Vien.
Auszug einer am 6. Okt. desselben JahrS im Na-tional-Institut zu Paris abgelesenen Abhandlungvon Vien: Oss sässs Asnerslss sur Inpeinture et los Arts ä'Imitstiov begleitet, Wovon,sowie von demjenigen, wasjene Notitz, noch überdas bishin Erzählte, Bemerkenswerthes enthält,bald unten folgen wird. Gestorben war diesermerkwürdige Mann isog. und,zwar (wie es beiLandon XVII. 121 Xot. ausdrücklich heißt) 99Jahr alt, wonach somit das Schwankende derAnfangs angegebenen Daten seines Geburtsjahres,auf 1810. zu berichtigen ist*). Ein Nekrolog vonihm befand sich im Moniteur desselben Jahrs94. und im publiziste Ende Merz oder An-fang Aprills. Ein dritter wurde bei Landon(I. c.) für seine Annalen des Salons von 1810.und (nicht geleistet) dort wieder für diejenigendes Salons von 1812. verheißen, was aber hierneuerdings unterblieb. Zu seinem Art. im Lex.setze man noch, da wo von seinen geazten Blat-tern die Rede ist , welche ein türkische Maskeradeder Französischen Künstler zu Rom von 1748.darstellen (einer Handschrift meines sel. Vaterszufolge): »Dieses Schauspiel wird seit der Zeitalljährlich im Earnaval zu Neapel aufgeführt**)".
Aus jenen Notitzen im pausanias Francois,verbunden mit denjenigen, welche wir bereitsoben aus Fiorillo geschöpft haben, ergiebt sichnunmehr ff. chronologische Reihen-Ordnung sei-ner Werke:
1. Die Pest der Israeliten unter David 1742.Preisgemald. Fiorillo 446 .
2. -6. Fünf 3/ hohe Scizzen: Josua, der dieSonne aufhält. Die Erbauung der Arche. Mosesschlagt den Fels. David tanzt vor der Bundes-lade. Oza fallt todt nieder- 1748- Preisbilder,pausanias I. c. 46 not.
7. Um dieselbe Zeit so Vieles, zur Verzierungdes Hauses eines H. Moufle (tresoriör cis1 'sxtraoräinaire ste Avsrres), daß er Lilien Theildes Aufgetragenen einigen Freunden zu fertigenüberlassen mußte. Ihm selber diente das dabeyVerdiente trefflich zu seiner bevorstehenden Reisenach Italien, welche, wie wir denken, um 1744.erfolgen mochte.
8. —12. Zu Rom, von seiner dortigen Ankunftan bis 1748. Mannigfaltiges Bestelltes; wie z. B.
Ein H. Franz von Sales, wie er die Frau vonChantal unter den Schutz St. Vincent's de Paulasiellt, sein erstes großes Gemälde, welches erfür den Procureur von St. Lazare um 3 oo Livr. zufertigen übernahm; und für die Kapuziner zu Ta-rascon acht große Bilder, (Geschichte der H.Martha) das Stück für 100 Livr.
Einen Johannes, großes Altargemäld für Mont-pellier.
Hebe, die dem Jupiter ^ Cabinetsstucke fürNektar darbietet. ^ uns unbekannte
Loth und seine Töchter, t Partikularen l. c.
Susann« und die Alten. ^ 47 . not.
i 3 . Nach dem pausanias Francais I. 0.48—49. war die türkische Maskerade (Caravanne nachMekka ) 1748. die wirkliche Erfindung des Unsri-gen; und die künstlerische Frucht derselben, dievon ihm gefertigten 3 o geetzten Blätter.'
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>4 Die HH. Martha, Maria Magdalena,ihr Bruder Lazarus und St. Maximin, von denRömern aus Jerusalem vertrieben, scheinen unge-fehr in dieselbe Zeit zu fallen. Fiorillo 447 .Wo sich dasselbe befindet, ist uns unbekannt.
