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West-östlicher Divcm.
Ja es sind die bunten Mohne,
Die sich nachbarlich erstrecken,
Und, dem Kriegesgott zum Höhne,Felder streifweis freundlich decken.
Möge stets so der GescheuteNutzend Blumenzierde pflegen,
Und ein Sonnenschein, wie heute,Klären sie auf meinen Wegen!
Zwiespalt.
Wenn links an Baches RandCupido flötet,
Im Felde rechter HandMavors drommetet,
Da wird dorthin das OhrLieblich gezogen,
Doch um des Liedes FlorDurch Lärm betrogen.
Nun flötet's immer vollIm Kriegesthunder;
Ich werde rasend, toll;
Ist das ein Wunder?
Fort wächst der Flötenton,Schall der Posaunen,
Ich irre, rase schon;
Ist das zu staunen?
Im Gegenwärtigen Vergangnes.
Ros' und Lilie morgeuthaulichBlüht im Garten meiner Nähe;Hinten an, bebuscht und traulich,Steigt der Felsen in die Höhe;
Und mit hohem Wald umzogen,
Und mit Ritterschloß gekrönet,
Lenkt sich hin des Gipfels Bogen,
Bis er sich dem Thal versöhnet.
Und da duftet's wie vor Alters,
Da wir noch von Liebe litten,
Und die Saiten meines PsaltersMit dem Morgenstrahl sich stritten;Wo das Jagdlied aus den BüschenFülle rundes Tons enthauchte,Anzufeuern, zu erfrischen,
Wie's der Busen wollt' und brauchte.
Nun die Wälder ewig sprossen,
So ermuthigt euch mit diesen,
Was ihr sonst für euch genossenLäßt in Andern sich genießen.Niemand wird uns dann beschreien,Daß wir's uns älleine gönnen!
Nun in allen LebensreihenMüsset ihr genießen können.
Und mit diesem Lied und WendungSind wir wieder bei Hassten;
Denn es ziemt des Tags VollendungMit Genießern zu genießen.
Lied und Gebilde.
Mag der Grieche seinen ThonZu Gestalten drücken,
An der eignen Hände SohnSteigern sein Entzücken;
Aber uns ist WonnereichIn den Euphrat greifen,
Und im flüssigen ElementHin und wieder schweifen.
Löscht' ich so der Seele Brand,Lied es wird erschallen;
Schöpft des Dichters reine Hand,Wasser wird sich ballen.
Dreistigkeit.
Worauf kommt es überall an,
Daß der Mensch gesundet?
Jeder höret gern den Schall an,
Der zum Ton sich rundet.
Alles weg, was deinen Lauf stört!Nur kein düster Streben!
Eh' er singt und eh' er aufhört,
Muß der Dichter leben.
Und so mag des Lebentz ErzklangDurch die Seele dröhnen!
Fühlt der Dichter sich das Herz bang,Wird sich selbst versöhnen.
Derb und Tüchtig.
Dichten ist ein Uebermuth,Niemand schelte mich!
Habt getrost ein warmes Blut,Froh und frei wie ich.
Sollte jeder Stunde PeinBitter schmecken mir,
Würd' ich auch bescheiden seyn,Und noch mehr als ihr.
Denn Bescheidenheit ist fein,Wenn das Mädchen blüht,
Sie will zart geworben seyn,Die den Rohen flieht.