Sprüche in Reimen.
197
Auf ewig hab' ich sie vertrieben,Vielköpfige Götter trifft mein Bann,
So Wischnu, Cam», Brama, Schiven,Sogar den Affen Hannernann.
Nun soll am Nil ich mir gefallen,Hundsköpfige Götter heißen groß:
O, wär' ich doch aus meinen HallenAuch Isis und Osiris los!
Ihr guten Dichter ihr,Seyd nur in Zeiten zahm!Sie machen ShakspeareAuch noch am Ende lahm.
Im Auslegen seyd frisch und munter!Legt ihr's nicht aus, so legt was unter.
Was dem einen widerfährt,Widerfährt dem andern;
Niemand wäre so gelehrt,
Der nicht sollte wandern;
Und ein armer Teufel kommtAuch von Stell' zu Stelle:
Frauen wissen, was ihm frommt,Welle folgt der Welle.
„Ich zieh' in's Feld!
Wie macht's der Held?"
Vor der Schlacht hochherzig,
Ist sie gewonnen, barmherzig;Mit hübschen Kindern liebherzig.Wär' ich Soldat,
Das wär' mein Rath.
„Gieb eine Norm zur Bürgerführnng!"Hienieden,
Im Frieden,
Kehre jeder vor seiner Thüre;
Bekriegt,
Besiegt,
Vertrage man sich mit der Einquartierung.
Wenn der Jüngling absurd ist,Fällt er darüber in lange Pein;Der Alte soll nicht absurd seyn,Weil das Leben ihm kurz ist.
„Was hast du uns absurd genannt!Absurd allein ist der Pedant."
Will ich euch aber Pedanten benennen,Da muß ich mich erst besinnen können.
Titius, Cajus, die Wohlbekannten! —Doch wenn ich's recht beim Licht besah,Einer steht dem andern so nah,
Am Ende sind wir alle Pedanten.
Das mach' ich mir denn zum reichen Gewinn,Daß ich getrost ein Pedante bin.
Thust deine Sache und thust sie recht,Halt fest und ehre deinen Orden;Hältst du aber die andern für schlecht,So bist du selbst ein Pedant geworden.
Wie einer denkt, ist einerlei,
Was einer thut, ist zweierlei;
Macht er's gut, so ist es recht,Geräth es nicht, so bleibt es schlecht.
Von Jahren zu JahrenMuß man viel Fremdes erfahren;Du trachte, wie du lebst und leibst,Daß du nur immer derselbe bleibst.
Wenn ich kennte den Weg des Herrn,
Ich ging' ihn wahrhaftig gar zu gern;Führte man mich in der Wahrheit Haus,Bei Gott! ich ging' nicht wieder heraus.
„Sey deinen Worten Lob und Ehre,
Wir sehn, daß du ein Erfahrner bist."Sieht aus, als wenn es von gestern wäre,Weil es von heut ist.
Das Beste möcht' ich euch vertrauen:Sollt erst in eignen Spiegel schauen.
Seyd ihr, wie schön geputzte Braut,Bei diesem Anblick froh geblieben,Fragt, ob ihr alles, was ihr schaut,Mit redlichem Gesicht mögt lieben,