Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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5098
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Wille.

Wille,

Kunstlichter seines Faches (wir wollen gern glau-ben, ganz ohne ihre Schuld) von seinem vorzüg-lichen Rang (den er vorhin unter den Franzosenselbst behauptet hatte) in der öffentlichen Meinungverdrängt. „Er hinterließ" (heißt es in demoben angeführten zweyten Nekrolog) „einen ein-zigen Sohn, ein Muster kindlicher Liebe. Derselbehat sich niemals von seinem Vater getrennt. Vonihm und Greuze wurde er in der Malerey unter-richtet, und machte darin so schnelle Fortschritte,daß er in einem Alter, wo man sonst noch dieKunstschulen besucht, bereits in die Akademie auf-genommen wurde. Der Vater hat nach ihm ge-stochen, und ihre Talente waren immer vereinigt."--Zu sagen" (schließt dann jener nothgedrungeneFranzösische Ehrenschuß kahl genug) „daß der"(bald eben so vergessene) „Sohn des ihm vonseinem Vater hinterlassenen Namens würdig sey,heißt Beyde" (wohlfeil genug!) „ehren." DieMeister, nach welchen Wille vörderst Bildnissegestochen hat, sind: Aved, P. Battoni, A.Boizot,A. Graf von Chabannes, Ph. de Champagneh E-S. Cheron, I. Chevalier, A. D., G. Douw *),Guillebaud, I. C. Heilmann, Klein, N. de Largilliere,I. deLyens, P. Lombard, J.B. leMoine, N.,Gt.Parrocel, Pesne, J.G.R., H.Rigaud, Rnsca,P. le Sueur, Thomiers, I. E. Tocquö, M. A. de laTour, C.Vanloo, 8-Vigee, P. A.Wille seinSohn,und I. G. Ziesenis. Mehrere finden sich auch,ohne andere Namen als den (einigen, wie z. B.das (schöne) des Baumeisters C. E. Briseux. Sel-ten sollen seyn diejenigen: Benedikt Heinrichs,zweyten Sohns des Prätendenten, und des Bisschofs von Basel, beyde wieder bloß mit desStechers Namen, und eben so auch Friedrich II.(in seiner schönen Jugend) nach Pesne **).

Rost II. 126 — 37 Wir dann be-

merken noch, daß Wille« zahlreiche Bildnissevon Deutschen und andern, auch außer Frankreich(welches der Künstler nie mehr verließ) lebenden,und im Ausland gemalten Großen beweist, wie-allgemein und ausgebreitet sein Ruf gewesen sey.—Geschichtliches kennen wir von ihm einzig: DenTod von Marc Anton, nach Battoni, wovondas Urbild dem Künstler selbst zugehörke; Agar,dem Abraham durch Sara vorgestellt, nach Dietrich;den Tod der Cleopatra, aus dem Cabinet Vence;nach Netscher, welches letztre wir überhaupt zudem Gelungensten aller seiner Arbeiten zahlen,und dessen Urbild wir, ohne das Atlasgewandder Königin, kaum für einen Niederländer erken-nen würden. Desto mehr liegen vor uns von sei-nen sogenannten Gattungsblattern nach den schonvorhin angeführten Meistern, und nach seinemeigenen Sohne. An jenen fleißigen und reinlichenNiederländischen Kunstlichtern konnte er die Sorg-falt so wie den Glanz seines wunderschönen Grab-stichels ganz besonders zeigen. Ueberflüssig wärees, der Reihe nach, alle diese-überall bekanntenKunstjuwcelen zu nennen, welche, nicht bloß ausFranzösischen, sondern auch aus Holländischenund Deutschen Kabinetten ihm anvertraut, odervielmehr der Stich derselben ihm aufgetragenwurde, und die er fast immer mit Zueignungen —

