Wageiiseil.
N. S, So eben erhalten wir noch über unsernKünstler von einem unserer Freunde ff. dankendwerthe Berichtigung: Bey Mensel I. wird er ir-rig Franz von Fahrenschon (in einem WienerAdreßfalender auch irrig Wagenschein) genannt-geb. zu Commothau in Böhmen 1726; ohne daßdie Fortsetzungen II. und III^ eine Berichtigunghierüber beybringen; also fälschlich ist er auch inunsre Supplemente übergewandert. Bey MenselII. erscheint er dann auch unter seinem obigenrichtigen Namen, doch heißt es hier geb. zu Likischin Böhmen 1726.; Mensel III. endlich zeigt sei-nen Tod, aber nicht sein Todesjahr an. Ein Gant-katalog pon 1793,, giebt seine Geburt (ohne Ort)in 1729. und setzt ihn unter die Verstorbenen. DesA- Bartsch Latalo^ue raisoone 368 dssslns orl^ßinsux clu Labluet 3s Isu 1e keines Lkarles3s kiZne. Vlsnns 1794 . 8°- k- 180. besagt,daß er zu Prag 1726. geb. und zu Wien 1790.gestorb. sey. In dieser Sammlung fand sich vonihm eine leicht mit der Feder entworfene, getuschteZeichnung, die den Arlequin darstellt wie er dieColombine abkonterfait, hinter der noch ein andrerBuffon sich zeigt. Wagenschön hat auch meh-reres radirt. Irgendwo nennt man davon eineKreuzabnahme, und den Leichnam Jesu in Ma-riens Schooße ruhend, beyde von 1771- und inFol.; Venus mit dem Neptun 1784. Fol.; vierBlätter mit Fabeln in kl. Fol.; alles dies nacheigner Erfindung — dann zehn Blätter verschiede-ner Köpfe nach Rubens und van Dyk in 8°. Nachihm selbst, soll Fritzsch ein Bildniß des Erzher-zogs Joseph von Oestreich gestochen haben.
wagenseil (Johann Christoph). DieserRechtsgelehrte und Orientalist — oder Polyhistorwenn man will — verstand und übte die Zeichen-kunst. Er war der Sohn eines Handelsmanns zuNürnberg, geb. i 633 . und gest. als Professor zuAltdorf 170). Man hat sein Bildniß zweymalvon Mich. Fennitzer in Fol. geschabt, das rinemalmit einer, das andremal ganz ohne Hand; dannvon I. I Haid sxs. H. V. in 4° zu BruckersEhrentempel geschabt; weiter von W. P. Kilianin 8°; und endlich von I, SaUdrark 1680. in 4°.
Waggonor( ). So heißt bey FiorilloV. 458 . ein Englischer Maler aus der zweytenHälfte des XVIl. Jahrhunderts, von geringerBedeutung.
wagler (Johann Georg). Nach seinerZeich-nung von 1778. hat C. G. Langwagen zwey An-sichten der Chursächsischen StadtMitweida schlechtgenug radirt. Adelung's Verzeichnis der Land-karten und topographischen Blätter Sgchsen'sS. 196. benennt auch zwey Ansichten des Schlos-ses Freudenstein zu Freyberg in 4°, die Magierselbst, ohne sich jedoch zu nennen, in Kupfer ge-bracht hätte.
Wagner. Unter den ff. Künstlern dieses Ge-schlechts sind auch alle wagener enthalten.
Wagner (Abraham), Buchdrucker in Bern.Demselben gebührt die Ehre, die Gattung der co-lorirken Blätter von charakteristischen Ansichten derSchweizerischen Gebirgsnatur, wo nicht erfun-den, doch merklich gefördert zu haben. Es mochtegegen Ende des siebenten Dezenniums des XVII.Jahrhunderts seyn, wo eine von ihm angelegteGallerte von Oelbildern des unten ff. CasparWolfs von Muri*), welche lauter dergleichenzum Gegenstand hatten, ihn auf den Gedankeneines solchen Unternehmens führte. Das Werksollte Heftweise (jedes Heft zu 10 Bl.) in Groß-und Klein-Folio erscheinen; jenes colorirt zu 12,dieses schwarz zu 9 Franz. Livres das Heft, undmit einem Texte von dem gelehrten BernerschenNaturforscher, Joh. Sam. Wyttenbach begleitet.
