Zampieri.
Zampieri.
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kn seinem Ordenskleide, in einer zwar knieendenaber mehr eifrigen als demüthigen Stellung, siehtauf die unten Leidenden herab, und deutet mitder einen Hand auf Maria, mit der andern halter einen gro m Rosenkranz. Theils auf der an-dern Seite, .eils in der Höhe sind verschiedeneGruppen auf Wolken stehender und schwebenderEngel, deren einige die unterschiedlichen Merk-zeichen des Leidens Christi kragen, andre langeaufgerollte mit Stellen aus der Lilaney des Rosen-kranzes überschriebene Papiere zeigen, noch andereendlich Kränze von Rosenbinden." „Wie sehr"(wird dann hinzugefügt) »stchDonienichino beydieser Vorstellung (die ihm, wie leicht zu vermuthenist, pünktlich vorgeschrieben worden) in Verlegen-heit, in Rücksicht auf die Kunst müsse befundenhaben, kann man aus der sehr gesuchten undzum Theil gezwungenen Anordnung des Ganzen,und hauptsächlich des untern Theils der Compo-sition deutlich bemerke». Sonst befinden sich indiesem Stücke mannigfaltige einzelne Schönheiten.Die Figur der Mutter Gottes ist voll Würde,und hat einen erhabenen Anstand; jene des Kin-des Jesu ist schön und voll Anmuth im ganzenAusdrucke; besonders stark und vortrefflich istauch St.Dominic charakterisirt, dessen Bewegungund Gesicht den höchsten Grad von heftigem Ei-fer und Enthusiasmus ausdrückt." — Das Ma-nuel hiernächst nennt dieses Bild eine PindarischeOde, zu welcher dem Künstler die Geschichte nichts,sondern einzig sein Genie Alles liehen konnte.Unter dem Emblem von Rosen streut das gött-liche Kind seine Gnaden über den Erdball aus.Die H. Jungfrau scheint ihm mehr artig als eigent-lich schön, und zumal für eine Himmelsköniginnicht majestätisch genug zu seyn. Das Grupp derfünf Engel mit den Leidenssinnbildern, jeder mitdem ihm angemessenen Ausdrucke, kann der Ver-fasser nicht genug bewundern; eben so zwey an-dere Engelsgruppen, nur daß die Deutung ihrerAttribute minder verständlich ist; endlich den überjene Alle schwebenden Siegesengel mit der Glau-bensfahne. Ueber den vor der H. Mutter undKinde knieenden St.Dominic, der mit der auf-fallenden Anmaaßung eines Stifters des Rosen-kranzes diese Himmelsgabe allen Völkern anzu-preisen scheint, möchte man den Verdacht hegen,daß Zainpieri selbst des Gedankens: Loco ilvei'0' poiieinslio! sich kaum habe erwehrenkönnen. So viel von der obern ätherischenScene. In der untern irrdischen bemerkt manerstlich einen knieenden Prälaten in solcher blöd-sinnigen Ekstase über das, was oben vorgeht,daß (meint das Manuel, wieder arg genug)der Künstler unter dieser Figur wahrscheinlich eineder sieben Seligkeiten — die Armuth des Geistesnämlich habe darstellen wollen. Die Mord-gruppe» dann in dieser untern Scene findet derVerfasser wieder jede insbesonders wunderschön,und in soweit auch insgesammt bedeutungsvoll,daß sie Alle auf die mystische Kraft des Rosen-kranzes, selbst unter Marter und Tod, hinweisensollen ')> Wenn hienächst die untere Scene durchihren ernsten Farbcnton in Schauer und Erstaunensetzt, so wird das Aug um so viel mehr durchden Lichtschimmer der obern geblendet. Noch eineVollkommenheit dieses Kunstwerkes sey die Zusam-mensetzung des Ganzen von sieben verschiedenenGruppen, ohne Lücke, und eben so ohne Ver-wirrung. Wenn etwas an dem Werke zu rügen
seyn möchte, so waren es einzelne allzuplumpeund steife Faltenwürfe und das allzuhelle Blau andem Harnisch des Mörders der beyden sich um-armenden Jungfrauen ^). — Landon dann,indem er den einzelnen Schönheiten dieses Bildes,besonders aber der Mannigfaltigkeit des Aus-druckes und des Farbentons volles Recht wieder-fahren läßt, bemerkt denn doch — immerhinprosaisch, aber richtig, daß der Künstler dieUnfruchtbarkeit seines Hauptgegenstands mit dergroßen Anzahl seines Episoden habe verbergenmüssen, und daß sich dadurch ein Dunkel überdas Ganze verbreite, welches auch die genauesiestückweise Untersuchung nicht zerstreuen könne. —
Endlich heißt es bey Taillasson (wie es uns scheint,wesentlich verschieden von obstehnden Urtheilen)ganz kurz: Es finde sich in diesem Bilde keinGanzes, weder in der Zusammensetzung, nochin der Beleuchtung und Färbung; aber auch Erurtheilt, bald alles Detail sey über allen Aus-druck schön.
