Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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4or6 Vogel. Vogel.

reise, mit vorzüglicher Bewunderung im Dome zu und vollends sich durch jene — empfindsamenOrvieto des Anschauens der Werke des dem großen Paare in den Mittel - und Hintergründen aus?Buonaroti so ähnlichen Luca Signorelli, und in söhnen lassen, wo die Gattin dem heimkehrendenPerugia, Assisi, Arezzo und Cortona derjenigen Manne die schwere Hellparte abnimmt, und ihmanderer alt-italienischer Meister. Zu Florenz brachte dafür die süße Last ihres Jdngstgebornen auf dener vollends ein halbes Jahr damit zu, die Vor- Arm reicht, oder wo jene andere dem ihrigen dieganger Raphaels zu studiren; und cvpirte und noch blutende Wunde verbindet, u. s. f. Auchzeichnete sich dort sowohl als auch zu Siena und hin und wieder eine etwelche Härte der Umrisse,im Campo Santo zu Pisa, Mannigfaltiges nach die von dem eifrigen Bestreben nach durchausdem Merkwürdigsten, von Giotto an bis zum richtiger Zeichnung herrühren mag, und hier-Ghirlandajo, Masaccio und Perugino. Jm Sep- nächst grelle Farbengebung sind von Einigentember i8i3. kehrte er endlich in seine Heimath, über Gebühr gerüget worden. Freylich ist daSin die Arme seiner liebenden Aeltern zurück. Die letztere nicht das Colorit von Mieris oder Douw;selben bewohnen in einer der Zürcherschen Vor- aber, der vielen ganzen Farben an den Gewänssiädte eine Anhöhe mit entzückender Aussicht über dem ungeachtet, fehlt es dem Gesammttonedie wunderschöne Gegend in der Nahe, und die nichts minder als an Harmonie, und die derbensüdliche Alpenkette in der Ferne. In einem ab- Wangen unserer Alpensöhne und Töchter durftengesonderten Gartengebäude hatte sein guter nicht die anziehende Blässe der Bildnisse vielerVater noch vor ftiner Ankunft ein Attelier mit hochberöhmter Meister an sich tragen. **) — Seitkunstgemäßer Einrichtung anlegen lassen, und da- diesem Hauptbilde fertigte unser Künstler nochmit den Ankömmling, wie man denken kann, mehrere, meist Aquarell-Zeichnungen, worunteraufs Angenehmste überrascht. In der von kei- die bedeutendsten folgende sind: Struth Winkel-nerley Geräusch unterbrochene» Stille dieser Werk- rieds Kampf mit dem Drachen, und des (geschieht-statte war nun ein Paar Jahre lang die Dollen- Uch bewährtem) Adam Näfs um das Zürcher-Dung des mehrgedachten Hauptbildes sein beynahe Banner in der Schlacht zu Cappel (i55i.); eineinziges, aber wahrhaft großes Geschäft. Mit Todienacker mit Figuren im Luzerner-Costum, aufder beharrlichsten Ausdauer bemühte er sich, den den Knieen, in Andacht am Grabe geliebter Ver-Erguß der religiösen und patriotischen Freude ei- storbner; der Bundesschwur der drey ersten Eybs-nes einfachen Volkes über den ersten für die Frey- genossen; der Winterabend und der Kiltgangheit seines Landes erfochtenen Sieg darin ausjur (zwey ländliche Darstellungen aus dem Cntlibuch);drücken, das charakteristische Körperliche und ein Berner-Oberländer-Mädchen, das unter sei-Geistige des Zeitalters in der Hauprdarstellung nein mit Weinranken umgebenen Fenster, einensowohl, als in den episodischen Beywerken, und Blumentopf und eine Katze zur Seite, ihre bion-bie große Natur in der landschaftlichen Staffi- den Haare zu siechten begriffen ist; dieses in Oel,rung, mit der gewissenhaftesten Treu, dem Alter und eben so eine Landschaft, welche den Wohn-und der Jugend, dem Kenner und Nichtkenner ort des Einsiedlers von Flüe, im Ranft, darstellt,«indrücklich — wir möchten sagen handgreiflich Die Copie nach einer Judith von Andrea delvor Augen zu malen, und somit einen Typus zu Sarto, in halblebensgroßen Figuren, beendigte erentwerfen, wie nach seinem schlichten Sinne erst seit wenigen Monaten.Schweizerisch-geschichtliche Gegenstände von der .....

