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sich einzig die Form Turegum (vgl. H. Meyer, „ Ortsnamen desKantons Zürich“ in Antiquar. Mitth. Bd. AI, S. 170 und „Dieältesten Münzen von Zürich“, das. Bd. I, S. 11 ff.).
Endlich nennt auch die zwischen 771 und 800 geschriebeneVita S. Dalli das „castellum Turegum, “,') so dass also diese Formdes Namens (mit ihren Nebenformen Turigum und Thuregum) alsdie durch Urkunden, Münzen und gleichzeitige Schriftsteller alleinbezeugte und somit auch wohl allein gebrauchte Substantivform an-gesehen werden darf, während sich die Form „Turicum“ nirgendsfindet. 2 )
Auffällig verschieden sind die lateinischen Adjektivbildungen desNamens, und hier erst finden wir die Formen mit „c“, welche etwaauf ein Hauptwort „Turicum“ hinweisen würden. Auch hier istjedoch die älteste Form eine Bildung mit „g“, und zwar findet sichdieselbe in der Vita S. Galli, welche an der eben erwähnten Stelleauch von dem „lacus Tureginensis“ redet.
Das Adjektiv „Turicinus“ findet sich zuerst in dem angeblichauf Karls des Grossen Befehl aufgenommenen Verzeichniss derBesitzungen der Grossmünsterkirche von 820 (810), dessen Hand-schrift auf die erste Hälfte des X. Jahrhunderts zurückgeht (Urkdbch.der Stadt u. Landsch. Zürich N. 289). In diesem ältesten Stifts-Rotulus ist die Rede von der „ Turicina ecclesia“. Auch hier aber
') Pertz, Mon. Germ. SS. II, p. 6; Meyer v. Knonau, St. Gallische Ge-schichtsquellen I (St. Galler Mittheilungen zur vaterländischen Geschichte, Heft 2),S. 7. — 2 ) Einzig in den beiden St. Galler Codices N. 225 u. 550 mit der Legendevon St. Felix und Regula findet sich Castrum toricum und zwar steht — nach,gefl. Mittheilung des Hm. Stiftsbibliothekar Idtensohn — diese Form in Cod. 225als Korrektur einer Hand des (vielleicht eingehenden) IX. Jahrhunderts über demursprünglichen Text des (vielleicht ausgehenden) VIII. Jahrhunderts, welcherhatte torico — wogegen in Cod. 550 (IX. Jahrhundert) von Anfang an deutlichund unzweifelhaft steht toricum. Sollte diese ganz vereinzelte Form vielleichtZusammenhängen mit der Lesart: Castrum Turonicum ? (S. 77, Zeile 4.) CodexTuricensis A 3, der sonst fast wörtlich mit den St. Gallern übereinstimmt, gibtcastrum durici. Vgl. G. v. Wyss, Geschichte der Abtei Zürich (Antiquar. Mitth.VIII), S. 11 u. Anm. 19. Endlich das Glossarium (Synonymicum) des VIII. Jahr-hunderts (Cod. S. Gail. 908, p. 375 hat purica = castra, stationes navium).