Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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3092
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Zvyr V.isconti.

nen daher rühmliche Erwähnung; doch haben,außer daß durch die Kupferstiche in den Schriftender beiden letzter» viel schön erfundene alte Kunst-werke bekannt geworden sind, Geschmack undKunst durch sie eben keine wesentlichen Vortheileerlangt. Winkelmann war, möchte man sagen,mit dem Geiste des Alterthums verwandt; beseelt,durchdrungen von demselben, das große rechteZiel vor Augen, berührte er überall bloß die höch-sten Punkte, unbekümmert um Alles, was dazwi-schen lag. Seinen Nachfolgern allen war dieserGeist in weit geringerm Maaße zu Theil gewor-ben, und selbst der treffliche, der kenntnißreicheVisconti irrte mehrmals, durch gelehrte Muth-maßungen verleitet, wo das Anschauen nach hö-her» Begriffen von der Kunst ihn hatte besser beleh-ren können, wie solches z. B> mit seiner Hypo-these von den Copien der Kindischen Venus desPraxiteles, vom Capitolinischen Alexander, inwelchem^r den Sonnen-Gott zu sehen glaubte, u.^a. m. der Fall zu seyn scheint". Mit alle demwird das bereits in 1782. begonnene, und 1792.mit dem sechsten Bande vollendete Werk seinesNusso plo-LIementmo (köl. Koma) ein un-vergängliches Denkmal seiner Verdienste bleiben.Meist gründliche Erklärung vereinigt sich darinmit nüchterner Anwendung großer Gelehrsamkeitund einem sichern auserlesenen Geschmacke, wiesonst seit Winkelmann keiner auf das Feld derAuslegung alter Denkmäler gebracht. Und ob ernicht sogar unsern großen Deutschen im Talenteglücklicher Muthmaßungen in spätherer Zeit, imGanzen übertroffen habe, wird von Einigennoch bezweifelt. Zu seinen frühesten uns bekanntenAufsätzen gehören: Osservssioni su «lue mc>-«sici anticki istoristi. 8. karm. 1788. — Os-servsLiooi sopra nn anticc» cammeo rsp. 6iovsL^ioco. 4- ?2<lc>v. 1798. — I^ottera su cli unÄNtica ar^enteria nuovamsnte scopertssi inRoma. kom 179Z. — Isvri^ioni pressteIriopes. kol. ib. I 7 g 4 - — Nonumenti 6sbi-in stelln Villa kinciana (kor^lisse) Z Vol. 8. ib.1 / 97 - Den Französischen Kunstbeuten folgte unserRömer nach Paris*); und noch vor seiner Ankunfterhielt er den Titel, und späterhin den wirklichen Auf-trag der Stelle eines Conservatoren der Statuendes Museum Napoleon. Seit i 8 c> 3 . finden wirihn auf dem Verzeichnisse der Mitglieder des In-stituts , dessen erste Zierde er von da an ausmach-te *'). Ein Paar Aufsätze von ihm: Notics st'uue

Status L^^ptienne tzui so voit ä 8t. Lloust»

und über einen vorzüglich schönen Vespasianskopfin Erz, der um erwähnte Zeit zu Rom ausgegra-ben, und — sogleich nach Paris gebracht worden,s. in den Nouvell. li. -^rts II. 210—12 und III.289—90***). Zu dem von den Gebrüdern Pira-nesi herausgegebenen Werke (Nüsse Napoleon),welches in 180h. mit dem zweiten Baude vollendetwurde (jeder Band, in Quartformat, enthielt 80Kupfertafein in Umrissen von Th. Piroli, und ko-stete in Deutschland 16 Thlr.) gab zuerst der jün-gere Schrveighauser, dann Louis Petit Ra-de!, und endlich unser Visconti, den gelehrten

Visconti.