Kunst behandelt werden sollten, und solches doch Jedes Jahr ist eine Reise m einen oder meh-so selten sind. Jener, der Kenner dann wird rere unserer (hauptsächlich der im Gebirg gelege-vorzüglich an diesem Bilde bewundern wie die neu) Schweizerkantone, seine Erholung. Aufden-mannigfaltigen Gruppen desselben sich ohne Der- selben zeichnet er theils einzelne Figuren, theilswirrung zu einem großen Ganzen verbinden, von ganze ländliche Szenen, Volksfeste u. drgl., oderden Hauptfiguren im Vorgrunde jede ausdrückt besonders merkwürdige Landschaftsgegenden, alleswas sie soll, und von den fast zahllosen übrigen mit der individuellsten Eigenthümlichkeit seinesauch nicht Eine ein untheilnehmender Lückenbüßer Gegenstands, und sammelt sich dergestalt uner-zu nennen ist. Mag immerhin der Schwäche un- schöpflichen Stoff zu künftigen ausgeführtem Ar-iers Zeitalters die Kraft der hier aufgestellten Vor- besten. Da sein wahrhaft schweizerischer Sinnwelk etwas zu derb erscheinen, und es hie und da ihm überall freyen Zutritt verschafft, so gelingtwirklich seyn — sollte der Künstler darum jener Blö- es ihm, manches Charakteristische von Menschendigkeit lieber zu viel als zu wenig fröhnen? Oder und Dingen an Ort und Stelle nachzubilden, wassollte es gar den feigen Sinn manches staatsklu- sonst mehrern seiner Kunsigenossen verborgen bleibt,gen Beschauers ärgern, wenn er in einer der auf- Die Frucht einer dieser Wanderungen ist, nebenfallendsten Gruppen den Siegeswagen, mit Oest- Anderm, die ausgeführte Scizze eines fogenann-reichischen Helmen und Pannern bis oben ange- ten Schwingtags auf den Alpen, und eines Stein-füllt, die Anhöhe von Steinen *) hinunterfah- stoßens a. d. Rigiberg, was ihm, zumal das ir-rend erblickt — man möchte sagen hinabrasseln stere, späterhin zu Oelbildern dienen soll. Ueber-hört? Oder soll es das aufgeklärte Aug verletzen, Haupt scheint er nun hauptsächlich in Darstellun-wenn der rückkehrende Krieger dem Kreuz am gen aus der Schweizerischen Welt, alter undWege seine dankbare Verehrung zollt — nun so neuer Zeit, sein Fach gewählt zu haben. Beywird er sich doch, ob Gott will! an den schönen seinem nach nicht dreyßigjährigen Alter, seinerHauptgruppen im Vorgrunde weiden, wo die Kraft festen Gesundheit, seiner günstigen äußern Lage,der rückkehrenden Sieger sich um die zarten Na- seinem ausdauernden, keinerley Muhe — undeken ihrer sie bang erwartenden Ehewirthinnen eben so auch keinerley Kritik scheuenden Fleiße,windet, oder an jener andern, wo einer der sieg- mit dem liebenswürdigsten Personalcharakter ver-gekrönten Anführer dem von Alter krumm gebeug- eint, ist zu erwarten, daß unser Künstler, beyren Rudolph Reding die Geschichte des heißen vollendeter Ausbildung seiner großen Talente,Tags erzählt, und seinem vor der Schlacht er- seinem Vaterland und der Kunst mehr als ge-theilten Rath die Ehre giebt, welch« ihm gebührt; meine Ehre bringen wird ***).

«) Dorf bey Schwyz.

Ein von ihm selbst geetzter Umriß dieses mit so viel Recht gepriesenen Bildes findet sich ln den weinra»rischen Zeitschwingen vom I. iZ-7-

>»») Wie wir dieses schreiben, geht unser, von allem wahrhaft Großen und Guten begeisterte Künstler damit um,aus Veranlaßnng des bevorstehenden Reformatious - Jubelfestes, ein Bild zu entwerfen, daß den AbschiedUlrich Zwingli's von Haus und Vaterstadt zum Gegenstand hat: Wie dieser achte Glaubensheld (izzi.)mit der tiefen Empfindung seines schönen Wortes: »Den Leib können sie zwar todten, aber nicht dieSeele"! seinem Tod auf dem Schlachtfelde vor Cappel entgegeneilt.