Winkelmann.
Winkelmann.
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dem Schreiber dies zugeeignet, aus Licht gab ^).Als jenes erste Sendschreiben durch die FranzöscheUebersetzung, welche Huber, auf Verlangen desGrafen von Caylus davon gefertigt hatte, in Nea-pel bekannt ward, erhoben die dortigen Gelehrtenacht — Neapolitanischen Lerm darüber, so daßw.mancher darin vorkommenden freyen Urtheile wegen,es für gewagt hielt, künftig wieder nach Neapel zugehn **), und selbst sein Freund Galiani eine hef-tige Schrift gegen ihn drucken ließ. In dem näm-lichen Jahr erhielt er durch ein Päbstliches Brevevollends die förmliche Anwartschaft auf ein Scrit-torat an der Vaticana für die nächste Erledigung,und die Königl. Societät zu Göttingen ernannte ihnzu ihrem Mitgliede, wodurch eine erneuerte Be-kanntschaft mit Heyne und mit dem Minister vonMünchhausen veranläßet ward. Wegen einer inDeutschland erschienenen lügenvollen Lebensbe-schreibung des Unsrigcn, welche seinen ehemaligenAmtsgenossen zu Seehau»'en zum Urheber hatte,faßte er den Vorsatz, eine Selbstbiographie zu schrei-ben, die aber eben so wenig ausgeführt wurde, alseine entworfene Abhandlung: vom verderbtenGeschmacke in Rünsten und Wissenschafren.Dagegen vollendete er in diesem Jahre seinen ver-such über die Allegorie, der aber erst 1768 miteiner Zueignung an die Societät zu Göttingen imDruck erschien^). — In 176b erhielt er von Berlindurch den Oberst Guichard o.b. durch den Buch-händler Nicolai) den Antrag der durch la Croze'sTod erledigten Stelle eines Aufsehers der Biblio-theck und des Münz- und Antikenkabinets; da aberw ^), ein Jahrgehalt von 2000 Thlr. verlangte,und der König nur loooThlr. geben wollteso zerschlug sich die Unterhandlung, und jener warddadurch aufs Neue in seinem Entschluße bestärkt,auf immer in Rom zu bleiben. — Um diese Zeitungefehr entdeckte er den Betrug, welchen Casanovaihm (vielleicht nicht ohne Vorwihen vonMengs) mitden zwey angeblich alten Gemälden gespielt hatte;
und von da an erkalteten seine freundschaftlichenGesinnungen auch für diesen. Anzeigen über jeneTäuschung sandte er nach Deutschland und Frank-reich, in letztres Land, um zu bewirken, daß dieBeschreibung dieser Pseudo - Antiken« wenigstensin einer Französischen Uebersetzung unterdrücktwürde. — Zu Anfange 1768 kam der Fürst vonAnhalt-Dessau, nebst dessen Bruder und dem H. vonErdmannsdorf nach Rom, wo W- ihr Führer war;und nie wurde er müde, seinen Freunden das Lobdieses Fürsten zu wiederholen, der ihm vor Allenseines Standes, die er zu führen Gelegenheit ge-habt, seiner hohen Bestimmung am würdigsten zuentsprechen schien *). Den größten Theil diesesJahres brachte er dann mit der Ausarbeitung einesvortrefflichen Oiscorso prelimianrs seiner Nonii-msnti ineölti, einer neuen Revision des Ganzenund der Besorgung des Abdruckes zu, wo ihm derUnfall begegnete, daß die bereits vollendeten erstenzehn Bogen (wegen eingeschlichener Fehler) umge-druckt werden mußten, was ihn dann nöthigte,die anfänglich auf 1000 Abdrücke bestimmte Auf-lage auf 600 herabzusetzen **). Ebenfalls zu An-fange 1767 erschienen in Dresden die Anmerkun-gen zur Geschichte der Runft mit einer Zueig-nung an Muzel-Stosch; dieselben sollten die Man-gel der ersten Ausgabe ersetzen, bis eine zweytevollständigere ans Licht treten könnte, an derenAusarbeitung er um so viel fleißigere Hand anlegte,damit sie einer Englischen Uebersetzung, welche denMaler Füßli in London besorgen wollte, zur Grund-lage dienen könnten. Sem Vorsatz im künftigenJahr eine Reise nach Deutschland zu machen,ward nun auch entschiedener, da Toussaint ***)in Berlin sich zu einer bessern Uebersetzung derGeschichte der Kunst bereits so gut wie verstandenhakte. Auch die alte Lust, eineReise nach Griechen-land zu machen, erwachte durch die Auffoderungdes von ihm ungemein hochgeschätzten BaronRiedesel's wieder lebhaft in ihm, und er
«) 4? Dresd. 764. bey Walther 53 S.
W-'r selbst waren Zeuge, wie sorgfältig er schon bey jener dritten Reise im verzeichne» seiner Bemerkungenzu Werke ging.
SL») palzsw. Ueber dieselbe schrieb er an Usteri, unterm 8. Dez. 1764:
»Es gehet ein besonder gedrucktes Leben von mir in Deutschland umher, welches ein mitleidiger Stümperentworfen, der mich nur bis an die Schulgrenzen erreichen können. Er hat nicht die mindeste Nachrichtnach meinem Abzug ans dem despotischen Lande gehabt, auch nicht gesucht; und was er hätte wissen kön-nen, hat er umgekehrt und verwechselt. Mich wundert, daß man die Erlaubniß zum Drucke solcher nichts-würdkgen Wische gebe. Die Deutschen haben nicht Geduld, höchstens noch eine zehen Jahre zu warten,bis ich zu meinen Patern gehen werde, um die Wahrheit zu erfahren, die ich ihnen geschrieben in allerAufrichtigkeit nach mir lassen will. Mein Bildmß soll so wahr in demselben erscheine», als ich habe zuhandeln wünschen." Schw. Sv. S. -4-. Und noch in einem zweyten an Ebendenselben (20, Jan. -76z.)Manches über die in dieser Schartecke eutha.tenen schaamlvse Lügen.
f) Ueber diese Zuschrift findet sich, in einem Briefe an L- Usteri von Z„. Aug. 1766 die sonderbare Stelle:»Mit meiner Zuschrift an die Göttingische Societät ist es mir wiederum mißlungen; denn ich habe überdieselbe nicht die geringste Antwort erhalten; sie sprechen, es sey ihnen nichts von mir bekannt worden.Ich habe es verdienet, weil ich wider meinen Vorsatz gehandelt, welcher war, niemanden ferner etwaszuzuschreiben " Sctrw. Sr. S. >54. Gegründete und ungegründete Erinnerungen gegen diese Schrift (zuwelcher w ganz besondere Liebe trug) las man bald nach ihrer Erscheinung in den Gott- gel. Anzeigen,in der Gntterschen Biblivtheck, in der Siblioth der Schön. w- u. R-, inRkotzen's Deutsch. Bibl.B. IV. St. -6. S. 739. Look. die Gott. Anz. 1792. St. 179. und Guvkitt S. 24—25.
-j-j-) Von Guichard selbst dazu aufgemuntert.
tkk) Mit der Bemerkung, welche den Unsrigen besonders erbitterte: »Für einen Deutschen seyen ic-oa Lhlr.genug!"
s) In einem seiner Briefe an ... nennt er ihn eine» »Gottmenschen."
««-) Dieselben erschienen (2. v<ri. kam. koi.) 1767 u. 6g. Von den deutschen Uebersetzungen der Monumentes. die Notiz unten.
Verfasser der Schrift: Lioeurs.
f) Verfassers der Reise durch Sizilien «nd Großgriechenland, 8? Jürch 177-.