nicht an die Besitzer der Urbilder, sondern anseine — Freunde in Deutschland, Holland, Däne-mark und der Schweiz zu richten pflegte ***).Nach seinem eigenen Sohne gab er nicht minderals vier Blätter, und darunter das vortrefliche:le Mgrsclial äs I^oZis (der muthige Ludwig Gillet,der eine junge Tochter aus der Hand von zweyRäubern rettet). Noch nennen wir endlich eineFolge von 12 geetzten Blättern Reuter und Lands-knechte (ersonnen ^), heißt es auf dem Titel,von C.Parrocelj. Bey Rost l. 0. izh. lesen wir:„Basan zu Paris besitzt das vollständige Werkdieses Künstlers, den größten Theil in Abdrückenvor der Schrift." Ferner: „Der Verfasser desVerzeichnisses der Werke von G.F. Schmidt hatbereits ein eben so vollständiges über Wille'«Werk in Handschrift, welches er dem Künstlerselbst zur Durchsicht übersendet hat, und, nachdessen Genehmigung, in Druck geben wird."Dies (schon 1796 angekündigt) ist, unsers Wissens,noch nicht erfolgt. Eine vollständige Sammlungseiner Blätter, meist avant In lsttre, besaßBastm, und rühmt sich dessen (Lä. sss.) mitdem Beysatze: „Dieselbe war ein Tribut unsrervieljährigen steten Freundschaft, die sich nur mitdem Tod endigen wird " Oonk. Mensel I. u. ll.wo seine vornehmsten Arbeiten bis und mtt demI. 1786 verzeichnet sind. Nach Heinecke (läsep. 42.) arbeitete er auch an der in 1762 erschie-nenen täallerls äs Versailles, nach le Brun.Sein eigenes Bildniß haben gestochen: G. F.Schmidt nach eigner Zeichnung, und nach dem-selben J.H. Rode zu Paris (1793.)^) und J.F.Kauke zu Berlin (1759.); dann I. G-Müller nachGreuze, I. F. Baust nach Halm, des KünstlersSohn nach Jngouf(i77i.), und der Abos Sk.Non,der ihn in der Peruke und in der Gesellschaft einesjungen Schülers darstellt, dem er ein Bild zeigt.

Wille, eigentlich will (Johann Martin).Ein schlechter Kupferstecher und Kunstoerlegec zuAugsburg. Theils mit seinem sculp. theils mitdem bloßen exc. kennen wir von ihm eine ziem-liche Anzahl Blätter (meist Kopien). So denGeneral Elliot, den König Friedrich Wilhelmvon Preußen, Friedrich den Großen zu Pferdsnach D. Chvdowiecki 40. ; eine Anzahl Carrikaturenin qu. Fol-; eine Folge Architektonischer Zierratbennach I.F- Forty (Kopie); eine schlecht radirteLandschaft in gii. Fol. diese mit inv. st ssulp. Lo.Anderwerks heißt es auch: Die Funeralien (mitdem 1769 errichteten Catafalk) des Bischofs Josephvon Augsburg. Eine von F.T. Hutter nach Jsh.Walch gestochene Genecalkarte von Europa auf6 Blatt, erschien noch i 8 n 5 in seinem Verlage.Ob er aber damals noch am Leben war?

- — (I- H ) Ein Gantkatalog sagt, daßein solcher das Bildniß des Markgrafen CarlFriedrich von Baden gestochen habe. Vielleicht isteö ein Druckfehler für Johann Georg ;W-).

— — oder will (M.). M (es. >1.1670. So bezeichnet sich der Kupferstecher des

«) Neben Anderm Douws Tante, nach einem Bilde, des Wille selbst befaß.

«iy I» den schönsten zählen jene vorangefübrten Nekrologe eines seiner ersten, des Marschalls von Sachsen,und ebenfalls des Grafen von St-Flvrencin, letzteres besonders des schönen — Gewands wegen.

.--r-s) Au den vorzüglichsten zählen obige Nekrologe: Die Garmvinderln nacb Donw (schon oben als Douw's Tantegenannt), den jungen Physiker (Seiftnblaftr) nach Netscher, das Familienconzert nach Schalken, und denväterlichen Unterricht nach Terburg.

f) loveinäs! Anch der gute Wille hatte in der sogenannte» Hauptstadt der Welt sein ehrliches Deutschvergessen.

ff) Selten; doch noch seltener das geistige Urbildchen von Schmidt.