Buch 
J. Gaudenz von Salis-Seewis / von Adolf Frey
Entstehung
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bedeckter und mit silbernen Knöpfen versehener Rock, blütenweißeWeste und Beinkleider; der Grenadierosfizier trug überdies einemit silbernen Schnüren und Quasten verzierte schwarze Bäremnütze.

Die Schweizer im Fremddienst, namentlich in Frankreich,genossen nicht den Ruf, diesen Eindruck unbenützt zu lassen, undwie man ihnen den Ruhm der Tapferkeit nicht abstreiten, so konnteman ihnen das Lob eines Tugendspiegels im allgemeinen nichteben zusprechen, und sie galten dafür, die Laster des liederlichenBabels an der Seine nur zu häufig in die Heimat gebracht zuhaben. Salis stach von dem bedenklichen Treiben seiner Umgebungum so merklicher ab, als er durch den Glanz seiner Leiblichkeit derVerführung stärker als ein anderer ausgesetzt schien, und der flecken-lose Lebenswandel des schönen Graubündners wurde um so mehrbeachtet, je seltener er bei seinen Waffenbrüdern in Paris zutreffen sein mochte. Nirgends findet sich die Andeutung einesLiebeshandels, er fühlte sich Frauen gegenüber scheu und befangenund erklärte selbst, er müsse den meisten als einsteifer Kerl oderzurückhaltender Heuchler vorkommen." Ein Bekenntnis an Bansi,das die Freundschaft seiner Reserve abgewann und fast das einzigeauf diesem Gebiet, ist für ihn bezeichnend genug:Ein Weib zurFreundin haben, muß für den, der es kann und darf, ein Himmelsein. Ich dürfte es nicht, wie sehr ich auch fühle, daß ihr sanftesWesen meinen menschenfeindlichen (nicht menschenfeindlichen; ichhaße dieses Wort und war es gottlob nie! aber menschenscheuen)Anfällen heilsam sein würde; ich dürfte es nicht, denn ich fühlezu tief und meine Seele haftet zu sehr auf einem Punkt, um nichtimmer nach einer Verbindung zu streben." Nur einmal wurdesein Herz auf kurze Zeit heimgesucht, wie er im Februar 1787aus Ärras schreibt:. . . unter den Wenigen war das Bild einesMädchens, welches ich mit festem, männlichem Vorsatz auswischte.Die sanfteste griechische Bildung, der schlankste Wuchs, ein Augevoll jungfräulichen Unschuld-Sinns und Milde in einer Tochter,die eben in tiefer Trauer um ihre Mutter war, als ich sie daserste mal sprach, dieses Alles gab mir einige Tage ein leichtesSeelenfiebcr. Ein Geck wollte ich nicht mehr sein, ich schämtemich vor mir selber, ward zurückhaltend und zurückziehend gegenihre Freundlichkeiten .... bis sie mir nicht mehr und nicht weniger