Wreen
Wreen
„Wenn man (heißt es beyFion'llo V. 48 i - 85 .)"sein erstes Modell ausgeführt hatte, so würde esdie Werke Athens und Roms verdunkelt haben;allein die starre Anhänglichkeit an die Formen derCathedralen zwang ihn, die edle Architektur dergothischen unterzuordnen. Er mußte also ein grie-chisches Kreuz zum Grunde legen, und durfte nurin einigen Theilen eine Abänderung wagenEr hatte selbst den Verdruß, zu sehen, vag manallen innern Schmuck verwarf, und sich sogargegen die Statuen auflehnte ^*). Indessen wurdeder vieljährige Wunsch der aufgeklärtesten Englän-der endlich im Jahr 1794 erfüllt, indem dießprachtvolle Denkmahl endlich die so nötige innereVerzierung erhielt, die eine lächerlich-- leider nochim letzten Decennio des achtzehn-^'" Jahrhundertsin England herrschende Bia^cerie bisher verhin-dert hatte. Die euglische'-^ischöfe, die in Prachtund Schwelgerei leben, und sich dadurch sehr vonder Einfalt der evangelischen Sitten entfernen,wollten jedoch diese Einfalt in den Kirchen beobach-tet sehen; daher in den neuern Zeiten die großeWidersetzung der Bischöfe von London, Gemäldeund Bildsäulen in der St. Paulskirche aufzuneh-men. Vergebens erboten sich die beßten brittischenMaler und Bildhauer, ihre vorzüglichsten Arbeitendieser Kirche zu weihen; man wollte davon nichtshören, und die von Wreen zu Statuen bestimm-ten Nischen blieben »«ausgefüllt. Jetzt wurde dießalte Vorurtheil bey Seite gesetzt, und die beßtenKünstler in London orbeie-n gegenwärtig, dieSt. Pautsrirche zu verzieren ***). Eine genaueBeschreibung und Beurtheilung dieser Kirche ge-hört nicht hieher; wir bemerken also nur, daßMr. Elmes seit 1807 an einem architektonischenPrachtwerke über dieß Denkmahl arbeitet, welchesmit einer Abhandlung über das Leben und dieSchriften wreen's anheben soll ^). Außer der
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St. Paulskirche verfertio«»^^/" den Plan zudem Monument, oder zu der Gaule, welche zumAndenken des großewFemrs an dem Orte, wo eszuerst ausgebr»«oen errichtet wurde.
Sie aekwrt r«" Toscanlschen Ordnung, ist Ntttweisen o^rtlandsteinen wie die St. Paulskirchez„f!...,mengesetzt, 200 Fuß hoch, und hält r 5 Fußim Durchschnitt. Sie ruht auf einem 40 Fußhohen Basement, das 21 Fuß im Quadrat be-trägt -j-j-). Im Innern führt eine schöne Wendel-treppe von schwarzem Marmor zu einem Platz,von welchem man die Riesenstadt übersehen kann.Seine Absicht war anfänglich, eine colossalischeStatue Carl's II. auf die Spitze zu stellen -, alleiner mußte einigen einfältigen Menschen willfahren,und einen — Topf mit Flammen anbringen. VonWreen's übrigen architektonischen Arbeiten nennenwir der Kürze wegen nur folgende: Die Bibliothekvon Trinity-college zu Cambridge, die Capelle zuPembroke-Hall, das Theater zu Oxford, denThurm von St. Dunstanschurch im gothischenStyl, die Kirche der Heil. Jungfrau zu Warwick,den großen Glockenthurm von Christchurch zu Ox-ford, Christchurch-Hospital zu London, St. Mary-le-bow, ebendaselbst; St. Stephan Walbroke, dasüberaus prächtige Hospital zu Greenwich und Chealssea, den Pallast von Winchester, und den vonHamp-toncourt, das Theater von Drurylane u. s. w.Wreen besaß außer seinen architektonischen Kennt-nissen eine, von Wenigen erreichte Fertigkeit, dieschwierigsten Probleme der Mechanik zu lösen.Seine Entwürfe waren edel, groß, durchdacht;sein Genie bürgte für die Ausführung. Ungeach-tet er allgemein geschätzt und selbst von dem Königezum Ritter geschlagen wurde, so blieb dennochBescheidenheit, man möchte sagen Schüchternheit,ein herrschender Zug seiner Seele. Sein edlesGefühl für den Nachruhm verschmähte die Be-
'-) Sie shristophev IVreen, sein Sohn, hat im Jahr 1749 neun verschiedene Plane herausgegeben, welchedie Grundrisse der St. Paulskirche darstellen. Sie haben den Titel: 8 )-nops>s »edillcioruin pubücoroinvorn. e. gehören aber jetzt selbst in England zu den größten literarischen Seltenheiten, wreen
bemühte sich, seinen ersten Plan auszuführen und ließ mit großen Unkosten ein Modell verfertigen, um dieSchönheiten desselben recht anschaulich zu machen; allein es wurde verworfen! Das Modell wurde ineinem Winkel der St. Paulskirche aufbewahrt, hat aber so sehr gelitten, daß man nur mit Mühe dieursprüngliche Vollkommenheit entdecken kann. Glücklicherweise hat es ein Architekt kopirt und zugleichmit dem ersten Grundriß im Oenlienlsn's Nsgsrinc 1?. k.m. k. n. (1785.) p. 72z. in Kupfer stechenlassen.
