Z a m p i e r i,
Zamp^ieri,
6125
Heiligen durch Lustdirnen '). Dieß waren dieersten Arbeiten', welche dem Unsrigen einen gründ-lichen Ruf erwarben. Bey dem bald hernach er-folgten Tode des Kardinals Agucchi gab Domi-nichlno den Entwurf für das Grabmal desselben/und einige Sculpturverzierungen an diesem Mo-numente/ nebst dem gemalten Bildnisse des Ver-storbnen , sollen wirklich das Werk seiner Handseyn 2). Dann erhielt er durch des letztemBruder eine Wohnung nebst einem Jahrgehalt/und eine edle Müsse/ die aber seinen Fleiß nur zusteigern vermochte; denn in diesen Zeitraum setztman die mehrern Staffeleibilder, die sich in denEuropäischen Kabinetten 2) von ihm vorfinden.Dann empfahl ihn Agucchi, als nunmehriger Ma-jordomo des Kardinals Aldobrandini §), dem-selben, um sein neues Belvedere in Frascati zuzieren. Hier malte er §) zehn Bilder in Frcscoaus der Fabel des Apollo; dann , nach AnnibalsKarton, über eine der Thüren der GalerieFarnese, das Mädchen mit dem Eichhorn §); hier-auf , durch Ebendesselben Vermittelung, für denKardinal Odvard Farnese, in einer Kapelle zuGrotta Ferrata, die Geschichte von St. Nil undSt. Bartholomb, nebst andern Andachtsbildern.In einem der erstem, wo St. Nil den Besuch desKaisers Otto empfangt, stellte er, unter der Figureines Jünglings, der vor einem wilden Pferdezurückbebt, das Bildniß eines Mädchens voll Fras-cati dar, welches er liebte, und das ihm von ihren
Eltern verweigert wurde ?). Die Entrüstung dieserletztem hierüber nöthigte den schüchternen Jüng-ling , eilends nach Rom zurückzukehren. Dortfand er an Franz Albani wieder, wie immer, denuneigennützigen Freund, der die ihm aufgetrage-nen Arbeiten im Schlosse des Marchese Giustinianizu Bassano mit ihm theilte. Der Unsrige fertigtenämlich daselbst sieben in Fresco's aus der Fabelder Diana »). Hauptsächlich aber erhielt er, eben-falls auf Annibals Empfehlung, von dem Kar-dinal Scipio Borghese den Auftrag, die St. An-dreas-Kapelle der Kirche St. Gregorio architek-tonisch zu verzieren (denn auch dieses Talent kanntesein Lehrer an ihm), und ebendaselbst die Geiße-lung von St. Andreas zu malen, was für ihn,wie wir nun bald hören werden, zur Quelle man-chen Mißvergnügens ward. Seine Arbeit wurdemit iho Scudi, Guido's vörüberstehendes Dild§)mit /»ov bezahlt. Die weit mehrern Stimmengaben Guido die Palme; Annibal aber, und einaltes Mütterchen dem Unsrigen ^). Eines Tags,da Dommlchmo an diesem Bild arbeitete, über-raschte ihn Annibal, wie er eben an der Dar-stellung eines Henkersknechts begriffen war, unddabey, unter drohenden Gebehrden, pöbelhafteSchimpfworte gegen den Heiligen ausstieß. Vondieser sonderbaren Erscheinung überwältigt, fälltCarracci dem Jüngling mit den Worten um denHalS: »Menechino! heute lern ich von dir" ").Aber, wie dem immer seyn mag, alle jene vor-
r) In halb lebensgroßen Figuren. Alle drey sind gestochen von St. Bandet, und das dritte auch schon vonG. Audran. Alle drey o. n? zo. 51. Z2.
-) Gestochen finden wir es nirgends.
3 ) .. 3 » den französischen besonders", sagt standon — aus welcher Quelle?
4) Neffen Clemens vm.