1 5 . Der schlafende Eremit 1750.' Fiorillo 447 .Anmerk. pausanias 5 o. An letzterm Ort wirdbemerkt: »Der Eremit war ein Venezianer, der,nachdem er einen Nebenbuhler umgebracht hatte,weniger aus Gewissensbissen, als, um sich derJustitz zu entziehen, zum Alles deckenden Eremi-ten-Rocksseine Zuflucht nahm". Hierauf wird hinzu-gefügt: „Dieses Bild erhält sich durch seine Wahr-heit, Naivetät und Färbung neben den Meister-stücken des Rubens, Titian, Champagne undDavid." Eine nähere Beschreibung und Nachbil-dung desselben im Umrisse findet sich bey LandonXI. Uo ,8. Dort wenigstens sieht unser Einsiedlereinem abscheulichen alten Wohllüstling gleich, undund der Contrast der Geige, die er im Einschlum-mern aus der Hand fallen laßt, mit dem nebenihm liegenden Todtenkopf könnte nicht widerlicherseyn ". Dieses Bild stand (1806.) in der Galleriein Luxemburg.
16. Wieder eine St. Martha, auf welches hiner als Agreeirter in die Akademie gelangte (l/chi.)pausanias I. 0.
17. Dädalus und Jcarus (17H1). Sein Auf-nahmsbild, als wirkliches Mitglied der Akademie.Fiorillo 448—49. Pausanias 5 r— 5 s. Hierheißt es: »Dieses Bild ähnelte im Colorit nochder Schuleseiner Zeit; aber die Composition warverständig, der Styl größer und reiner als deraller seiner damaligen Kunstgenossen. Man be-merkte darin nicht jene Toccirung durch Carl Van-loosche Pinselhjcbe, die man noch einen schönenPinsel nannte, obgleich die Natur keine dergleichenmacht, ebensowenig in der Zeichnung jene abge-flossenen Umrisse, jene anatomischen Verflösse,und jenes Flakkernde (sslsmboysnt), welchesdamals das große Künstlerverdienst ausmachte".
18. -20. Um dieselbe Zeit drey Bilder, welchedie Metze Pompadour für die — Pfarrkirche zussrecy fertigen ließ:
Heimsuchung. I
St. Johann Baptist. > pausanias 5 i.
St. Eloi. )
21.— 23 . Drey andere für das Hotel Lambert,
das damals dem Fermier General de la Haye zu-gehörte. Der Graf von Caylus halte ihm dieBestellung verschaft. Der Inhalt wird nicht be-merkt und eben so wenig, wo sich solche dermalbefinden. I. 0.
24. Ein St. Germanus, für die Kirche diesesNamens. (In 1806. stand solches im Museumzu Versailles). I. c.
25 . St. Thomas, der den Indianern predigt,und St. Francisc Lavier, zwey Devotionsbildersür den König. Wo sich solche gegenwärtig be-finden , wird nicht bemerkt. I. 0.
Alle diese Bilder 18.—a 5 . erhielten den Beyfallder Akademie und des Hofes — oder auch desHofes und der Akademie!
") Im Tübinger-Morgenblatt 1309. l. 355. heißt es freilich 93 Iahe alt, und l. c. S. 4-1 wird fernGeburtsjahr eben so ausdrücklich i» >7,6. gesetzt. Dort befindet sich auch eine historische Notitz über ihn,worinn es, neben Andern: heißt: „Schon in seinem vierten Jahre schnitt er Bildnisse aus, und im Zehntencopirte er mit der Feder die Zeichnungen großer Meister". Dann: „Ein Maler aus la Foße's Schule gabihm, gegen den Willen seiner Eltern, Unterricht im Malen". Hierauf (etwas albern): „In -7.14. erhielter den großen Preis; und zwar hatte die Akademie zum erstenmal eine ganze Figur (?) als Gegen-stand aufgegeben". Von seinen Studien zu Rom: „Die Bologneser-Meister waren Anfangs sein Studinm;dann Raphael, da Vinci und Michael Angelo; und wenn er gleich nicht in ihr Heiligthum eingedrungen ist,so hat er doch das Verdienst gehabt, die Französischen Maler auf den wahren Weg zu führen".
2 ") Diese letztere Notitz ist, nach dem pausanias Francais S. 49 dahin zn berichtigen: Jenes Schauspielhabe so großen Eindruck gemacht, daß man nach 27 Jahren noch sich desselben erinnerte, nnd nämlich 1776.der König von Neapel solches wieder dort aufführen ließ, und selbst dabey die Hauptrolle spielte.
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