lebhaften Charakter anführen. Man hatte es ihmgar sehr anempfohlen , sich nie Lügen strafen zulassen , aber auch keinen andern Lügen zu strafen.Einst erzählte man ihm eine Geschichte , die ihmsehr abgeschmackt zu se-yn schien , und ganz höf-lich sagte er zu dem 'Erzähler : „ Ich glaube Ihnen,weil gerade Sie es sagen; sagte ich es aber selbst,so würde ich mich für den grössten Lügner -von derWelt halten.”
Die Leute, die man oft in einer und derselbenGesellschaft antraf, wurden weder durch das Inte-resse ihrer Angelegenheiten noch durch das ihrerGedanken zusammenberufen. Zuweilen kannten siesich sogar sehr wenig. Der einzige Gegenstand ihresVereins war das, in einer so unermel'slich grofsen,mit vielen reichen, müssigen Leuten angefüllten Stadtso gewöhnliche Bediirfnifs — das dringendste, welchessich'Seiiken läfst — den müssigen Augenblicken ihresGeistes Beschäftigung zu schaffen, oder die Thätigkeitdesselben, bald auf ihre eigenen Kosten , bald aufKosten anderer, zu üben. Man brachte also in dieseGc-sellschaften nur das Verlangen sich zu vergnügen ,zu glänzen oder zu gefallen. Der Weise allein fandin denselben zuweilen unter den frivolsten GestaltenBelehrung von mehr als einer Art. Denn es giebt,