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Sprüche in Reimen.
Als wenn ich auf den Maskenball kämeUnd gleich die Larve vom Angesicht nähme.
„Was schnitt dein Freund für ein Gesicht?"Guter Geselle, das versteh' ich nicht.
Ihm ist wohl sein süß Gesicht verleidet,
Daß er heut saure Gesichter schneidet.
Ihr sucht die Menschen zu benennen,Und glaubt am Namen sie zu kennen.Wer tiefer sieht, gesteht sich frei,
Es ist was Anonymes dabei.
Mancherlei hast du versäumet:Statt zu handeln, hast geträumet,Statt zu denken, hast geschwiegen,Solltest wandern, bliebest liegen.
Nein, ich habe nichts versäumet!Wißt ihr denn, was ich geträumet?Nun will ich zum Danke fliegen,Nur mein Bündel bleibe liegen.
Heute geh' ich: komm' ich wieder,Singen wir ganz andre Lieder.Wo so viel sich hoffen läßt,
Ist der Abschied ja ein Fest.
Was soll ich viel lieben, was soll ich viel Haffen!Man lebt nur vom Lebenlassen.
Nichts leichter als dem Dürftigen schmeicheln;Wer mag aber ohne Vortheil heucheln!
„Wie konnte der denn das erlangen?Er ist auf Fingerchen gegangen.
Sprichwort bezeichnet Nationen;Mußt aber erst unter ihnen wohnen.
Erkenne dich! — Was soll das heißen?Es heißt: Sey nur! und sey auch nicht!Es ist eben ein Spruch der lieben Weisen,Der sich in der Kürze widerspricht.
Erkenne dich! — Was hab' ich da für Lohn?Erkenn' ich mich, so muß ich gleich davon.
Andre zu kennen, das mußt du Probiren,Ihnen zu schmeicheln oder sie zu vexiren.
„Warum magst du gewisse Schriften nicht lesen?"Das ist auch sonst meine Speise gewesen;
Eilt aber die Raupe sich einzuspinnen,
Nicht kann sie mehr Blättern Geschmack abgewinnen.
Was dem Enkel so wie dem Ahn frommt,Darüber hat man viel geträumet;
Aber worauf eben alles ankommt,
Das wird vom Lehrer gewöhnlich versäumet.
Verweile nicht und sey dir selbst ein Traum,Und wie du reisest, danke jedem Raum,Bequeme dich dem Heißen wie dem Kalten:Dir wird die Welt, du wirst ihr nie veralten.
Ohne UmschweifeBegreife,
Was dich mit der Welt entzweit;
Nicht will sie Gemüth, will Höflichkeit.
Gemüth muß verschleifen,
Höflichkeit läßt sich mit Händen greifen.
Was eben wahr ist aller Orten,
Das sag' ich mit »»gescheuten Worten.
Nichts taugt Ungeduld,Noch weniger Reue;
Jene vermehrt die Schuld,Diese schafft neue.
Daß von diesem wilden Sehnen,Dieser reichen Saat von ThränenGötterlust zu hoffen sey,
Mache deine Seele frei!
Der entschließt sich doch gleich,Den heiß' ich brav und kühn!Er springt in den Teich,
Dem Regen zu entflieh».