402, Vogel.
nach seiner «igelten Angabe in 1788. setzt, unddann also fortfährt: „Schon in seiner frühestenJugend gab er Beweise seiner Anlagen zur Ma-lerei), die er auch seit 1772. oder 73. unter Sche-nau studirte. In den Anzeigen zu den deut-schen Kunstblättern 1799. ( 4 °.) S. 23 heißt«s von ihm: „Seit einiger Zeit besitzt Dresdeneinen seiner schätzbarsten Künstler wieder, in demGeschichts - und Portraitsmaler Herrn ChristianLeberecht Vogel, Pensionär der hiesigen Aka-demie, welcher bisher auf seinem kleinen Tusku-lano bey Wildenfels, in der Stille des Weisenund in einer glücklichen Abgeschiedenheit von demgeräuschvollen Leben, den Musen opferte. Erwird sich nur den Winter über hier aufhalten,wo sein geistreicher Pinsel mit verschiedenen Ar-beiten beschäftigt ist, welche das Publikum wahr-scheinlich auf der bevorstehenden Kunstausstellungmit gewohntem Vergnügen wiederum bemerkenwird." Und Ebendaselbst S- 08—40. werdenvon ihm drey Zeichnungen, Halbfiguren in Se-pia (18" hoch, 12" br.) das Stück zu 36 Thlr.(eine Psyche, eine Bestalln, und ein Knabe, dervor einem Vogelbauer das „ Leben und Weben sei-nes gefiederten Lieblings" betrachtet), angeführt,mit beygefügtem Urtheil: »In allen dreyen herrschtder feinste Geschmack und eine große Delikatesse.Alle diese holden Engelsgestalten, die aus Vo-gels Pinsel und Griffel so willig und leicht her-vorgehen, sind mit Grazie umweht. Uebrigensist dies alles so leicht und mit so Wenigemgemacht, daß es die Wahrheit schön bestä-tigt: Viel mit Wenigem hervorzubringen, ist(ja wohl!) die größte Kunst der Menschen."In 1781. wurde er Pensionär der Akademie und1800. wirkliches Mitglied derselben; in i 8 i 4 - ob.16. erhielt er aber, so wie alle Mitglieder dieserAkademie, den Titel als Professor. Früherhinhielt er sich eine Zeitlang bey dem Grafen Solmszu Wildenfels auf. Vogel ist als ein geschickterund denkender Künstler langst bekannt; vorzüglichaber excellirt er in solchen Gemälden, die Kinderdarstellen. Von zwey Schriften die er 1812. zuDresden in 4°. herausgab, handelte das eine—über die Cometen; und das andere war betitelt:„Ideen über die Schönheirslehre *)." Hier-auf werden von ihm aus spätern Jahren, alsoben, noch angeführt: Auf dem Dresdner-Salonvon i8n. wieder die Bildnisse zweyer Kinder;und aus dem Salon 1814. Magdalena, nach Cor-reggio, und Hektors Abschied, nach Homer. Dannals nach ihm gestochen: Vörderst sein eigenes selbstgemaltes Bildniß, von Stölzel; dann von F. v.Durmer für das Wiener-JndustrieComtoir punk-tirt: le Petit Oistrsit (ein Knabe mit einemBuche, daneben ein Vogelbauer, oval; das Origi-nal im Besitze des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen) und als Gegenstück Amüsement ä'en-ksnt, (hoch 13 " , br. II") Pr. 2 Rchthlr. 16 Gr.vor der Schrift, oder in Farben jedes 3 Rchthlr.;von Friedel, das Bildniß des Schriftstellers A.G.Meisners 8°.;' von C-G. Geyser öKupfer zu den Ge-dichten von Lenz; von Stölzel 1801. das Bildniß desberühmten Mineralogen Werner en Medaillon;u. s. f. Vergl. auch unten I. Vogel.
Vogel (Christoph), ein Kupferstecher zu Dres-den. Wir kennen von ihm: Den Churfürst Jo-hann Georg von Sachsen zu Pferde, verzeichnetund 1616. schlecht radirt in 4°. ; dann 1619. nacheigner Zeichnung: Das Innere der ChursächsischenBegräbnißkapelle zu Freyberg. Die perspektivi-sche Zeichnung dieses ungemein großen Blattes
Vogel.
