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der St. Anna in der H. Familie des Museums;und Osh. 2 die Verehrung, nach einem Engels-kopfe von Lionard; endlich bey Filhol (^.4 / 3 ) das Bildniß der schönen Ferroniere, oderLucretia Cornelis, wieder aus dem Museum ( obmit der schon genannten Monna Lisa Giocondadasselbe, ist uns unbekannt).
Ehe wir unsern langen Art. über da vince schlie-ßen, müssen wir noch eines weitläufigen Briefes«n den Grafen von Caylus, wie man glaubt vondem jünger» Marterte geschrieben, Erwähnungthun, der den lottere pittoricks II. S. »68—300 beygerückt, und in der That höchst lesenswerthist. Hier einiges Zerstreutes in derjenigen Ord-nung, oder, wenn man lieber will, angenehmenUnordnung, wie sich solches in erwähntem Send-schreiben befindet. Vörderst über die Seltenheitachter da vince'scher Zeichnungen. Das Zahl-reichste finde sich allerdings in der Amhrosiani-schen Bibliotheck zu Mailand, aber meistens der-gleichen, was jur Erläuterung seiner beygefügtentheoretischen Kunstgrundsatze dienen muß, undsey wahrscheinlich wahrend seiner Muffe, in derVilla seiner Freunde Melzi zu Vavero oder Vav-rio*) gezeichnet und geschrieben worden. Dannfolgt die Geschichte der Handänderung dieserSchätze, so wie wir solche bereits oben nach Fr'on'llo( der dieselbe ebenfalls aus unserm Sendschreibenentlehnte) erzählt haben, und durch welche siehauptsächlich eben in die Ambrosiana, Einigesaber nach Spanien und Turin gekommen stnd.Dann habe der Kardinal Silvio Valenti Gonzagaeine Sammlung mit der Feder gezeichneter davince'scher Karrikakuren in Holland gekauft **).In Frankreich befinde sich nur sehr Weniges,und, wenn Marierre sich recht erinnere, kaum«in einziges ganz historirtes Stück. Dann befand sicheinst Vieles in der reichhaltigen Sammlung desGrafen von Arundcl in England (st. 1646.), viel-leicht das nämliche, was späterhin nach Holland,und endlich in die Bibliothek Corsini zu Rom ge-langte. Fast zu schließen sey solches, da es eben,falls Karrikaturen seyen, welche einst W. Hollar(der in Diensten des erwähnten Grafen stand)mit so unendlichem Fleiß (desto weniger aber imGeiste der Urbilder) geetzt hat***). Auch Losmazzo (D'att. äella ?itt. I.. VI. L. s 3 Lä. äiMlskio 40. 585 ) spricht von einer Sammlungcarrikaturirter Köpfe, welche zu seiner Zeit Aure-dius Luv»» besessen habe-sH. Hierauf folgteine allgemeine Charackteristik von Lionardo alsMaler, worinn er, neben Anderm, ein Masacci-sches -Genie heißt. Dann, wie er sich selbst niegenug thun konnte, nie mit sich zufrieden war,und eben daher nicht in Fresco malle, weil solches
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sich mit seinem langsamen Arbeiten, und mit sei-nem Hange, stets auszubessern, nicht vertrug chch).Sein großer Grundsatz war: Die Malerei kennekeine höhere Regel, als die Natur nachzuahmen;und diese sey in ihrer Mannigfaltigkeit unermeßlich.Daher war ihm auch, wie er selbst sagt chch't'),jedes Bild unausstehlich, das durch allzugroßeEinförmigkeit-fehlte. Daß er übrigens, wie Ar-mem'»»*) behaupte, auch an M. Angel'os jüng-stem Gericht etwas auszusetzen gewußt, sey einIrrthum, welcher sich selbst widerlege, da davince lange vorher gestorben sey, ehe Buonarotti(» 532 .) sein berühmtes Werk anhob. Hierauf vonseinen antomischen Kenntnissen, und