Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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<046 Vouet.

der übtlgen Figuren absticht." Hiernächst (XlN.N°. 46 .) eine Darstellung im Tempel; des Künst-lers beßtes Gemäld im Museum: »Sehr anzie-hendes leuchtendes Colorit; mehr angenehme alsgelehrte Zeichnung, doch ohne auffallende Fehler.Etwas Gezwungenes in den Mienen; wenig Re-lief für einen Bewunderer Paul Veronese (einGebrechen, das sogar zum Theil auf seinen grö-ßer» Schüler, le Sueur, ndergieng)." Dann(XIV. N°. i 4 ) Christus am Kreuze, unten ganzeinzig die H. Frauen und Johannes, auf die eraber nicht, sondern gen Himmel blickt *). Lan-ds» nennt dies Bild in Absicht auf Ausdruck einNichts (nul), sonst sey der Christuskopf schön;die Köpfe der Magdalena und St. Johanns hin-gegen zu manierirt, und Mariens zu jung. DieZeichnung am Christ sey von gutem Geschmack,aber ein wenig rund; das Nackte im Ganzen sehrgut gemalt, und überhaupt dies Bild eines derbesorgtesten unsers Künstlers; das Colorit etwasschwach, was dem Ganzen dann freylich einegewisse Harmonie giebt, die man nur in der Drap-perie vermisse, deren Falten zu wenig gebrochenseyen **). Endlich (XV. N°. 70.) das Merk-würdige eines Künstlersvereins von vouer'sKunstgenossen um einen Tisch, darunter auch erselbst an einer Staffeley sitzend. »Die Figuren innatürlicher Größe und mit viel Freyheit gemalt;aber die Toccirung ein wenig trocken, und dasColorit schwach." In seinem allgemeinen Urtheilüber den Unsrigen bemerkt übrigens Lands»<eben auch wieder zu einer seltsamen Entschul-digung) daß das Meiste, was man von ihm inFrankreich besitze, bloß von seinen Schülern,nach seiner Zeichnung gemalt, und dann von ihmrikoccirt sey *^). In Deutschland zeigt man vonihm: In der Galerie zu München oder Schleis-beim das Römische Dianenfest am iZ. August,wo man Jäger und Hunde rasten läßt, in gan-zen lebensgroßen Figuren (il? 6" hoch, 8^8"br.).Der alte Catalog nennt ein noch größeres, woDiana sich zur Jagd vorbereitet; dies vollends(19, 9" br., und iV 2" hoch). — Dresden:Den'H. Ludwig auf den Wolken getragen, undvon Engeln gekrönt (9^ 5 " hoch, 5 ^ 2." br.). —Berlin (da durfte der Stifter der FranzösischenSchule nicht fehlen): St. Elisabeth, die den Ar-men — Eyer austheilt, in nicht ganz lebensgroßenFiguren. — Salzthalum einst: Madonna, dasKind im Arm, lebensgroße Halbfiguren, und einezweyte H. Familie, eine Art Silentium, dem Jo-seph, auf den Stack gestützt, nach seiner Weisezusieht. Auch der Catalog des Kabinets des H.Hof - und Landgerichts-Advokaten Schmidt zu Aielnennt von dem Unsrigen, als (1809.) dort befindlich:Nebst einer Madonna mit dem Kind, »in seinerbeßten kräftigsten Manier", einen todten Christim Schooß seiner Mutter, von den H. Weibernumgeben, und zwar dasjenige Bild, welches so-wohl Dorigny als Daret in Kupfer geliefert haben.An die 26. seiner Handzeichnungen in schwarz u.weißer Kreide besaß noch 1810. das Kabinetpargnon Dijonval zu Paris, darunter 18. Stu,vier, von Köpfen u. s. f. Dann aber eine i 4 "hohe, und 11" breite: Frauensperson auf den

Vouet.