5) Anderwärts heißt es: Bloß unter Domenichino's Aufsicht habe solche Alexander Fortuna, und I. B. Violadas Landschaftliche darin gemalt, und zwar wird letzteres so bemerkt, als ob das Geschichtliche bloß alsStafsirung anzusehen sey, was sich auch allerdings so beurtheilen läßt. D. Barriera hat sie gestochen(1647), in ungleicher Größe, und dazu sieben Ansichten von gedachter Villa (1649). o. l^.49 —53. (ohnedie Ansichten von der Villa).
S) Dies finden wir einzig im Umrisse von Elis. Lingee, bey Eaitdon 0 . 146.
7) St- Nil stellt in eben diesem Bilde den damaligen Novizenlehrer des Klosters, Philipp Moret, und der-jenige, welcher vom Pferde steigt, seinen Gönner Agucchi vor. Das ganze Werk ließ Xaver Canale, Prä-fekt des Päbstlichen Schatzes (1762) zu Rom, durch Fr. Bartolozzi , A. Capellan, C- Gregori und P. A.Pazzi in 19 <r>. ft. 25.) Blättern fertigen, welche zum Titel führen: kiccui«: /)->»». zicello,
«acrss sslli 0 )-ptokeirslellsi scijuiiccs:. Eines der Bilder (das gleich vorbenannte) hat Carl bu Fresnenoch besonders gestochen. Alle 15 finden sich bey Landon O. Z -- 27.
z) H. Frezza und ein Anonymus (wir glauben Fr. Langlois- Ciatres genannt) haben sie gestochen. O.
76 — 8?,
9) Welches des Heiligen Hingang zum Kreuze darstellte
I«,) L trilo rscconro, ckeuiia veocliierells si lrsceoesse grall tsiupo iiiiiSliri Is swrls llel T>omsnr'c/«>o, iullicsiillol»lls s psrre ell esponenllols 2 Ull ksneliillo alle seco sves; e eile votlssi pol slla Ltorlls lli
Is lllirL-se lli pssssAgio e pLl-risse Lll: rerr. V. 97.), was freilich wenig beweisen darf; so wie wir
auch eben so wenig glauben: eile i iukorlliLco llel ksllo a,-Aom«^eo llk
sareporre Is Krisis opeis slls seconlla.
11) I. c. Ob Übrigens das nicht abermals zu den Apokryphen der Kunstgeschichte gehören mag? AuchFisriNö n. 579. nennt jenen Büttel „als die den Blick des Beschauers, noch mehr als der Heiligeselbst, auf sich ziehende schönste Figur des ganzen Werks"; und fügt hinzu: ..Diese meisterhaft gezeichneteGestalt dient als ein Vorbild für die Kunstjügend, vorzüglich wegen des vollkommnen Ausdrucks der Mus-keln , und ist öfters allein in die Kupferwerke eingerückt worden ". So z. B. in >^. psrsäig-
Nlscs QraxNioes I>sl>. IV. Sollte indessen dies Alles nicht eher eine Mackel als ein Preis zu nennenseyn? . . . Auch entschied überhaupt das Publikum, wie wir schon vernommen , über den Werth dieserbeyden Wettbilder fast allgemein zu Gunsten der Anmuth desjenigen von Guido; und selbst jenes alte Mütter-chen hatte denn doch noch den Sinn , zu dem sie begleitenden Kinde nicht bloß zu sagen: Velli guei Msoisolllo,coa <IUL0IL kurls illlllLi i klsgelli! sondern auch : Vell! -V , con 9U2NI2 kelle rilllii-g il cielo.
p. -81. — Carls Maratti hat Oomenickino's Bild, in einem seltenen Blatte, geistreich , aberflüchtig geetzt; kleiner auch Remigius Vuibert. In neuern Lagen ist solches sehr schön nach Tofanelli'sZeichnung von G. Folo gestochen worden, und eben so jenes Gegenbild des Guido, deren jedes in Deutsch-land -4 fl 24 kr- kostete, o. KS 71.