Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Gesellige Lieder.

Was wir in Gesellschaft singe»,Wird »°» Herz zu Herzen dringen.

ZUM neuen Jahr.

Zwischen dem Alten,Zwischen dem Neuen,Hier uns zu freuenSchenkt uns das Glück,Und das VergangneHeißt mit VertrauenVorwärts zu schauen,Schauen zurück.

Stunden der Plage,Leider sie scheidenTreue von Leiden,

Liebe von Lust;

Bessere TageSammeln uns wieder,Heitere LiederStärken die Brust.

Leiden und Freuden,Jener verschwundnen,Sind die VerbundnenFröhlich gedenk.

O des GeschickesSeltsamer Windung!Alte Verbindung,

Neues Geschenk!

Dankt es dem regenWogenden Glücke.Dankt dem GeschickeMänniglich gut,

Freut euch des WechselsHeiterer Triebe,

Offener Liebe,Heimlicher Gluth!

Andere schauenDeckende FaltenUeber dem AltenTraurig und scheu;

Aber uns leuchtetFreundliche Treue;Sehet das NeueFindet uns neu.

So wie im TanzeBald sich verschwindet,Wieder sich findetLiebendes Paar;

So durch des LebensWirrende BeugungFühre die NeigungUns in das Jahr.

Ltiftungslied.

Was gehst du, schöne Nachbarin,

Im Garten so allein?

Und wenn du Haus und Felder Pflegst,Will ich dein Diener seyn.

Mein Bruder schlich zur KellnerinUnd ließ ihr keine Ruh;

Sie gab ihm einen frischen TrunkUnd einen Kuß dazu.

Mein Vetter ist ein kluger Wicht,

Er ist der Köchin hold;

Den Braten dreht er für und sür,

Um süßen Minnesold.

Die sechse die verzehrten dannZusammen ein gutes Mahl,

Und singend kam ein viertes PaarGesprungen in den Saal.

Willkommen! und willkommen auchFür's wackre fünfte Paar,

Das voll Geschieht' und NeuigkeitUnd frischer Schwanke war,