Knieen, die der Wuth eines Drachen ausgesetztist; im Hintergrund zwey Engel mit der Märty-rer-Krone. Auch das Königl. Französische Kabi-net besitzt deren-viere; darunter zwey H. Familienund eine in den Armen von Engeln sterbende H. Mag-dalena. Die reichste Litteratur von dem nach vsuergestochenen Blättern liegt wohl in einem Ver-zeichnisse meines sei. Vaters, worin gegen 180-4)genannt werden, nämlich nach: M. l'Asne ( 5 .),C. Andrem, K. Audran, A. Blooteling (2. exc.),I. Boulanger (4.), L. I. Cachelin, F. L- D.Ciatres (exc.), L. Coffin, I. Couvay, P. Da-ret (r6.), C. David (2.), M. Don'gny ( 5 ?.),

E. M. l'Epicie, G. Faithorne, P. Firens, I.

F. Greuther (2.), Huart, G. Huret, I. Jode,Jode jünger, I. v. Kraus, M. Küssel (7. zumTheil bloß verlegt), F. Langet, C. Loriot (exc.),P. Mariette, <L. Melan (i 3 .), F. Ragok, Regsnesson , S. M. a. 6 . I. S. Sandrart, P. vanSchuppen, I. Smith, T-F-Tortebar (i 4 -), I-Troschel, Dienot, N. Visscher (exc.), I. G.Wolfgang. Also weit die meisten von Daret, M.Dorigny, Melan und Tortebar 4 " 4 )- Die obenangegebenen Bilder unsers Künstlers finden sichwohl größtentheils gestochen, sind aber in denKupferstichverzeichnissen nicht immer kennbar. Fürsicher sind eö: Die Darstellung im Tempel, vonDo-rigny, und Christus am Kreuz, von Daret; derSt. Franz von Paula, von Boulanger und Me-lan (beydes schöne Blätter); Madonna, welche(unwissend was sie thut) die Jesuiten in Schutznimmt, wieder von Dorigny; der St. Ludwig,von Engeln emporgehoben (doch schwerlich das,jetzt in Dresden), von Tortebat; die Gallerie inder Bibliothek des Kanzlers Seguier (10. B>.)abermals von Dorigny. Madonnen finden sichvon ihm bey Dutzenden, und soll er dieselben be-sonders schön und frisch gemalt habenMelan dürfte denn doch sein beßter Stecher ge-wesen seyn. Von ihm nennen die Catalogen vonLVinkier und Brandes: Eine Madonna mit derRose, das Kind auf den Knieen; Et. Lucas,der die H. Jungfrau malt; St. Catharina aufden Knieen, der ein Engel die-Martyrcrpalmereicht; dann ebenfalls die achte (heidnische) Mär-tyrerin, Lucretia; daGallegorische Bild: Ivtel-lecrns, Nemoris etVoluntsg (viel, wannsiebey-sammen sind) u. s. f. Von Mythologischem, giebtes wohl an die 5 o. Auch Bildnisse mehrere, z.B. das schöne Urban VIII. von Melan, und inneuern Tagen (1802.) dasjenige der Jungfrauvon Orleans (aus der Galerie berühmter Perso-nen , welche vouet für den Kardinal dr Richelieugemalt) von Cathelin. Lonk. überhaupt über un-sern Künstler d'Argensvl'Ue (Lfl. 8°.) IV. 10bis 18. Sein selbsigemaltes Bildniß in der Ga-lerie zu Florenz hat Pazzi gestochen. Noch bemer-ken wir, duß irgendwo eine H. Familie: 8ieclsin brscclo etc. genannt wird, welche vouetselbst, nach seiner eignen Erfindung, gestochenoder geetzt habe. Eine H. Familie nach ihm,hat in neuern Tagen, für's 4 .XXII. Heft desMus. Napol. nach Gianni's Zeichnung, Poncegestochen.

--) Etwa aus Genua wegstipitzt?

-'-») Wer möchte wohl wünschen, so gelobt zu seyn, wie Landon gegen den Unsrigen thut?

Und bey L'Argensville heißt es: „Sein Colorit fiel in spätern Zeiten gewöhnlich ins Graue, oder, wieman zu reden pflegt, in — den Mehlsack." Edle Kunstsprache!

4 ) VÄrgensvikle will von 200 wissen. Vielleicht desto schlimmer!

44 ) Wie Dorigny, Vouets Eidam.

444 ) Wie wir glauben die nämliche, welche (s. oben) tkan-on im Umrisse giebt, findet sich auch in dem Werkevon zithol Nro. 500. Von einer wunderschönen, von Daret 1652. gestochenen fand sich das ehemals imKabinet Iulienne gestandene Urbild (-8>o. noch) im Kabinet des Herrn J.A.Silvestre zu Paris; und Eben,daselbst, nebst einer Menge anderer Studien, der erste Gedanke seines Apollo von den Jahrszeiten be-gleitet, und von der Morgenröthe angeführt, für den Plafond im Schloße Chillv, den man aus Dorigny'SStich von -658- kennt.