Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
4048
JPEG-Download
 

4<>43 Voysard.

* vspsard oder vopzard (E.), hießEtienne (Stephan) Claudius, Stecher mit derNadel und dem Grabstichel, auch Kunstverleger,geboren zu Paris 1746. Schüler von Baron. Schon1784. lieferte er Blätter zu Heritirr's: 8tirpesnovse sut minus co^nitX. ?ol. ?sri8. Vonihm kennt man Mancherley, nach verschiedenenMeistern. So z. B. nach Benard die Austern-nester; nach Borel (a. b. Morel): Das aufge-munterte Stillen der Kinder durch die Mutter;und: Den Hufschmied. Ungenanntes nach Bley,I. E. de la Foße, Huet, Iuillet, Marozzi, Ä.Leniers, B. West; und eine gute Copie im Klei-nen nach Woollet's schönem Blatte der Seesschlackt de la Hogue. Rost VIII. 3 io. 8. v.Voisard. In 1810. sah man von ihm zwey Blat-ter zu des Architekten P. Girauds seltsamemWerke: les (sombeaux, ou Lssai sur les se-pultures. IVonv. st. ^tr 1 .186. Und 180-j. arbei-tete er noch, nebst Andern, an den 6no Blattern,zuBassinet's Geschichte des A. und N- Testamen-tes, nach großen Meistern.

v 0 znredian 0 (Diego de). So hieß einSpanischer Goldarbeiter aus der zweyten Halstedes XVI. Jahrhunderts, der zu SeviÜa arbei-tete, und von dem man, neben andern Kostbar-keiten, ein großes Kreuz aus Bcrgkrystall kennt.Fiorjllo IV. i 54 .

— — (Juan de), ein Sohn und Schülerdes Obigen, der ebenfalls zu Sevilla lebte. 1 . c.

*Upsdell( ), ein Künstler zu London.Man sah von ihm 1791. auf der dortigen Aus-stellung der privil- Gesellschaft der Künste eineLandschaft.

* Ur (S.) Abkürzung des Namens des gleichfolgenden Künstlers F. de Same Urbain.

* vrsnx (Franz) der Aeleere und der Jün-gere. Unter diesem Namen (coirk. den Art.Franz Frank des Lex.) besaß (1809.) das Kabisnet des H. Hos - und Landgerichts - AdvokatenSchmidt zu Liel, von dem erstern eine Anbetungder Könige, von dem zweyten eine Hochzeit zuCana; letztere (heißt es) »herrlich colorirt." Wo-bey noch zu bemerken, daß im Lex. Frank derjüngere ein Schlachtenmaler heißt, so daß wireher denken, unser Franz Vranx der jüngeresey ein ganz anderes Ens, als jener Frank desLexikons.

* — — (Sebastian), welcher im Lex. undin gegenwärtigen Zusätzen 5. v. Franck (wie wirselbst zumal nach den eigentlichen Geschichtschrei-bern der Holländischen Schule glauben, richtiger)erscheint. Descamps (I. 281.) ebenfalls s, v.Franck macht es noch ungewiß, von welchem derdrey Bruder: Ambrosius, HieronMus oderFranz dem ältern, der Unsrige der Sohn war;doch (fügt auch Er hinzu), glaube man gewöhn-lich von dem letztem. Ob er zu Antwerpen, wo erlange gewohnt hat, gestorben sey, ist ungewiß.Nach Descamps befanden sich einst in der Ga-lerie zu Düsseldorf zwey Bilder von ihm, dereneines (-V 8" hoch, V 9" br.) in vielen Figurendie Werke der Barmherzigkeit» das zweyte (2^ i"hoch, 3 " 5 " br.) eine Gesellschaft von Herren«nd Damen darstellt. Allein bey Barsch ist daserste unter Franck dem Alren, das zweyte kurz-weg unter Franck rubrizirt; bey Fredou de laBreronniere erscheint nur das erste, s. v. FranzFranck, und wird davon geurtheilt: »Reiche,durch schöne Gruppen zusammengekettete Composi-tiou, voll wahrer Charaktere, von geistreicherToccirung, in mehrern Theilen verständig gezeich-net, schöne graue, von warmen Tönen unterstützteHalblinken, die durch ihre Durchsichtigkeit bezau-bern." Ein schönes Lob, das Bild mag nun demUnftigen oder einem andern alren Künstler dieses

Urbain.

