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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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Ich mufs sogar gestehen,dafs die schlechte Verfassungder vollziehenden Gewalt, die höchst mangelhafteEinrichtung der Primairversammlungen , die vomAusschüsse der Eilfe vorgeschlagene Constitution, mirnoch folgerechter und für die gesellschaftliche Ord-nung weniger gefährlich schien als die drei vorigen.Ich sprach endlich so zu mir selbst: Die Philosophiehat nun das kiihneste Unternehmen, das man je zuversuchen wagte, ausgefiihrt 3). Es ist Ihr wenig-stens in einiger Hinsicht wirklich geglückt. Sie hatuns Wunderdinge von Macht und von Zerstörungaufgestellt. Freilich hat sie sich denn auch damitsie ihren Zweck glücklich erreichen möchte nichtgescheuet, alle Verbrechen einer zügellosen Volks-menge in ihr Interesse zu ziehen; sie hat sich nichtgescheuet, die verhafstesten Leidenschaften , denHafs und die Rache, den alle Grenzen überschrei-tenden Fanatismus, jede Gewaltthätigkeit, die un-gerechteste und grausamste Tirannei, die Treulosig-keit, und jedes Hiilfsmittel des studirtesten und fei-nesten Despotismus zu Hülfe zu rufen. Vielleichthaben alle Tirannen vereint der menschlichen Brustnicht so viele Seufzer, dem menschlichen Auge nichtso viele Thränen entlockt, als sie dem sanftesten undaufgeklärtesten Volke Europas entlockte 4). Den