Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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AZtnkelmann.

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Winkelmann.

Raum nach Art der Alten zu überfüllen. ">arsein Geschmack und seine Lust. Gebäuv- drängtensich an Gebäude, Saal an Saal. Halle zu Halle.Brunnen und Obelisken, Karyatiden und Bas-reliefe, Statuen und Gefäße fehlten weder imHof- noch Earkenraum, indeß große und kleinereZimmer, Galerien und Kabinette die merkwürdig-sten Monumente aller Zeiten enthielten."

Glücksfalle.

»Aber auch manch anderes äußeres Glück be-gegnete ihm auf seinem Wege. Nicht allein, daßin Rom das Aufgraben derÄlterthümer lebhaft undglücklich von Statten ging, sondern es waren auchdie Herculanischen v-'d Pompejischen Entdeckungen«Heils neu, thM durch Neid, Verheimlichungund Langsamkett unbekannt geblieben, und so kamer in eine Ecndte, die seinem Geiste und seinerThätigkeit genugsam zu schaffen gab." » Ein ande-rer nickt geringer Vortheil für ihn war sein Ver-hältniß zu dem Erben der großen Stoschischen Be-dangen. Erst nach dem Tode des Sammlers«ernte er diese kleine Kunstwelt kennen, und herrschtedarinn nach seiner Einsicht und Ueberzeugung.Freylich ging man nicht mit allen Theilen dieseräußerst schätzbaren Sammlung gleich vorsichtig um,wiewohl das Ganze einen Katalog, zur Freudevnd zum Nutzen nachfolgender Liebhaber undSammler, verdient hätte. Manches ward ver-schleudert ; doch uin die treffliche Gemmensammlungbekannter und verkäuflicher zu machen, unternahinw- mit dem Erben Stosch die Fertigung einesKatalogs, von welchem Geschäft und dessen über-eilter und doch immer geistreicher Behandlung unsdie überbliebene Correspondenz ein merkwürdigesZeugniß ablegt."

Unternommene Schriften.

»Wie manchen Titel von Schriften hat er unsin seinen Briefen hinterlassen, welche allernächsterscheinen sollten, und nie erschienen sind; undauch von den erschienenen, ob sie in ihrer ur-sprünglichen, oder in einer veränderten Gestalterscheinen sollten, hing von unendlich mannigfal-tigen, kleinen Umstanden ab. Nur einen Monatspater, so hätten wir ein anderes Werk, richtigeran Gehalt, bestimmter in der Form, vielleichtetwas ganz Anderes. Und eben darum bedauernwir höchlich seinen frühzeitigen Tod, weil er sichimmer wieder umgeschrieben, und immer sein fer-neres und neuestes Leben in seine Schriften einge-arbeitet hätte. So sind seine Werke, verbundenmit seinen Briefen, eine vollkommene Lebens-barstellung des Unsrigen, sind sein Leben selbst.Sie sehen, wie das Leben der meisten Menschen,nur einer Vorbereitung, nicht einem Werke gleich.Sie veranlassen zu Hoffnungen, zu Wünschen zuAhndungen; wie man daran bessern will , so siehtinan, daß man sich selbst zu bessern hätte; wieman sie tadeln will, so sieht man, daß mandemselbigen Tadel, vielleicht auf einer HähernStufe der Erkenntniß, selbst ausgesetzt seynmöchte: Denn Beschränkung ist überall unserLeos."

Philosophie.

»Winkelmann beklagt sich bitter über diePhilosophen seiner Zeit, und ihren ausgebreitetenEinfluß." (Ob, nach dem Sinne des Verfassersdieses Aufsatzes, mit Recht oder mit Unrecht, istuns nicht klar geworden). Hier nur die sonder-bare Bemerkung: » Daß kein Gelehrter ungestraftjene große philosophische Bewegung, die durchKant begonnen, von sich abgewiesen, sich ihr

widersetzt, sie verachtet habe, außer etwa dieachten Alterthumsforscher, welche durch die Ei-genheit ihres Studiums vor allen andern Men-schen vorzüglich begünstigt zu seyn scheinen. Dennindem sie sich nur mit dem Beßten, was dieWelt hervorgebracht hat, beschäftigen, und dasGeringe, ja das Schlechtere nur im Bezug aufjenes Vortreffliche betrachten, so erlangen ihreKenntnisse eine solche Fülle, ihre Urtheile einesolche Sicherheit, ihr Geschmack eine solche Con-silien;, daß sie innerhalb ihres eigenen Kreisesbis zur Verwunderung, ja bis zum Erstaunen,ausgebildet erscheinen."

Poesie.

»Bey genauer Betrachtung von W. Studiumund Lebensgange finden wir bey ihm keine eigent-liche Neigung zur Poesie, ja man könnte ehersagen, baß hie und da eine Abneigung hervor-blicke; wie denn seine Vorliebe für alte gewohntelukhersche Kirchenlieder, und sein Verlangen einsolches unverfälschtes Gesangbuch selbst in Romzu besitzen, wohl von einem tüchtigen, wackernDeutschen, aber nicht eben von einem Freundeder Dichtkunst zeuget" — am meisten (möchtenwir hinzusetzen) von Allem, was — das Lebe»erfreut. »Desto wunderbarer und erfreulicher istes, wenn er selbst als Poet auftritt, und zwarals ein tüchtiger, unverkennbarer in seinen Be-schreibungen der Statuen, ja beynahe durchausin seinen spätern Schriften. Er steht mit denAugen, er faßt mit dem Sinn unaussprechlicheWerke, und doch fühlt er den unwiderstehlichenDrang mit Worten und Buchstabe» ihnen beyzu-kommen. Das vollendete Herrliche, die Ideeworaus diese Gestalt entsprang, das Gefühl,das in ihm beym Schauen erregt ward, solldem Hörer, dem Leser mitgetheilt werden, undindem er nun die ganze Rüstkammer seiner Fähig-keiten mustert, sieht er sich genöthigt, nach demKräftigsten und Würdigsten zu greifen, was ihmzu Gebore steht. Er muß Poet seyn, er magdaran denken, er mag wollen oder nicht."

Erlangte Einsicht.

»So sehrw überhaupt auf ein gewisses An-seht, vor der Welt achtete, so sehr er sich einenlitterarischen Ruhm wünschte, so gut er seineWerke auszustatten und sie durch einen gewissenfeyerlichen Stil zu erheben suchte, so war er dochkeinesweges blind gegen ihre Mangel, die ervielmehr auf das schnellste bemerkte, wie sich'sbey seiner fortschreitenden, immer neue Gegen-stände fassenden und bearbeitenden Natur noth-wendig ereignen mußte. Hatte er das Mscpt. nochin der Hand, so ward es umgeschrieben; wares zum Druck abgesendet, so wurden Verbesse-rungen und Nachtrage hinterdrein geschickt, undvon allen diesen Reuschrikten machte er seinenFreunden kein Geheimniß: Denn auf Wahrheit,Geradheit, Derbheit und Redlichkeit stand seinganzes Wesen gegründet."

Spatere.Werke (Oder vielmehr nur über dieMonument! inecliti).

»Man sieht wohl, daß jene Lust neue Gegen-stände bekannt zu machen, sie auf eine glücklicheWeise zu erklären, die Altcrthumskunde in sogroßem Maße zu erweitern, ihn zuerst hicfür an-gelockt habe; dann tritt das Interesse hinzu, dievo» ihm in der'Kunstgeschichte einmal aufgestellteMethode auch hier an Gegenständen, die er demLeser vor Augen legt, zu prüfen, da denn zuletzt

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