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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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grosser Vortheil. Beide konnten nun eine strengereund glücklichere Wahl treffen ; beide waren derMühe überhoben, zu jenen dummen Erzählungen,zu kleinlichen Verleumdungen , die eine ewige Quelledes Streites und der Klatschereien in den Gesell-schaften der kleinen Städte sind, ihre Zuflucht zunehmen. Man verleumdete in Paris wohl, aberdoch mehr im Grossen , und mit weniger Nachtheile.Der Maler konnte seine Muster in der Ferne wählen;er hatte es nicht nöthig , den Schleier , woruntersie sich so gern hätten verbergen wollen, aufzudek-ken ; sie befanden sich gewöhnlich auf einer Bühne,wo ihre Laster wie ihre Tugenden, ihre vorzüglicheund ihre lächerliche Seite dem Auge des Tadlerswie des Lobredners nicht entgehen konnten. Wasman unter Sicherheit des Umganges in den vertrau-tem Verbindungen versteht, das ward in dieserHauptstadt vielleicht mehr als an irgend einem an-dern Orte in der Weit geachtet.

/ Will man angenehm erzählen , will man irgendeinen historischen Zug durch alle Umstände, die zurschnellem Auffassung desselben beitragen können,vorbereiten, will man das Ueberraschende desselbenbis zum gelegensten Augenblicke aufsparen und sodie Wirkung mit Sicherheit mehren , so ist dazu

eine