Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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quis von Lassay: Eine Geburt. Im KabinettepaignonMl'jonval zu Paris befanden sich nochi8io. Handzeichnungen mit der Feder und aus-getuscht; darunter eine Folge von acht Blättern(9" br. 7" hoch) aus der Geschichte der erstenWelt: Die ersten Eltern, wie sie im Schweiß ihrBrodt essen; wie ihre Nachkommen Städte bauen;wie sie sich nicht mehr vom Feldbau allein näh-ren können, und sich auch auf Fischerey undViehzucht legen; wie sie sich den Lastern ergeben;wie Noah sich von ihnen sondert; wie Salomodie Tempel der falschen Götter zerstört, und dieGötzendiener — verbrennt. Dann: Eine Marter St.Stephan mit 3 o. Figuren (i8" br. 9" hoch), undein-Küchenstück (i 3 " br. 10" hoch) u. s. f. We-niger bedeutende dergleichen Zeichnungen von ihmbefanden sich um dieselbe Zeit, ebenfalls zu Pa-ris, in der Sammlung des Herrn I. A. Silve-sire. — In Deutschland besitzen von ihm die Ga-lerie zu Wien: Das Brustbild des Künstlers imAlter, und einen Christus am Kreu^, mit den HH.Frauen, klein auf Kupfer. München: EinenMannskopf im Kragen. Schleisheim: Christuszwischen den beyden Schächern (4^ 7" hoch, 3 '4 " br.) (der alte Catalog hat noch das Bildnißeiner alten Frau *). Die Galerie pommerssselben das (L/ hohe, 10^ breite) Bild einer Ge-burt (N°. 378.) Von den 600. Blättern nachunserm wohl nur allzufruchtbaren Künstler kennenwir keine andere als die reichhaltige Litteratureines Verzeichnisses meines sel. Vaters. Dortwerden gegen 3 o. (weit die mehrern Holländische)Stecher genannt., welche nach ihm gearbeitet ha-ben; nämlich: I. B. Barbe, I. de Bie, N. deBruyn, A. Caprioli, A. und I. Collaert, I. Dit-mer, Earlom, P. Faber, C. Ferranti, G. Freu,zel, C- Ph. und Lh. Galle, Hildebrand, P. Jode,C. Mallery, C. M. und S. de Paas, Pazzi,Richter, die Sadeler (diese ganz besonders) Ph.Lhomassin, C. N. Darin, ein H. D. I. Weertund die Wierx, Ungenannte in le Clercs und vanMerle's Verlage, nebst ein Paar apokryphi-scher Namen nicht zu gedenken. — Hier nen-nen wir nur, um von der Mannigfaltigkeit desGenius unsers Künstlers einen Begriff zu geben:Die Auferweckung Lazari, ein ausgezeichnetesBlatt von de Bie, die vier Jahrszeiten (ob dieaus der Galerie Colonna?) von de Bruyn; dieFolge von Einsiedlerinen, von den Collaerls; dasLeben und Leiden Christi ( 5 o Bl.) von C. Galle,gemeinschaftlich mit Collaerts; die Dreyeinigkeit,das beßte Blatt von Ph. Galle; die Geschichtedes Tobias und die zwölf Monathe von Crispinde Paas, dem Alten; das Hohe Lied von Sade-ler. Bildliche Vorstellungen aus dem I. BuchMose (16 Bl.); eine zahlreiche Folge aus demLeben Christi, und eine andere von Einsiedlern **),all« dies von Joh. (2. K. und Raph.) Sadeler;Gott erscheint dem Kam nach dem Brudermord;sechs Embleme: Amor, Nuptiss, lesbar, Ho-rror, Arms, Venstio (welches Millefleur!) unddie vier Temperamente, vpn Raph. Sadeler; dasLeben Joh. des Läufers (21. Bl.) von Weert;die Anbetung der Könige, und die Geschichte desPropheten Jonas (4. Dl.) von Ant. Wierix; Enochin den Himmel versetzt, von Hier. Wierix; daSOpfer Abrahams, von Joh. Wierix. S. Rost

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unter den genannten Meistern. ^ Noch nennen wir(ebenfalls, wie Kraut und Rüben, Alles durch-einander) nach dem Verzeichniß unsers sel. Vaters:Die freyen Künste, von Ph. Lhomassin; die siebenWeltwunder, von den de Paas; die fünf Sin-nen, "von den Collaerts; die vier Weltgegenden,von Joh. Sadeler; die neun Musen, von Galle;Jupiter und Antiope, von Richter; das obenge-nannte Bild Pan und Syrinx aus der GalerieOrleäns, nach Borel's Zeichnung, von Varin;ein Küchenstück von Earlom, u. s. f. u. f. Allesmit weit Mehrerm.

