West-östlicher Tivcni.
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Auch ist gut Bescheidenheit,
Spricht ein weiser Mann,
Der von Zeit und EwigkeitMich belehren kann.
Dichten ist ein Uebermuth!
Treib' es gern allein.
Freund' und Frauen, frisch von Blut,Kommt nur auch herein!
Mönchlein ohne Kapp' und Kutt',Schwatz' nicht auf mich ein!
Zwar du machest mich caput,
Nicht bescheiden, nein!
Deiner Phrasen leeres WasTreibet mich davon,
Abgeschliffen hab' ich dasAn den Sohlen schon.
Wenn des Dichters Mühle geht,Halte sie nicht ein!
Denn wer einmal uns versteht,
Wird uns auch verzechn.
Älllelien.
Staub ist eins der Elemente,
Das du gar geschickt bezwingest,Hafis, wenn zu Liebchens EhrenDu ein zierlich Liebchen singest.
Denn der Staub auf ihrer SchwelleIst dem Teppich vorzuziehen,
Dessen goldgewirkte BlumenMahmud's Günstlinge beknieen.
Treibt der Wind von ihrer PforteWolken Staubs behend vorüber,Mehr als Moschus sind die Düfte,Und als Rosenöl dir lieber.
Staub, den hab' ich längst entbehretIn dem stets umhüllten Norden,Aber in dem heißen SüdenIst er mir genugsam worden.
Doch schon längst, daß liebe PfortenMir auf ihren Angeln schwiegen!Heile mich, Gewitterregen,
Laß mich, daß es grunelt, riechen!
Wenn jetzt alle Donner rollenUnd der ganze Himmel leuchtet,Wird der wilde Staub des WindesNach dem Boden hingefeuchtet.
Und sogleich entspringt ein Leben,Schwillt ein heilig heimlich Wirken,Und es grunelt und es grünetIn den irdischen Bezirken.
Schwarzer Schatten ist über dem StaubDer Geliebten Gefährte;
Ich machte mich zum Staube,
Aber der Schatten ging über mich hin.
Sollt' ich nicht ein Gleichniß brauchen,Wie es mir beliebt?
Da uns Gott des Lebens GleichnißIn der Mücke giebt.
Sollt' ich nicht ein Gleichniß brauchen,Wie es mir beliebt?
Da mir Gott in Liebchens AugenSich im Gleichniß giebt.
Selige Sehnsucht.
Sagt es niemand, nur den Weisen,Weil die Menge gleich verhöhnet,Das Lebend'ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,Ueberfällt dich fremde Fühlung,Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangenIn der Finsterniß Beschattung,
Und dich reißet neu VerlangenAuf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du, Schmetterling, verbrannt.
Und so lang du das nicht hast,Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber GastAuf der dunklen Erde.
Thut ein Schilf sich doch hervor,Welten zu versüßen!
Möge meinem SchreiberohrLiebliches entfließen!
Goethe. Werte. I.
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