frau mit einem Kindauf einem Esel, der Mann zu Pferde), ebenso,und gleicher Größe, wie das vorige. Dann diebeyden Hunde, und die drey Hunde; diese beydebloß mit der Chiffer: H. V. 8. und 5 " 2-" br.2" 1"^ hoch. Hach ihm gestochen kennen wirsein eigenes Bildniß von B- Epicio, und dasje-nige eines Christoph Wittichs von A. v Zylvelt;dann von seiner eigentlichen Gattung: Die Werk-stätte des Hufschmieds, von G. Hoet. Sollte eswirklich den Unsrigen betreffen, wenn es in denNotizzen eines unserer Freunde heißt: „Der Ku-pferstecher Soubeyran hat Mehreren nach ihm ge-stochen , und dabey seinen Namen verschiedentlichgemißhandelt; so: lüvrs mvsutes

x. Vanuäs (v. Däsn) et §rsves p.

8 c>ubsz'ran. 2 ?aris Oälsuvre gu. 40.

enthält 6 Blatt, 2 davon nach dem Unsern, hierauch noch Vesevres geschrieben; Ixvs ässaZes äessinös p. älllsrsus grsnös maitrs« etgrsvös p. 8oube^r2N. 2 ?aris 92. KI. 4°. hatein Blatt nach Vesevres rc.; auf andern Blät-tern dann, heißt er Verscure.

* verschuurrng (Wilhelm), welcherimLex.unter dem Art. seines eben angeführten VatersHeinrich erscheint. Mit seinem (so. und exc.1689. bezeichnet, kennt man nach G. Schalkeneine Frau mit einem Lichte, Haibfigur, gr. 4 °.geschabt. Dann führt Rost IX. 92. als von I.Smith geschabt an: Eine Frau mit einem Lichtein der Hand, die man für die Frau von Schal-ken hielt: /^. /''ei-Lc/rurmZ- pinx. 1689. kl. fol.Es ist aber letztres doch wohl nichts anderes, alseine Copie des vorstehenden Blattes, mit einermangelhaften Bezeichnung.

* verschypen (P.) Unter diesem verdorbe-nen Namen von s)erer vanschuppen kenntman, neben Anderm, eine St. Theresia, nachRubens.

* Verscure, falscher Namen der oben undim Lex. enthaltenen verschuurmg.

verskovis (Johann Franz), ein wenig be-kannter Flandrischer Künstler des XVIII. Jahr-hunderts. Derselbe lebte aber größtentheils zuRom, wo er fast ausschließlich für Englische Rei-sende kleine Figuren und Vasen aus Elfenbeinverfertigte, die sehr geschmackvoll und mit unge-meinem Fleiß ausgeführt seyn sollen. Da er inEngland sein Glück zu machen hoffte, so gienger nach London, starb aber kurz nach seiner An-kunft. Er hatte einen Sohn, der die Kunst, nichtunwürdig des Ruhmes seines Vaters, trieb, undzugleich den Pinsel führte, leider aber als Jüng-