Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Aus fremden Sprachen.

Allah! Allah! schrein um GnadeDie Ungläubigen auf den Knieen.Traurig Leben! ruft der Sieger.Bleibe den Besiegten nun!

III.

Beuge, Liakos, dem Pascha,

Beuge dem Vezire dich.

Warst du vormals Armatole,Landgebieter wirst du nun.

Bleibt nur Liakos am Leben,

Wird er nie ein Beugender.

Nur sein Schwert ist ihm der Pascha,Ist Bester das Schießgewehr."

Ali Pascha, das vernehmend,

Zürnt dem Unwillkommenen,Schreibt die Briese, die Befehle;

So bestimmt er, was zu thun:

Veli Guekas, eile kräftigDurch die Städte, durch das Land,Bring mir Liakos zur Stelle,

Lebend sey er oder todt!

Guekas streift nun durch die Gegend,Auf die Kämpfer macht er Jagd,Forscht sie aus und überrascht sie,

An der Vorhut ist er schon.Kontogiakupis, der schreit nunVon des Bollwerks hohem Stand:Herzhaft, Kinder mein! zur Arbeit,Kinder mein, zum Streit hervor!Liakos erscheint behende,

Hält in Zähnen fest das Schwert.Tag und Nacht ward nun geschlagen,Tage drei, der Nächte drei.Albaneserinnen weinen,

Schwarz in Trauerkleid gehüllt;

Veli Guekas kehrt nur wiederHingewürgt im eignen Blut.

IV.

Welch Getöse? wo entsteht es?

Welch gewaltiges Erschüttern?

Sind es Stiere vor dem Schlachtbeil,Wild Gethier im grimmen Kampfe?Nein! Bukovalas, zum KriegeFünfzehnhundert Kämpfer führend,Streitet zwischen KerasovonUnd dem großen Stadtbezirk.Flintenschüsse wie des Regens,Kugeln, wie der Schloßen Schlag!Blondes Mädchen rüst herunterVon dem Ueberpforten-Fenster:

Halte Janny das Gefecht an,Dieses Laden, dieses Schießen!Laß den Staub hernieder sinken,Laß den Pulverdunst verwehen,Und so zählet eure Krieger,

Daß ihr wisset, wer verloren!Dreimal zählte man die Türken,Und vierhundert Todte lagen,Und wie man die Kämpfer zählte,Dreie nur verblichen da.

V.

Ausgeherrschet hat die Sonne,

Zu dem Führer kommt die Menge:Auf, Gesellen, schöpfet Wasser,Theilt euch in das Abendbrod!Lamprakos du aber, Neffe,

Setze dich an meine Seite;

Trage künftig diese Waffen!

Du nun bist der Kapitän.

Und ihr andern braven Krieger,Fasset den verwaisten Säbel,

Hauet grüne Fichtenzweige,

Flechtet sie zum Lager mir;

Führt den Beichtiger zur Stelle,Daß ich ihm bekennen möge,

Ihm enthülle, welchen ThatenIch mein Leben zugekehrt.

Dreißig Jahr bin Armatole,Zwanzig Jahr ein Kämpfer schon;Nun will mich der Tod erschleichen,Das ich wohl zufrieden bin.

Frisch nun mir das Grab bereitet,Daß es hoch sey und geräumig,Aufrecht daß ich fechten könne,Könne laden die Pistolen.

Rechts will ich ein Fenster offen,Daß die Schwalbe Frühling künde,Daß die Nachtigall vom MaienAllerlieblichstes berichte.

VI.

Der Olympos, der Kissavos,

Die zwei Berge haderten;

Da entgegnend sprach OlymposAlso zu dem Kissavos:

Nicht erhebe dich, Kissave,Türken- du Getretener.

Bin ich doch der Greis Olympos,Den die ganze Welt vernahm.Zwei und sechzig Gipfel zähl' ichUnd zweitausend Quellen klar;