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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
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man hat den leidenschaftlichen geschmeichelt. Manhat viele Götzenbilder,' die zur Aufrechthaltung derOrdnung , zur Ruhe der Gesellschaft nöthig undnützlich sind, zerschmettert; aber man hat zu glei-cher Zeit der Zügellosigkeit einen Tempel geöffnet;und der leichte , betäubende Cultus derselben hateine ungeheuere Menge von Priestern und Anbeternjedes Standes und Charakters unfehlbar herbei ge-,zogen.

IV,

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Am 23. September zwischen acht und neun UhrMorgens kamen wir in Paris durch die VorstadtSt. Laurent an; wir wurden bei keiner Barriereangehalten ; uns begegnete nichts Schwieriges ; esergieng keine einzige Frage an uns. Ich werdeIhnen hier nicht, werthester Freund, mit Wortenes ausdrücken , welche wonnevollen Erinnerungen,welcher angstvoller Kummer , welche Vorempfin-dungen des Schmerzens und der Freude mein Herzin Bewegung setzten, als ich einen Ort wieder sah,der so lange Zeit mein Abgott gewesen war. Meinerstes Glück war, das gestehe ich Ihnen , dafs ichwenigstens das Materielle der ungeheuer grofsenStadt wieder fand, und dafs ich sie, trotz der

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