(fast 2 Ellen hoch, und etwas über 2 Ellen br.)hat ihr Verdienst; die Ausführung mit der Nadeldagegen ist roh und flüchtig. Es ist ein sehr sel-tener Stich, der eigentlich zu D. Schirmer's Be-schreibung gedachter Kapelle (Freyberg 1619.)gellört, und in den wenigsten Exemplaren sich abernoch erhalten hat **). Dann das Bildniß desArchitekten Caspar Krengel in Fol. in einem rohenStyl radirt, das eines N. Sattler's in 4°. rc.Noch in 1648. arbeitete er für Buchhändler.
Vogel (Conrad), wurde 1696. zum Münz-meister der gefürsteten Abkey Murbach ernannt.Hirsch teutsches Münzarchiv VII. 335 .
Vogel (David), ein Baumeister von Zürichin der Schweiz, geboren 174. und gestorben r 8 v 8 .dessen große theoretische Kenntnisse mit der Dürf-tigkeit seiner praktischen, und eben so auch dieVorzüge und die Gebrechen seines Personalcha-rakters, unter sich in dem seltsamsten Contrastestanden. In Rom hatte er lange die Gelegenheit,von Winkelmanns Unterricht den größten Nutzenzu ziehen, sehr wenig benutzt. Seine Wißbe-gierde war ungemein, sein Eigendünkel nicht vielgeringer. In mehrern Epochen seines Lebens hinges nun von ihm ab, sich ein bescheidenes Gluckzu gründen; allein er versäumte oder verpfuschteimmer die gelegene Zeit. Mehrmals fing er an,die Geschichte der Architektur zu schreiben. DerVerfasser gegenwärtiger Zusätze sah davon vor-treffliche Bruchstücke; andere sind, wenn wir unsnicht irren, irgendwo dem Deutschen Merkurbeygerückt. Einmal wurde gar mit dem eigent-lichen Abdrucke des Ganzen angefangen, aberdamit aus dem natürlichen Grunde nicht fortge-fahren, weil das Ganze (wie Alles, was dieser,durch eigene Schuld verunglückte Mann anfing)auch in Handschrift niemals vollendet ward. Meh-rere sehr gute Menschen, die er nicht selten indie größte Verlegenheit fetzte, waren ihm nichtsdesto minder bis an fein End mit treuer Freund-schaft, Rathund That zugethan; Alles vergebens;er starb beynahe im eigentlichen Elend.
— — (Franz). Ein solcher wurde in 1742.zum Königlichen Stall-Bildhauer zu Dresden er-nannt. Hofkal.
— — — — ein Dekorations-Dildhauer zuWien und Kunstmitglied der dasigen Akademier79Z. Hof- und Sraaes-Schematismus v.Wien auf 1793. 8°.
— — (F). Ein solcher soll ein Bildniß desChurfürsten Max. Joseph von Barern in 8°. ge-stochen haben.
— — (Georg), geboren zu Uebigau beyDresden 1786. und gest. 1802. Jngenieurmajor,der, neben Anderm, die Aufsicht bey den Schanz-arbeiten hatte. Mehr über ihn, was nicht hiehergehört, s. bey Haymann S. 422—23.
— — — — der Sohn eines Schul - undsehr geschickten Schreibemeisters zu Nürnberg *wo der unsere 1767. geboren wurde und auch alsKupfer- und Schriftstecher sich ernährte. »Vo-gel war sonst auch ein frequendirendes Mitgliedder Malerakademie." Schad's Pinakothek1798. 8°. S. 212. 263. Dieser sehr mittelmäßig«Künstler hat, nach verschiedenen Zeichnern vielesfür Buchhändler gearbeitet. Als zum Magazin desPflanzenreichs. Erlangen 179». 4 °.; zu Marti-ni's Conchilien-Cabinet; Spohr's Uebersetzung
«) Dieß wird wohl das nämliche seyn, welches anderwärts als ein Werk: Ueber die Schönheit in denbildenden Reinsten, in zwanglosen Heften angekündigt, und sein Verfasser dort: „Hofmaler inDresden, ein geistreicher Künstler" genannt wurdr. Eine Probe davon sah man schon im N. D. Mer-kur (Febr. 1807.)
Dieses Blatt mußte nach seinem Erscheinen, auf landesherrlichem Befehl (leichte Mittel, Küuste ru för-dern) in mehrern Stadtkirchen Chursachsens ausgehängt, und ein Abdruck davon mit -> Gld. 12 Er.bezahlt werden. L. Meltzer» Erneuerte Chronik von Schne-eberg. Das. -71S. 4 S. >557.