Text. Eine ausführliche Nachricht von diesemWerke giebt die Btbl. f. red. u. bild. Rünste II.(2) S. 248—61. In 1809. las er in einer Si-tzung des Instituts einen für das, von der Klasseder schönen Künste zubereitete, vlctlonnalro sts lalanAue stss Lsaux-tzrts bestimmten Art. überdie Basiliken: „Die Mitglieder" (erzählt einDeutscher, der jener Sitzung beygewohnt) »mach-ten nur ein Paar unbedeutender Anmerkungenüber einzelne Worte, die der bescheidene Römerauf der Stelle friedlich adoptirte." Tübinger-Morgenblarr 1811. I. 678. In 1810. über-reichte er dem Kaiser Napoleon die ihm von dem-selben aufgetragene IsouvArapüie Lresgue 3Quart-Bände, nebst einem Kupferband in Fol.,und beschäftigte sich mittlerweile auch mit einerähnlichen IsoZuoArspIiie. Kommas. Dieses —wahrhaft gelehrte Prachtwerk (wie es sonst der-gleichen viele — nicht sind) sollte alle authen-tischen Bildnisse der Kaiser und Könige, u. a.berühmter Männer des Alterthums enthalten, nebsthistorischen Notitzen und kritischen Bemerkungenbey jedem Blatte ( 1 . e. 1L10. II. 640)49. In181s. wurde er zum auswärtigen Ehrenmitgliededer KK. Akademie der bildenden Künste zu Wienernannt. In 1814. las er wieder im Institut ver-schiedene zu dem erwähnten Dictionnair gehörigeArt. vor, welche die Begräbnisse der Alten zumGegenstand hatten; bann andre über die Stein-schneiderkunst ( 1 . c. 1814. S. ic» 58 .) Bald her-nach ging er nach London, um die Erklärung derdurch den Lord Elgin dem Parthenon zu Athenenthobenen wunderschönen Denkmäler zu versu-chen (1. c. S. 1104), und das, vornehmlich durchseine Bemühung so trefflich gelungene Werk warin England (1817.) kaum erschienen, als eineschmerzhafte Krankheit die Tage des Unsrigenendigte, „ der" ( wie sein Nekrolog sagt) »weni-ger Jahre als Arbeiten zählte''. Einer Wittweund zwey Kindern hinterließ er die ganz« Erbschaftseines berühmten Namens, welche indessen^)für sie nicht unfruchtbar seyn wird.

* Visconti (Franz Maria) von Siena,Kupferstecher mit dem Grabstichel. Von ihm kenntman: Nqch A. Casolani einen St. Johann Colom-bino; nach I. Nasini eine H. Familie von dreyFiguren; nach B. Peruzzi die Abbildung PandolfoPetrucci's, Herrn von Siena; nach F. Solimenaeine Madonna; nach I. Sorbi den KapuzinerSt. Joseph da Leonesta; nach F. Vanni eine M.Magdalena. Seine Blüthezeit wird

bort nicht angemerkt.

— — — (Ludwig), von Rom, ein jungerBaumeister zu Paris, wahrscheinlich Sohn einesder obigen (Philipps oder E. Nuirinus)Schüler von Percier, gewann 1814. den zweytengroßen Preis mit dem Entwurf eines Bücher-Museums. Fern//, xmül.

— — — (Oberto) s. oben den Art. GuidoLarmandino.

'"') Was sein Nekrolog also — verschönert (?): l.» cissrin(e dir. senibloic teilewenr lies s «eile

^e ces rnonuniens <zu'!l s si superieuremeni expligues, gue lors^u'llne revoiukion, kirnest« su repos cle. Is krsnee er ste I'Lnrope, les eur cbssses <le leur Premier ssnerusire, ce liigoe interprere cies besux-srts en secornpsgos les «Keks-st'eenvres cisns 1e nouvel ssile gue leur svoir prepsre Is vicroire.

7,») (Quatremkre de tQuincy sagt von ihm in einem andern, gleich nach seinem Tode in der Akademie verlese-nen Nekrolog: Le n'eloir pss un ssvsor <^ue Ion consulioic, e'etuir uu lirre toujours ouverr, uue seit«ste liilrliolliecjue sccessible s laut le monste. Isrnsis il u'ouvrsjc st'svis <^ui ne reposär per sur un ksir,er l'exeinple venoir s I'sppu! cle son opiuioir snssi prompteiueor gue Is psrole. Ls plupsrc stes inscrip-rions eoinposees ou expli^uees stsos le sei» ste l'Lcssteinie stes Lelles-Lscires eroienr soo ouvrsA« etc.

««^) Von letzterm wird bemerkt, daß die Kopfe dieses Kaisers selten, einer rm Museum Capitolinum sehr Mittel,mäßig, und ein schöner kvlossalischer, einst in Neapel, restamirt sey.

4) Leider nmrde die icouoßrspllie komsine, wovon nur der erste Band erschien, durch V. Tod unterbrochen.

44) Liier. Ull peupie r! sensible s Is glsire, «k snus UI> prinee «i ksvorable SUI lslens, sagt wieder sein

Nekrolog. r>st!