Buch 
Das Schlavische Europa, wann den Sevenern nicht schleunige Hülff solte geleistet werden ... / [Abel Boyer] ; aus dem Französischen ins Teutsche übersezt [v. J.J. Gesser]
Entstehung
Seite
42
JPEG-Download
 

M (4L) KO»

Ich zweifle keines wags/daß die Jenigen/ welche wahrhaftig für Gottesfach und die fortpflanzung seines H.EvangeliumS eiferen/mir nicht beyfahl ge-ben' Es ist aber zubesorgen/eS möchten Mir einiche Staats, kluge vorwerffen/die Wider,Einsetzung der Reformierten Religion werde den ProtestierendenStänden mit Entziehung viler Ihnen nützlicher Flüchtlingen grossen Scha-den verursachen. Ich gestehe zwar/daß nicht die weitläuffigkeit und die frucht-barst ein Land reich und mächtig mache/ sonder die grosse anzahl seiner Ein-wohnern; daß die reichen/aber übel bewohneten Länder denen Streiffereyenuud Einfälen der feinden allezeit unterworffen gewesen; Daß die FranzösischenFlüchtlinge die Handelschaft und die Macht deren Landen/da sie sich niderge-laffcn/um einansehenliches vermehrt; Daß sie in Holland vil guts schaffen;Daß ihr Fleiß Berlin ins aufnemmen gebracht und die Einkünfte des KönigSin Preussen um einen Drittheil vermehret; In Engelland (Ich bediene michderen Worten der Herren in der mit den Gemeinden gehaltner Unterre-dung betreffend die Bit von der simulierten gleichförmigkeit) haben sienicht allein neue Manufakturen angerichtet / sonder sie haben dieselbenauch so hoch gebracht / daß wir sink einichen Jahren für mehr dann eineMillion Pfund Gterlrn jährlichan Wollenem Zeug mehr ausser Landsgcführt/als unter der Regierung Caroli 2.. geschehen/ ehe sie zu uns kom-men; und daß die arbeitsame Sparsamkeit der frömden Handwerksleu-een ein gedeyliches Mittel unserm gemeinen Volk die Faulkeit und dieVcrthülichkeitaußzutreiben; Ich gestehe zwar noch einmal dises alles/Mein »'chbehaubte zugleich / daß die Wider-Einsetzung der Reformierten mFrankreich diejenigen frömden/so uns nützlich sind / nicht wegnemmen wurde.Es wurde zwar eine grosse Anzahl Edelleul und Frauenzimmer/welche/ weil siein ihrem Datterland grosse Güter verlassen/ dahin gerahten/ daß sie sich mit ei-inem mittelmäfflgen Tischgelt behelffen müssen; etwelche Officier/dieeintwederSkeine dienste haven/oder bessere begeren könten/und endlich eine grosse anzahlGe-iehrter/welche mit noht ihr Leben durchgingen können / alle dise wurden ohneZweifel widerum in Frankreich ziehen/ia man kan sagen/ daß ihre Wider-Ein-setzung ihnen eine grosse Gutthat seyn wurde / ohne Engelland den geringstenNachtheil zuverursachen. Dann es hat das ansehen / daß weder der fleiffigeund kluge Handels / noch der arbeitsame Handwerksman jemalen ein Pro-testierendes Land verlassen wurde/ anerwogen sie daselbst mehr Freyheit undauch mehr zu verdienen haben/als in ihrem eignen Vaterland.

Weil