V i g n e u x.
ihm kennt man Vignetten nach Marillier u. a.
Lä. sec.
vigneux (Alexander). Nach einem solchenhat Benoist der jüngere 1810. ein besonders kennt«liches Bildniß des Kaisers Napoleon gestochen,welches schwarz 3 Fr. und cvlorirt 6 Fr. kostete.
vignola (Hieronymus da), ein Modenest«scher Künstler des XVI. Jahrhunderts. In St-Pietro zu Modena findet man von ihm einFrescogemalde, worinn er sich als einen derglücklichsten Nachahmer von Raphael, in der da-maligen Zeit erweis't. L 6 . tsrr:. IV. 37.
* vignola (Jacob) s. Barozio im Lex. undseiner Zeit das weit Mehrere in nachfolgendenZusätzen. Eine Zeichnung von Vignola, nachwelcher die Kirche St. Louis (6ranäs ssesultss)zu Paris ausgeführt wurde, soll erst Im XVII.Jahrhundert eine ordentlich« Revolution in derFranzösischen Kirchen «Architektur bewirkt haben.
— — (Cantelli de), ein Geographe und
Landkartenzeichner zu Modena. Er gab einePostkarte von Italien heraus, die verschiedentlichvon Hermann, Weigel, Seutter und Schenknachgestochen wurde. Haub er Historie derLand-Charten S. i 65 .
vignon (Bartholomaus). So heißt im Al«mansch de Beaux-Arls i 8 o 3 . und wieder imAlmanach du Commerce de Paris 1811. eindort lebender Baumeister, der aber, wie es scheint,schon gleich zu Anfang des Jahrhunderts (viel«leicht noch früher) durch gewonnene Preise undauf den Salons ausgestellte Entwürfe, in seinerKunst sich ausgezeichnet hatte. So sah' man z.B. von ihm auf dem Salon des I. X. (1801.)einen solchen Entwurf zu einer Baute für denFleischverkauf, dergleichen er im Bezirke von je«der Municipalität der Hauptstadt zu errichtenvorschlug, wobey hauptsächlich alle diesfälligenVorschriften medizinischer Polizey mit größterUmsicht ins Aug gefaßt, und zugleich angenom-men wurde, daß übrigens das wirkliche Abschlach-ten des Viehes und das Unschlittschmelzenaußer der Stadt vollzogen werden sollte. Den»«gemein lesenswerthen Detail hierüber, ebenso wie den Grund- und Aufriß einer solchenBaute s. man bey Landon (Annal. XI. 35 .) *).Dann wieder bey Landon l. c. V- 55 . einenandern seiner Entwürfe von ganz verschiedenerArt: Für die Faoade nämlich eines Friedens-richter-Hofs, der'ungefähr das, was die Pro-tonen der Römer leisten sollte, und wobey fürdas Peristil in der Mitte die beyden artigenkleinen Tempel zu Pola in Jstrien zum Vorbildgenommen wurden. Ferner Ebendas. seinen Ent-wurf eines Denkmals für de» wackern GeneralDesaix (1802.), in der einfachen Form eines auf-gestellten Basreliefs, auf welchem dieser Heldvom Pferde sinkend, und noch von der Viktoriegekrönt, ersichtlich ist **). Uebrigens war es nichtdieses, sondern ein anderes von Pcrcier entwor-fenes , und nachwerts von dem Bildhauer Fortinausgeführtes Denkmal, welches den Vorzug,vignon aber den zweyten Preist erhielt. EndlichEbendas. (XII. 87.) noch einen vierten Entwurfdieses Künstlers von einem Cenotaphe, zu Ehrender auf dem Schlachtfeld gestorbenen Vaterlands-vertheidiger, das zugleich die Stelle eines öffent-lichen Brunnens versehen sollte, was aber, ausleicht zu erachtenden Gründe», von Kennern nicht
Vignon. Zozz