Geschlechts gehören. Hingegen als zuverlaßig vondem Unsrigen nennt von Mecheln in der K. K.Gallerie zu O)ien: Das Inwendige der ehemali-gen Jesuiterkirche zu Antwerpen mit vielen Figu-ren, und darin das berühmte Rubensische Altar-bild (Geisterbeschwörung St. Jgnazens) ersicht-lich (2^ 3 " br. V 8,, hoch) und mit X.s. bezeichnet. Dann eine wenig größere Landschaft,mit einer Scene aus den Zeiten des Bauernkriegsstaffirt. Auch im Katalog des H. Hof - und Landsgerichts-Advokaten Schmidt zu Biel werden, alsausdrücklich von dem Unsrigen, angeführt: DieJuden leihen von den Egyptern die goldenen Ge-fäße, »ein" (heißt es dort) »sehr reiches undlebhaftes Bild." Hiernächst besaß von ihm noch1810. das Kabinet paignon - D'jonval zu Pa-ris zwey Landschaften (12" br. 7" hoch), die einegetuscht, die andere in Aquarell colorirt. Nachihm gestochen nennt ein Verzeichniß meines sel.Vaters: Den Stolz und die Demuth, v. Galle;eine Ansicht von Antwerpen, von W. Hollor;Variorum Pentium Ornstus (10 Bl.) von P.Jode (a. b. H. 0 . 80.); etwas von Makham;die Jesuiterkirche zu Antwerpen, nach dem Wie-nerbilde, von Premier; einen Zweykampf des Ka-pital'« de Breaute und Gerard Abrahams in 1600.(lVliob. 8o^<Zers exe.); Verfolgung St. Pauls,von I. Turginus, und Reutergefechte von einemUngenannten.

* Urbain (Claudius Augustin de Saint),Sohn des nachfolgenden Ferdinands, der imLex. am Schlüsse des Art. seines Vaters erscheint.Nach Abtrettung des Herzogthums Lothringen anden König Stanislans, folgte er seinem Lands-berrn, Franz II. (nochmaligen Kaiser) nach Wien,bey dem er die Stelle eines Directeurs er 6rs-veurs (sic!) en Lbek äes IVleäailles erhielt,und sich durch verschiedene schöne Schaustücke,und zumal durch den großen Medaillon zu derFolge des Herzoge von Lothringen auszeichnete.Auch er war Ritter des Christus - Ordens, undstarb, der letzte seines Mannsstamms, ohne Kin-der. S. Samml. berühmter Medailleursu. s. f. S. i8o—81.

— — (Ferdinand de Saint), geboren zuNanci 1664. stammte aus einer alten adelichcnLothringischen Familie ab. Von früher Jugendan äußerte er seinen entschiedenen Hang für diebildende Kunst. Bey der unglücklichen Lage sei-nes durch langwierige Kriege verheerten Vater-lands gieng er 1671. nach Bayern zu einem dor-tigen Oheim, durchreiste dann weiter die vornehm-sten Städte Deutschlands und Italiens, studirtsauf den dortigen Akademien, und legte sich, ohneden Unterricht eines Meisters zu genießen , mitbesonderm Fleiß und solchem Ersolg auf das Stemspelschneiden, daß ihn der Rath zu Bologna zumersten Münzgraveur, und zugleich zum ersten Bau-meister dieser Stadt ernannte- An dieser Stelleblieb er an die zehn Jahre, bis Jnnocenz XI.ihn nach Rom berief, wo er von 168Z — 1703.ebenfalls das dreyfache Amt eines ersten Architckts,eines ersten Münzgraveurs, und Oberaufsehersüber die dortige Münze bekleidete, und wahrenddieser Zeit viele der schönsten Stempel, sowohlfür Current-Gelder als für eigentliche Schaupfen-ningc verfertigte ; so daß schon die unter den vierPäpsten, Jnnocenz XI., Alexander VIII., Jnno-cenz XII., und Clemens XI. geprägten Scudi's,in den Sammlungen der Liebhaber eine der erstenStellen verdienen. Von den Kardinälen Albersgati und Ottoboni erhielt er den Auftrag zu einerganzen Folge von Päpsten in Schaumünzen, vonwelchen indessen nur 17 von ihm gefertigt wur-den. Mittlerweile hatte er sich in Rom verheu-rathet, und gedachte daselbst seinen beständigenAufenthalt zu nehmen, als sein Landesherr ihnnach Haus berief, und ihm sofort, mit doppelterBesoldung, die Stelle seines ersten Münzgraveurs