Das zweyte Bild: Marter der St. Agneshoch, 10/^br., Figuren über lebensgroß).
Füßil II. 297—99. beschreibt es, wie folgt:
„Die Handlung geschieht auf einem großen mitSäulengängen umgebenen Platze. Nahe am Vor-grund ist die Märtyrerin in halbstehender Stellung,und wird von einem Kriegs- oder Gerichtsknechtebey den Haaren gewaltsam rückwärts auf einenzum Verbrennen aufgerichteten Scheiterhaufen ge- >
zogen, indem er ihr zugleich einen Dolch in denHals stößt. Sie hebt sterbend die Augen auf-wärts gegen eine Erscheinung der dreyfaltigen per-sonifizierten Gottheit, die mit einer Glorie vonmannigfaltigen Engeln umgeben ist; und ein En-gel empfängt für sie aus den Händen Christi dieMarterkrone und den Palmzweig. Im Vor-grunde neben dem Scheiterhaufen sind zu Bodengestürzte Kriegsknechte, die ganz betäubt da liegen,deren der eine eine halberloschene Fackel, derandre aber einen Blasebalg neben sich liegen hat;nahe dabey ist eine vortreffliche Gruppe von dreyWeibern und einem Kinde, die auf eine rührendeArt ihre Betrübniß über das Leiden der Märty-rerin zeigen; und weiterhin sind mannigfaltigeZuschauer. Da sich, nachher Legende, die Christen-verfolger vergeblich bemühet hatten, diese Mär-tyrerin zu verbrennen, indem das Feuer durchein Wunderwerk wiederholt ausgelöscht, und dieGerichlsknechte sinnlos niedergestürzt wurden, undsie endlich nur durch den Dolch umgebracht wer-den konnte, so hat der Maler diesen letztem Au-genblick zu seiner Vorstellung gewählt, und zu-gleich durch die neben den Scheiterhaufen liegen-den Knechte das Vorhergegangene merkbar machenwollen. Die Figur der Heiligen hat eine edleForm, und «inen ungemein rührenden Ausdruckim Gesichte. Der heftige Schmerz, den das inden zarten Hals eindringende Eisen verursacht,ist mit einleuchtender Wahrheit, doch so aus-gedrückt, daß man dabey gleichwohl das Gedul-dige, und mit Hoffnung und williger ErgebungLeidende nicht verkennen kann. Rache und Erbit-terung sind in dem Gesicht und in der ganzenBewegung des mordenden Kriegsknechtes treff-lich dargestellt; nur wünscht' ich nach meinemGefühl, daß der Maler, in Ansehung des Zeit-punktes, nicht den Moment gewählt hätte, wodas Eisen des Mörders eben in den Hals ein-
-) 8üßli (s. oben) hat diejenige des auf der Streue liegenden Mannes nicht richtig verstanden. Auch Er soll/ von einem hinter ihm stehnden Wüthrich mit gehobenem Dolche gemordet werden; und nicht jener Prälatvor ihm über betet für ihn, sondern seine Tochter erhebt ihre Hände zur H. Jungfrau und dem H. Kinde,daß sie den Sterbenden aufnehmen in ihren Frieden!
2 ) Es lohnt sich der Mühe, die ganze Beschreibung im Manuel nachzulesen; dieselbe ist eben so begeistert,aber auch eben so Helldunkel, als das Bild selber.
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