Ungeachtet wreen's Bescheidenheit sehr groß war und an Furchtsamkeit gränzte, so konnte er dennochseinen Unwille» über die Ignoranz der damahligen Machthaber nicht verbergen und drückte sich in einemSchreiben etwas derb aus. Dies Schreiben ist erst im Jahr 179g unter Familienpapieren entdeckt undgedruckt worden. S. Neinorisl ok 8 ir kt 7 rrr>eo^/,er relscinA lo lbe sdorninA 8 r. k-sul's Csibedr»!.
Oorok,. 28 e/r, 1717. im T. I.XVIH. k>. I. ( 1798.) p. 394 - Die Commissaire
hatten den unsinnigen Einfall, die Kuppel mit einer Brustwehr r» umringen, die wreen in seinem Plan
nicht gezeichnet hatte, „k never dcsigned" sagt er «n k>»iusll»de. Perrons ok litlls sllill in d.rcki-
leclure (tick exspecc, I delieve, lo See somecbillg rkie^ Ii»d been User! lo in 6 octi!c slruclnres; aa^e
/ackre§ aol/naF an e^Ar'nL. I «boukd iisve coinplied wild llie vulgor lssre,
buk ere." Sr suchte den Commissairen alles so deutlich zu machen wie möglich, und schließt mit folgendenWorten! „N7 opinion, ilierekore, is, lo dnve stLcues erscred on tlle kour pedimenrs onlzr, rvbicllrvil! be s inosr proper, noble, sack sukkioisnr ornlnneor ro lbs rvbolo ksbricll, and vss never oinilledin rbe besr »ocienr Lreell soll ktoinsn Lrolilrecture; lbe prinoiples ok ^vllioli, llirougboul »I! Nl^scbemes ok lbis Loloss Slruccule, I Iisve religiousl^ endeavonred ro kollovv; soll ik I ßlor),, it is inllie singnlsr inerc)- ok6od, vvbo Uns ensbled ine lo begill and llnisli IN^. grenr >vorlc so coinkorrnabl«10 lbe »neient inodsl. 1-pe pedesrsls kor rbe scnlnes l Imve skresdzc Inick in llie building, wbioli norvSlSnd nsilkd kor ok tbeir scrocsri»."
Vergl. Archenholz Annalen, V. Xlll. S. 443. Walpole tadelte ebenfalls die lächerliche Bigotterieder Bischöfe von London. Er sagt: «8!r doslru» kevnotds, Nr. kVssr, »nd orliers ok our Princip»!psinrers, olkered lo »dorn 8k. psul's rviilr piclures t>^ rlieir orvn lrond, »nd sd llieir ov,n expence;but lkis geuerous design rvss c^ussbed !>v L !»le prelole, a ras,aora3/s rllsr sr so »er» in
vrbicl» rke ktornlsb koiik received lolerLtion kroin rbe governeinenr, irs more bliriuless deeorstionssbould be proscribed! "
f) In Dallaway's Compilation S. 14-. findet man eine kritische Beurtheilung des Gebäudes, und dieMaaße zugleich mit denen der Petruskirche iu Rom, die der Architekt Bonomi iu Svmersethouse, -798,in Zeichnungen darstellte. Vergl. ^>a//Ea/, p. 158 —-45.
ff) Nach p. ,44., ist das Monument 202 Fuß hoch, und enthält 28,-96 Fuß Portlandsteine.
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