* vos (Paul de). von Männlich sagt vonihm: Seine Compofltion ist reich, die Zeichnungoft richtig, die Färbung helle und wahr; die Be-handlung leicht, keck und breit. Bilder von ihmbesitzen in Deutschland, unsers Wissens, einzigbie Galerien zu München und Schleisheim;die erstere eine Bärenhetze (6^ 4" hoch, ir? 6" br.)in lebensgroßen Figuren, und ebenso Hunde, diesich um einen Ochsenkopf zanken; die Zweyte:Das irdische Paradies (die Erschaffung des Memscheu, in der Ferne): Raub - und andere) Thiereleben untereinander (6^ 9" hoch, io^ 9" br.), undvon gleicher Größe, den von Hunden verfolgtenRehebock; dann zwey Hunde raufen sich um Käl-berfüße, und zwey andere zanken um eine Kalbs-lunge. Früher hatte Schleisheim »och: DenTyger, von zehn, und das Wildschwein von siebenHunden gehetzt; das gesattelte Pferd, von Wölfenzerrissen (der Reuter flüchtet sich); zween Bärenkämpfen mit neun Hunden, und eine Wildschweins-hetze mit eilfen. Dann zwey Bilder, gemeinschaft-lich mit Rubens gemalt **): Mars von der Fa-ma mit Lorbeeren gekrönt, ein Genius löscht dieKriegsfackelaus; und: Einen Held, den die Lugend(junge nackte Frau mit — Flügeln) krönt, miteiner Menge allerley Waffen staffirt. Diese bey-den Pendants 9^ 9" br. 7/ 8" hoch »f). AuchDüsseldorf besaß einst eine Hirschjagd; und dieGalerie zu Bopenhagen Hunde mit wildenSchweinen.

vos (Peter de), ein Bruder von Martin,dessen bey Descamps I. 121. am Schlüsse desLebens dieses letzter» kürzlich Erwähnung geschieht,soll ebenfalls ein geschickter Künstler gewesen seyn.

vos (P. de). Irgend einer Anzeige zufolge,hat man ein Kupfer, was die Mutter Gottes ineiner Nische stehend vorstellt; sie hält in der Rech-ten einen Zepter und mit der Linken das Kind.Innerhalb des Stiches liest man: ole

iiAuravit, Doocdtrn' seulp.; und kirens ex.Die etwas undeutliche Unterschrift heißt dagegen:HntVerpas popVI.VIU geoltrlX Vermanvat.Vere. ^mplissimis keip. ^ntverplensis 806s-litntibus kreslsisrHs ^«lrlanus 6 s 8 . Hubertsvel Hubert: exe. cum pri. (hoch 9" 9"^, br. 7").Dann kenne man aber auch noch ein anderes,was, ohne Anzeige des Stechers, von eben die-sem vos zu seyn scheine, bezeichnet:inue. und ^uv gustre veuts 8 . 6 .; dies H 0 .zeigt den Verleger an, der vermuthlich ein Ant-werpner war. Auf letzteren Blatte (10" hoch,7" 3 '" br.) sieht man die Wahrheit nebst der Zeit,und in der Höhe den Neid. Da die in obgedach»

«-) Wahrscheinlich jetzt, wie so Vieles vom Mittelgut, in eine Provinzial-Galerie relegirt.

«1*) Dieses Schreckenswerk enthält nichr minder als vier Abtheil. (log. Bl,) Auch Raph. Sadeler hatte Theildaran. Die Titel der Abtheilung finden wir irgendwo, wie folgt, rubririrt:

ksrs I. Loliruäo ». vil» kstrun» Lrewicolsruai. 2g. toi.

II. Iropbreiun vit» solilsri», ckeäic. Ueor. Lselsoo Orüiosli. li. »c. V«nex. iZgg. 25. toi.

III. Orsculuo» Lnsoborollcum, «leäic. Llemenri VIII. k. M. /»/,. V-oel. 1600. 25. toi.

IV. 87IVL »scrs Luilielmo Low. Alonsobii »594. toL, 2g.

«s») Was jeder daran für Antheil hatte, wird nicht gesagt,f) S. oben die Bemerkung bey dem Art. Martin de vo».