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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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sevn. Indefs sah man dennoch in allen den Strafsen,wo am Abende vorher das Gemetzel gewesen war,eine Menge miissiger und neugieriger Leute jedesAlters und Standes , Männer, Weiber, Greise, Kin-der, welche kaltblütig spazieren giengen , und sichein Vergnügen daraus machten , mit einer Art vonheftiger und ruhiger Begierde zugleich, die Spurendes vergossenen Bluts oder den Schaden zu betrach-ten , der durch die Kanonen , welche wenige Stun-den vorher den nämlichen Ort mit Tod und Schrek-ken angefüllt hatten , angerichtet worden. Voltaire

hatte also wahrlich Recht, wenn er sagte:Gottj

erbarme sich des Menschengeschlechts; er schuf es 1/eitel und leichtsinnig um es weniger unglücklichzu machen.

X.

Unter allen Völkern unserer Tage scheinen diePariser, selbst unter der monarchischen Regierung,mit den Athenern die meiste Aehnlichkeit gehabtzu haben. Wie müssen sie ihnen doch noch weitmehr gleichen, seitdem sie sich nach Gefallen iinStrome der stürmischen Democratie, der gröbstenDemocratie, die man je sah, haben baden können!Man darf sich also nicht darüber wundern, dais