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guten Mutter, die noch mit Entzücken von dieserarmen Ziege Nahrung und das Leben sogar erhielt,die sie selbst wegen der bis zum höchsten Gradegestiegenen Noth ihren Kindern nicht mehr schenkenhonnte. Vielleicht vereinte sich dieser einzige siifseGedanke mit so vielen trauer- und kummervollenBildern, die mich während meines letzten Aufent-halts in Frankreich unaufhörlich verfolgten.
V.
Am meisten fiel mir in Paris ein gewisser ganzseltsamer Charakter von Ungewifsheit und bangerVerlegenheit, und auf allen Gesichtern eine unruhi-ge , mifstrauische , leidende , und oft gar wilde undconvulsivische Miene auf. Ich glau-be , dafs einMann, der Paris nie sah, der von dieser Stadt
nie hätte sprechen hören , und der sie heute zumi
erstenmale sähe , in Versuchung gerathen würde ,dem Orte das nämliche Compliment zu machen ,dafs einst Herr von Jussieu, ich weifs nicht wel-chem Originale, machte. „Ich habe zwar nicht dieEhre, Sie zu kennen; aber ich finde Sie gar sehrverändert”. Vielleicht werden Sie glauben, dafsmein Eindruck persönlich ist, oder dafs ich vielleichtalles übertreibe; aber erinnern Sie sich , werthester
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