gebilligt wurde. Die nähern Beschreibungen undNachbildungen im Umrisse auch dieser drey letzt-erwähnten Entwürfe s. man II. cc. und man wirderstaunen, was die jüngstvergangene Zeit in Frank-reich , auch in Absicht auf die bildende Kunst, theilsGroßes, theils Ebentheuerliches gebar. Nochbemerken wir, daß, zufolge einer unserer Notiz«zen es eben auch der Unsrige war, der (s. obenden Art. vaudoyer) im I. «807. unter so vielenMitbewerbern, um den Plan zu einem Sieges-tempel, auf dem Platz der vormaligen Magda«lenen Kirche zu Paris, den Preis erhielt***), daßaber, aus unbekannten Gründen, im Oktob. desgemeldten Jahres mit der wirklichen Ausführunginnegehalten wurde, »weil man" (heißt es) »jetztim Publikum allerley daran auszustellen fand."Dagegen lesen wir freylich in dem Mensel.Archiv (II. 3 .166—67.), wo doch wahrscheinlichvon demselben Denkmale die Rede ist: »Den vondem Französischen Kaiser ausgesetzten Preis füreinen Entwurf zu einem Monumente der kriege-rischen Thaten der Französischen Armee hat Herrvignon erhalten; der Kaiser hat sich aber vor-behalten, den Künstler, der sich genau nach denVorschriften der Preisaufgabe gerichtet hatte, H.Beaumont (Architekten des Tribunals) besonderszu belohnen. Auch sind 'für 11. Künstler, welchenach jenen beyden die beßten Entwürfe eingereichthaben, Geldbelohnungen von 6000 bis 2000 Fr.herab bewilligt worden 'f); was aber am EndAlles auch nicht widerspricht, daß Vignons Ent-wurf niemals zur Vollziehung gekommen sey, wiedenn solches wirklich der Fall ist. Und nun, son-derbar! erhellet aus dem pausanias Fran^aisS. 5 o 6 . daß auf dem Pariser - Salon 1806. vondem Unsrigen auch .der Entwurf eines Bankhausesund Handelsgerichtshofes ausgestellt war, wel-cher ebenfalls auf den Grund und Boden derMagdalenenkirche gebaut werde sollte (es scheint,daß man diese, für allerley Sattel zu dienen, insAug faßte). Indessen wird die Bemerkung hinzu-gefügt, daß dieser Entwurf, so sinnreich er auchim Detail war, auf erwähntem Lokal keine Aus-führung litt, da man nämlich dergleichen, fürden Kaufmannsstand bestimmte Gebäude an einäußerstes End der «unermeßlichen" Stadt Pariszu stellen, für höchst unbequem fand.
* vignon (Claudius), nach einigen geborenzu Tours 1690. (a. K. 93.) und gestorben daselbst1673. »Seine Bilder" (sagt Gauir de Sr.Germain (S. 83 .) »wo man noch etwa derglei-chen antrifft, verrathen, in Gedanken und Formen,Begriffe außer aller Wahrscheinlichkeit. Auch seinColorit, das in seiner Blüthe durch falschen Schim-mer blenden mochte, ist jetzt erloschen, und selbstdieser Verlust nicht zu bedauern. Nach seinenCartons arbeiteten im Deinhause der Kirche St.Paul zu Paris die Glasmaler Robert, Niclaus,Johann und Ludwig Pinaigner, Niclaus le Vas-seur, Johann Monnier, Franz Perrier, NiclausDesaugives, und Franz Pvrcher; Robert Pinai«grier auch in der Kapelle St. Clair der KircheSt. Viktor; Desaugives, Perrier und Porcher imAve Maria, Alles zu Paris, /e IVor> p. 36 . 45 .49. Zwey Handzeichnungen von ihm besaß noch1810. das Kabinet Paignon-Dijonval zu Paris:Die Ohnmacht der Esther, und Antonius undStrakonice; dieses a la Sanguine, jenes in chi-nesischer Tinte. Gestochen nach ihm und seinenSöhnen, Cornelius und Philipp, haben M.l'Asne, G. und K. Audran, ein Ungenannter in
'") Eine ähnliche Nachbildung findet sich in Detournelle's kecueil ä'ärckileelure IV. l.ivr. dlro. 2—4.
«») Dieses findet sich auch nachgebildet im vm. Hefte von Det-urncSr's 6ra-r-l- jini ä'^rcüirecrirre, undim V. Hefte vou Ebondes. kecuei! t!'^r<2iireerure.
»»iy Schon in iZor.'erhielt er bey dem damaligen Concours general einen Preiß von 2000 Fr. für den Entwurfeiner Solenne zu Ehren des Friede bringenden — Mars! dlouv. ä. Lr-- i. 26.
f) Irgendwo heißt es: vignon habe, nach dem Urtheil der Richter, bloß das Acceffit erhalte», dann aber derKaiser den Entwurf desselben, »seiner Simplicität und Neuheit wegen ", ausgewählt.