macht, daß es ihnen selbst fast zur moralischen Noth-wendigkeit wurde, sich selbst und andre über den wah-ren Zustand ihrer Gesinnungen, ihres Herzens, ihresCharakters zu belehren: sie traten also nicht als eitleGecken hervor, um der Welt das zu sagen, was nie-mand wissen wollte: vielmehr als bescheidne Büßen-de traten sie vor den Altar, um ihr reuiges Bekennt-niß öffentlich abzulegen. Seelen von solcher Aufrich-tigkeit, wie z. B. Petrarca war, giebt es selten; undda sich mit ihr auch eine gewisse Redseligkeit,eine bezauberndschöne Gesprächigkeit in Mittheilungaller seiner Gedanken und Empfindungen verband,die sich in seinen Briefen durchhin offenbaret: so konn-te er an diesen Gesprächen dem heil. Augnstin so we-nig Hehl haben, als an so manchen Sonneten undGesängen, die auch sein Innerstes schildern. Er hatteein Gemüth', das nicht verschlossen seyn durfte, undsich also auch nicht verschloß; daher wir ihn in allenSituationen seines Herzens und Lebens weit genauerkennen, als irgend einen seiner Mitgenossen in diesensonst dunkeln Zeiten. Lesen Sie, m. Fr. die Nach-richten von seinem Leben (*), die ein Verwandter sei-
MtWvtres ^our Is viv -le kraneols korrargue, 1764.
4msr. Z Voi. 4 . Die deutsche Uebersezung unter