Wagner. 406-?
Geetzt wurden diese Blatter einsweilen von Schel-lenberg und Eichler. Das erste um 1776. erschie-nene Heft enthielt: 1) Die Breitlauwine gegenden Breithorngletscher. s) Das Lauterbrunnenthalmit dem Skqubbqch gegen die Gletscher. 5 ) Schild-waldbach gegen dem Staubbach, ein Winterstück.4 ) Erster und oberer Fall des Stqubhachs. 5 ) Zwey-ter Fall des Staubbachs im Sommer von der lin-ken Seiten 6) Eben derselbe im Winter von derrechten Seite. 7) Der Breithorngletscher gegestAbend. 8) Der Müyrenbach, im nämlichen Thale-9) Aussicht vom Breithorngletscher gegen das Lau-terbrunnenthal. zo) Das Herren-Dächlein im Lau-terbrunnenthal, ein Winterstück. Kenner wollten(ob mit Grund?) die schwarzen Drücke vorziehen,und fanden nämlich die gefärbten «zu unnatürlichund zu krell." Mensel I: 0. wo zugleich vonden Wölfischen Urbildern (sehr unbillig) allzu weg-werfend gesprochen wird. Immerhin mochte Wag-ner selbst mit der Ausführung nicht ganz zufrie-den seyn. Da seine ganze Sammlung der Wöl-fischen m a. Originale, »die" (heißt es jetzt l. c.XX. 126.) „von den beßten Künstlern (eine Ar-beit zehnjähriger mühesamer Reisen) an Ort undStelle genau gezeichnet worden", in i 5 o Bildernbestand, von welchen er 56 zur Herausgabe be-stimmte, so gieng er eigens nach Paris, um, manweiß nicht recht, ob eine Umarbeitung auch jenesersten Heftes, immerhin eine Fortsetzung desselben-nach einer neuen Manier zu besorgen, und näm-lich die Blätter „in natürlicher Oelfarbe" (sie!)abdrucken zu lassen. Dafür sollte der in dieserKunst „rühmlich bekannte" Janinet (nicht Jami-yel l. s.), unter — Vernet's Aufsicht gebrauchtwerden. Jetzt war von sieben Heften (zu achtBlättern) die Rede, deren jedes die Subskriben-ten 48, spätere Käufer 72 Livres kosten sollte.Auch drey Hefte dieser neuen Gattung (darunterwohl eben das umgearbeitete frühere) waren um1782—84. mit französischer und deutscher Beschrei-bung des schon erwähnten H. Wyttenbach, undeiner Vorrede von Albrecht von Haller bereits er-schienen (l. c. und X. 287.), als durch H. Wag-ners Tod das Unternehmen unterbrochen, undsodann durch. H. Rudolf Senzr (s. oben dessenArt.) fortgesetzt wurde. Lauf. über das frühereWerk von Haller's Bibl. der Schweizer-Geschichte I. 41—42.
Wagner (Adam), eigentlich Wagener. Wirhaben denselben in einem alten Stammbuche vor-gefunden, in welches er sich als Goldschmiedsge-selle von Braunschweig zu Riga 1643. eingeschrie-ben, und zugleich eine schlecht gerathene Zeichnungmit der Feder dabey entworfen hatte, die einenHerrn und eine Dame in einer Landschaft vor-stellt.
(Adrian Jacob), erscheint in demsshursachsischen Sraaeskalender von 1760bis 53 . als Hofgoldschmied zu Dresden.
— — (Ascanius Christian), Baumeister; ar-beitete bis 1706. an dem Schloßbaue zu Berlin un-ter Schlüter. Mcolai.
— — (Asmus). So nennt man irgendwo ei-nen Münzmeister in Erfurt , der vermuthlich imAnfange des XVII. Jahrhunderts lebte.
— — (Bartholomäus). Nach einem solchenMaler der etwa zu Anfang des XVII. Jahrhun-derts lebte, soll Luc. Kilian das Bildniß des Ma-thematikers Georg Galgenmaic's gestochen haben.
— — (Christian Andreas), wird 1800. alsWaradein bey der alten Münze zu Berlin ge-nannt. S. auch unten den Münzwaradein Wag-ner zu Bresiau ohne Taufnamen.
Nicht vsn Svlothurn, wie es bey Myusrl (Mistest. I. 27.) irrig heisst.
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