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aber die idealische Welt, worein sie ihre Einbil-dungskraft und die der grofsen Meister, welche sieunaufhörlich studiren mufsten , frühzeitig versetzthatte, war weit über jene vom Reichthume , odervon der Schmeichelei und dem Ehrgeize erschaffe-nen Feenwelt erhaben. So grofs auch der Abstandzwischen diesen beiden Classen in gewisser Hinsichtseyn mochte , so wurden sie dennoch durch wech-selseitige Bedürfnisse , durch eine Menge von Con-venienzen des Vergnügens und des Nutzens, miteinander stets vereint. Die Gründung der verschie-denen Academien hatte noch vielleicht mit ziemlichtiefen, politischen Absichten sogar die natürlichenVerhältnisse der Hofleute, der Gelehrten und derKünstler begünstigt.
Ganz von diesen, absichtlich, oder durch dasUngefehr der Umstände allein, eingeführten Verbin-dungen unabhängig, waren schon lange, wenigstensin Paris , alle Privilegien des Ranges, des Ortes,der Geburt, im gesellschaftlichen Verkehre, vor denpersönlichen Eigenschaften einer liebenswürdigenPerson verschwunden. Der Ehrenname liebens-würdiger Mann, war allein zum Eintritte in dieglänzendesten Zirkel und zur schmeichelhaftestenAufnahme in dieselben hinreichend. Auch fand