wie unent-behrlich er solche für den bildenden Künstler hielt.Bey der Gelegenheit etwas von Eopers heraus-gegebenem Fragmente, das in wenig Worten sovieles enthält, wobey aber zugleich eingestandenwird, daß Lionardo sich nicht immer deutlichausgedrückt, da er nicht für das Publikum ge-schrieben habe**). Sein Traktat von der Anato-mie des Pferdes sey bey Ludwig XII. Eroberungvon Mailand verloren gegangen***). — Die ge-heimen Ursachen von Schatten und Licht habe, sowie bald Alles, diesem hierin einzigen Künstlerniemand anders, als die Natur, enthüllt; undeben so auch die Regeln des Ausdruckes. Wenndie Fruchtbarkeit seines Genie bey ihm eine neueIdee erzeugt, so habe er sich derselben zwass gernebedient, doch niemals, ohne zuerst die Naturdabey zu berathen; daher ihn auch G-raldo <t»n-tio^) dießfalls den Dichtern zum Muster vorge-stellt. Einer Figur, die ihm durch ihre Schönheitoder Sonderbarkeit gefiel, hätte er einen Laglang folgen können, ehe er sie missen wollte; dasHäßliche oder Lächerliche carrikaturirte er, nichtetwa um sich darüber lustig zu machen, sondernum es desto fester im Gedächtnisse zu behalten.Daß da vince auch eine Physiognomik geschrie-ben, behauptet de l>»les nach einer Sage vonRubens. — Nun von seinen Schicksalen zu Mai-land. Die Leyer, welche dem Herzog Ludovic sowohl gefiel, war eine Art Harfe mit 24 Saiten.Hierauf die Geschichte und Beschreibung desAbendmahls; darin nichts Neues. Widerlegungder (von de piles aufgebrachten?) Fabel, daßda vince, um sich an dem ungestümmen P. Priorzu rächen, welcher (wie so Viele!) glaubte, einKünstler arbeite nichts, so lang er nur an seineArbeit — denke, dessen Kopf zum Judaskopfe ge-wählt: Dafür habe er zu viel praktische Welt-kenntniß gehabt. Ein Büchelgen, wie er selbst anseinem Gürtel trug, riech er allen Künstlern an -j-^);und daß sie darin Mund, Nasen, Ohren u. s. f.u. f. nach jeder Gestalt und Ebenmaaß eintragensollten. Dieß sey besonders für den Bildnißmaler
*) Mitte Wegs zwischen Mailand und Bergamo, an dem Naviglio oder Canal di Martesana, welches selbst einesder verdienstlichsten Werke von llionarbo war.
---"-) Wo diese hingekommen seyen, wird nicht gesagt; fast sollte man, «ach einer unten ff. Stelle, glauben, in dieHand des ältern Mariette.
Noch wird auch hier erzählt, was wir schon oben vernommen: Daß eben dieser Graf von Arunbel, im Namendes Königes Karl I. für einen Band , den einmal Pompeo Levni, und späterhin der Graf Galeazzo Arconatkbesaß, diesem letzter» vergebens bis auf -ooo spanische Doppien geboten, und alsdann der edle Mailändersolchen der Ambrosiana geschenkt habe. Auch dieser Band enthalte übrigens Zeichnungen von hyrdraulischenu- a. Maschinen, mit du vince's handschriftlichen Erklärungen.
-j-) Ob der nämliche, welchen späterhin Pompeo Leont besaß?
i-s) Hierüber wird besonders p. pino's vialogo ck kniurs v«oer. Z48 angeführt.
Irsrrs». L. V. 21- 6. Xk.IV. 97.
*) Veri precelti llella kirrur». knvonns § 87 - D. H. L. §.
*-) Ein Engländer habe wahrscheinlich eben jenes Fragment,sich du Vince's verkehrte Schrift erklären zu lassen.
noch vor dem Abdrurke, nach Florenz gebracht,
***) L. II. l). tg.
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's) Olscorsi inroroo s! componre äs' stomsnr, ze. Vener. §§§.s-f) Msirnr. XLV. iLyll-yll.